Auf den Spuren der Wikinger

Kurz vor dem Mittag segeln wir mit der Storkjoven, einem Nachbau eines alten Klinkers von den Farör. Es stellt sich heraus, dass die Bezahlung für das Segeln auch den Eintritt in das Museum beinhaltet. Das Segeln ist für uns ein tolles Erlebnis. Unser Skipper ist froh, Leute mit Erfahrung im Pullen und Segeln an Bord zu haben. Petra darf fast die ganze Zeit das Boot steuern. Ihre Erfahrung mit dem Boot ist sehr positiv. Es nimmt schnell Fahrt auf und es geht bis etwa 55° an den Wind. Wieviel Abdrift es dann hat, ist aber schwer zu sagen.

Da wir den Eintritt in das Museum bereits bezahlt haben und man mit einem Armband ein- und ausgehen kann, organisieren wir unseren Tag etwas um. Nach dem Segeln stecken wir erst einmal unsere Wäsche in die Waschmaschine am Hafen und holen uns dann im Museumscafé Knarr ein sehr schmackhaftes Mittag. Dann geht es in das Museum in dem wir 1989 schon einmal waren.

Im Museum sind fünf Wikingerschiffe, die bei Skudelev im Roskilde Fjord eine Verteidigungsanlage bildeten und geborgen wurden, so weit es geht konserviert und wieder zusammen gesetzt worden. Da man dabei sehr viele Erkenntnisse über den Bau dieser Schiffe gewonnen hat, hat man sie im Rahmen experimenteller Archäologie in einer kleinen eigenen Bootswerft mit alten Techniken nachgebaut und wieder aufgeriggt. Es ist sehr interessant und wir bleiben bis zum Schließen um 17:00 Uhr im Museum.

Danach ist die Wäsche fertig gewaschen und kommt in den Trockner. Wir starten noch den Versuch den Roskilde Dom zu besuchen, aber die Tür wird um 18:00 Uhr vor unserer Nase geschlossen. Alternativ findet auf dem Markt ja noch das Surround Musikfestival für Nachwuchsbands statt. Wir schauen auf dem Marktplatz einen Act eines afrikanisch inspirierten Musikers an und sind begeistert. Danach gehen wir zurück zum Hafen und bergen unsere Wäsche aus dem Trockner.  Das nennt sich effektive Tagesnutzung.

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Mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Enge von Eskilsø

Beim Warten auf die Klappbrücke trieben viele kleine weiße "Fetzen" durch das Wasser. Da wir etwas Zeit zum Beobachten hatten, war schnell klar, dass es sich um viele kleine Feuerquallen handelt. Auch hier im Hafen wimmelt es von kleinen Feuerquallen.

Beim Warten auf die Klappbrücke trieben viele kleine weiße „Fetzen“ durch das Wasser. Da wir etwas Zeit zum Beobachten hatten, war schnell klar, dass es sich um viele kleine Feuerquallen handelt. Auch hier im Hafen wimmelt es von kleinen Feuerquallen.

Gegen späten Vormittag machen wir uns klar zum Auslaufen. Gestern Abend haben wir noch einmal etwas genauer Maß genommen, wie hoch unser Mast inklusive Antenne ist. Wir haben nämlich heute eine Brücke mit 22m und zwei Hochspannungsleitungen mit 20m Durchfahrtshöhe zu passieren. Bisher sind wir immer von etwa 19m Masthöhe ausgegangen, aber mit Hochspannungsleitungen ist nicht zu spaßen und die 20m haben uns etwas nervös gemacht.

Die neue Kronprinsesse Marys Brücke ist 22m hoch. Trotzdem sieht es nicht so aus, als würde es passen.

Die neue Kronprinsesse Marys Brücke ist 22m hoch. Trotzdem sieht es nicht so aus, als würde es passen.

Beim Auslaufen weht der Wind mit knapp NW 3 Bft. Also setzen wir die Standard Beseglung Großsegel und Genua II. Ab geht es zur Brücke, kein Problem. Wir gehen davon aus, dass in der Durchfahrtshöhe der Hochspannungsleitungen bereits der Mindestabstand für Überschlag einberechnet ist und ja, Lorrikeet passt mit 18m Masthöhe inkl. Antenne unter der Hochspannungsleitung von Hyldeholm durch. Dies hatte unsere Messung gestern Abend ergeben. Trotz alle dem hat man beim Unterfahren der Leitungen ein mulmiges Gefühl.

Das Fahrwasser führt in weiten Bögen über den Fjord und sollte beachtet werden

Das Fahrwasser führt in weiten Bögen über den Fjord und sollte beachtet werden

Der Wind frischt wieder auf gute 4 Bft auf und Lorrikeet rauscht wieder mit 6-7 Knoten viel zu schnell durch das enge Fahrwasser. Bei Eskilsø wird es richtig eng. Wenn jetzt die Seilfähre losfährt? Mit 7,5 Knt schießen wir durch die Enge und werden vom Fähranleger bestaunt.

Das sieht zwar hier nach viel Wasser aus, aber das Fahrwassser ist atemberaubend eng.

Das sieht zwar hier nach viel Wasser aus, aber das Fahrwassser ist atemberaubend eng.

Vor der Fahrrinne nach Roskilde bergen wir dann doch lieber das Großsegel und es geht gemütlicher nur unter Genua II in Richtung Hafen. Wir finden einen netten ruhigen Platz im Yachthafen.

Wir lesen, dass es die Möglichkeit gibt, auf Nachbauten alter Wikinger Boote mitsegeln zu können. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also stellen wir Erkundigungen an, wie die Öffnungszeiten des Wikinger Museums sind und wie man die Möglichkeit zum Mitsegeln buchen kann. Das geht nur Online und wir buchen eine Tour am nächsten Tag.

Danach machen wir einen Stadtbummel und schauen nach, wie man zum Bahnhof kommt. 

Wieder einmal endet der Tag mit einem schönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang über dem Roskildefjord

Sonnenuntergang über dem Roskildefjord

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Erkundung der Gegend um Jagdschloss Jægerspries

Es ist deutlich zu merken, wir sind hier in Wikinger Gebiet. Im nördlichen Yachthafen von Frederikssund wird gerade der Nachbau eines Wikingerschiffs beladen.

Es ist deutlich zu merken, wir sind hier in Wikinger Gebiet. Im nördlichen Yachthafen von Frederikssund wird gerade der Nachbau eines Wikingerschiffs beladen.

Da wir bereits im Roskildefjord und damit beim Ziel für den Crew Wechsel sind, lassen wir es ruhig angehen. Gegenüber von Frederikssund liegt die Gegend um das Jagdschloss Jægerspries. Nach dem Frühstück schnappen wir uns wieder unsere Fahrräder und fahren in Richtung Klappbrücke, die wir gestern durchfahren haben.  

Am Stadthafen halten wir an einem Nachbau eines Wikingerbootes, das gerade für eine Tour vorbereitet wird. Es ist in einem hervorragenden Zustand.

Im schönen Garten des Frederikssund Museums

Im schönen Garten des Frederikssund Museums

Mit den Fahrrädern geht es weiter über die Kronprins Frederik Bro am Ende der  Brücke auf der anderen Seite liegt das Frederikssund Museum Faerge Gaarden. Im Garten findet gerade ein Empfang zu Ehren der scheidenden Leitung statt. Wir dürfen trotzdem hinein und können uns die Ausstellung über Frederikssund und die Entwicklung der Brücke anschauen. An dieser Stelle hat es schon lange  menschliche Siedlungen gegeben und entsprechend war diese Engstelle schon immer für eine Fähre oder eine Brücke geeignet.

Vom Færge Gaarden, wo wir einen Hinweis auf die mit Kalkmalerei verzierte Draaby Kirken finden, fahren wir zu dieser Kirche. Leider wird sie bei unserer Ankunft geschlossen. Also fahren wir weiter nach Jaegerspries Slot. Das Jagdschloss gehört dem dänischen Königshaus und hat einen sehr gepflegten großen Garten. Man kann hier ausgedehnte Wanderungen und Touren in den angrenzenden Wäldern machen. Es ist eben ein Jagdschloss. Wir fahren in den nahe gelegenen Ort Jaegerspris und genehmigen uns ein großes Eis zur Stärkung.

Der Weg zurück zur Brücke, über die wir wieder müssen, führt mit einem guten Fahrradweg mit Sicht auf den Roskildefjord durch eine Endmoränen Landschaft mit laaaangen Steigungen. Auf dem Vikingerbopladsen direkt beim Yachthafen wurden verschiedene Haustypen aus der Wikinger Zeit rekonstruiert. Erstaunlich ist, dass die meisten kleine Grubenhäuser sind. Wir machen uns Gedanken, wie die Leute damals wohl mit dem Regenwasser klargekommen sind. Daneben steht dann ein Langhaus, wie man es z.B. aus Haithabu kennt. Leider kann man in diese Haus nicht hinein. Vermutlich geht das während des Wikinger-Festivals.

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Segeln wie auf der Schlei

Blick zurück auf das Stahlwalzwerk in Frederiksvaerk

Blick zurück auf das Stahlwalzwerk in Frederiksvaerk

Wir verlassen Frederiksvaerk kurz nach 10:00 Uhr. Heute ist es  wieder nur eine kurze Tour. Es weht ein mäßiger Wind aus westlicher Richtung und es geht gemütlich voran. Das Revier erinnert stark an die Schlei oder an die Flensburger Förde.

Eine Ruine sagt die Seekarte zu dieser etwas unmotiviert in das Wasser ragenden Mole. Den Eiderenten und Kormoranen ist das egal.

Eine Ruine sagt die Seekarte zu dieser etwas unmotiviert in das Wasser ragenden Mole. Den Eiderenten und Kormoranen ist das egal.

Vor der  Klappbrücke von Frederikssund, der Kronprins Frederik Bro, müssen wir 45 Minuten warten, da wir die Öffnung von 12:30 Uhr um eine viertel Stunde verpassen. Das macht aber nichts, da es einen Wartesteg gibt, an dem wir für diese Zeit festmachen können. Danach laufen wir in den südlichen Yachthafen von Frederikssund ein.

Mit den Rädern fahren wir wieder in die Stadt. Wir kommen an dem Gelände vorbei, auf dem seit 1952 jedes Jahr ein Wickingerfestival mit nachgebauten Häusern, Buden und einem Schauspiel stattfindet. Dieses Jahr ist „Skjold – Søn af Odin“ das Thema. Leider geht es erst im Juni los.

Plakat für das diesjährige Festspiel

Plakat für das diesjährige Festspiel

Frederikssund ist deutlich größer als Hundested und Frederiksvaerg. In der Innenstadt gibt es jede Menge Geschäfte. Aber auch hier scheint die Saison erst so richtig im Juni zu beginnen. Das zeigt sich auch im Yachthafen. Viele Boote stehen noch an Land bzw. haben noch keinen Mast gestellt.

Gegen Abend kommt Starkwind auf

Gegen Abend kommt Starkwind auf

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Weiter geht es in den Roskildefjord hinein

Kinder angeln Krebse im Hafen von Hundested, um sie anschließend um die Wette zurück ins Wasser krabbeln zu lassen.

Kinder angeln Krebse im Hafen von Hundested, um sie anschließend um die Wette zurück ins Wasser krabbeln zu lassen.

Da es sich nur um eine sehr kurze Tour handelt, lassen wir es heute morgen ganz ruhig angehen. Zum Frühstück gibt es heute keine Brötchen vom Bäcker, da diese uns gestern nicht so gefallen haben. Stattdessen gehen wir in die Backwarenabteilung des Supermarktes ‚365‘. Die Brötchen von dort stellen sich als erstaunlich gut heraus.

Da gestern bereits alle Kunsthandwerksläden geschlossen hatte, starten wir nach dem Frühstück zu einem Einkaufsbummel durch die Läden am Hafen. Am „Wasserlabor“ für die Kinder  ist bereits ordentlich Betrieb und die Krebse müssen auf der Hut sein. 

Zwei "Wikingerschiffe" aus Glas und Holz gefertigt in Hundested.

Zwei „Wikingerschiffe“ aus Glas und Holz gefertigt in Hundested.

Das Highlight ist ganz klar die Glasbläserei. Neben den üblichen Gläsern und Vasen gibt es hier auch Lampenschirme und Wikingerschiffe, die toll aussehen. Allerdings muss für diese Stücke die Hausratversicherungssumme erhöht werden. Selbst die Kleinen kommen auf etwa 3000€.

Wikingerboote waren wohl die Inspiration für dieses Kunstwerk aus Glas und Holz, welches in der Glasbläserei in Hundested hergestellt wurde

Wikingerboote waren wohl die Inspiration für dieses Kunstwerk aus Glas und Holz, welches in der Glasbläserei in Hundested hergestellt wurde

 

Wir laufen bei WSW 4-5 aus und setzen vor dem Hafen nur die Genua 2. Mit 6 Knt Fahrt geht es gegen 2 Knoten Strom gegenan, der durch das enge Fahrwasser des Isefjord Ausgangs strömt. Dann biegen wir in den Roskildefjord ab.

Der Hafen von Frederiksværk liegt neben dem Kanal, der den Arresø zum Roskilde Fjord entwässert

Der Hafen von Frederiksværk liegt neben dem Kanal, der den Arresø zum Roskilde Fjord entwässert

 

 

 

Bereits nach zwei Stunden sind wir in Frederiksvaerk. Der Yachthafen liegt deutlich von der Stadt entfernt neben dem Stahlwalzwerk, das die Silhouette vom Fjord aus beherrscht. Vom Hafen fahren wir mit den Rädern zur Stadt. Das Museum für Industrie und Pulverwerk in Frederiksvaek, das wir uns gerne ansehen wollen, ist leider noch bis Ende Mai geschlossen. Auch die Eisdiele ist zu (Montag).

Der Kanal, der den Arresø mit dem Roskilde Fjord verbindet, wurde von 1717 bis 1719 gebaut, um Überschwemmungen zu verhindern.

Der Kanal, der den Arresø mit dem Roskilde Fjord verbindet, wurde von 1717 bis 1719 gebaut, um Überschwemmungen zu verhindern.

Also geht es weiter am Verbindungskanal zum Arresø, einem Süßwassersee durch den Wald. Dieser Kanal hat bereits im 18. Jahrhundert das Pulverwerk und später die andere Industrie per Wasserkraft mit Energie versorgt.

Auf dem Weg zurück an Bord stolpern wir noch über das Hinweisschild zur ‚Dronning Slot Ruine’. Wir finden zwar den Parkplatz, aber die Ruine können wir nicht finden. Macht nichts, wir hatten heute bereits genug Programm und es geht zurück zum Hafen.

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