Zurück nach Hundested

Für Petra ist die Segeltour dieses Jahr leider beendet, da sie nicht unbegrenzt Urlaub hat. Sie steigt um 10:00 Uhr aus und hilft uns noch beim Ablegen.

Brücke öffnet planmäßig um 10:30 Uhr Brücke öffnet planmäßig um 10:30 Uhr

Clemens und ich fahren vor die Klappbrücke, die wie geplant um 10:30 Uhr öffnet und uns passieren lässt. Hinter der Brücke rollen wir die Genua II aus, was für heute gut passt. Wir wollen nur bis Hundested. Der Roskilde-Fjord ist hier eine gute Navigationsübung für Clemens. Vor Frederiksværk müssen wir über ein Flachgebiet, um die Tiefwasser Rinne aus dem Fjord heraus zu erreichen. Es klappt alles hervorragend und der Südwind schiebt uns aus dem Fjord.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Hundested und machen auf dem gleichen Platz wie vor knapp einer Woche fest. Den Rest des Tages verbringen wir mit Brot backen, einkaufen, Essen gehen im Restaurant Knut direkt am Hafen und Törnplanung.

Als wir es uns an Bord wieder gemütlich machen, checken wir noch einmal die Wettervorhersagen und die Nachrichten für die dänischen Seegebiete. Eigentlich hatten wir wegen der Schießübungen vor Sjelandsodde gedacht, noch einen Zwischenstopp auf Anholt einzulegen und dann Århus für den nächsten Crew-Wechsel anzustreben. Aber die kommende Woche ist mit SW- und W-Wind zu rechnen. Das wäre genau die Richtung von Anholt nach Grenå. Wir machen also wegen des Wetters eine Änderung in Zeit- und Törnplanung. Nun soll es um das Schießgebiet herum möglichst weit nach Westen und dann nach Süden nach Vejle gehen.

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Lorrikeet hoch und trocken

Einen Moment zu spät gewendet und schon sind wir aufgelaufen. Kann uns jemand helfen? Einen Moment zu spät gewendet und schon sind wir aufgelaufen. Kann uns jemand helfen?

Heute soll es wieder los gehen. Wir verlassen den Hafen bei leichtem Wind aus NW und kreuzen über die kleine Breite vor Roskilde. Selbst bei diesem leichten Wind erreicht Lorrikeet bei glattem Wasser gute Fahrt. Einen Kreuzschlag machen wir zu dicht unter Land und übersehen, dass dort vorgelagert eine langgezogene Untiefe ist. Wir wenden leider von hinten mit 4 Knt Fahrt auf diese Untiefe und man merkt sofort, dass sich Lorrikeet bereits etwas hochgeschoben hat. Erstaunlicherweise hat das Echolot keinen Tiefenalarm ausgelöst.

Nach anderthalb Stunden Warten treffen die Freiwilligen von der Seenotrettung aus Lynaes ein und helfen uns wieder frei zu kommen. Danke schön!! Nach anderthalb Stunden Warten treffen die Freiwilligen von der Seenotrettung aus Lynaes ein und helfen uns wieder frei zu kommen. Danke schön!!

Mit unseren eigenen Befreiungsversuchen haben wir leider keinen Erfolg und rufen per Funk nach Unterstützung. Lyngby Radio meldet sich sofort und erklärt uns, dass das nächste Strandrettungsboot am Ausgang des Roskilde Fjords in Lynaes liegt. Höchstwahrscheinlich würde es einige Zeit dauern, bis dieses bei uns ist. Wir willigen trotzdem ein, dieses zu alarmieren und wissen, dass dies nicht kostenfrei sein wird. Jetzt heißt es warten.

Als wir alles wieder klariert haben, fahren wir unter Motor weiter. Der Wind ist auf jeden Fall weg und der Winddreher nach West hat sich auch nicht eingestellt Als wir alles wieder klariert haben, fahren wir unter Motor weiter. Der Wind ist auf jeden Fall weg und der Winddreher nach West hat sich auch nicht eingestellt

Während der Wartezeit versuchen wir andere Boote auf uns aufmerksam zu machen, aber diese fahren im entfernten Fahrwasser ohne Reaktion vorbei. Nach fast 2 Stunden prescht das Strandrettungsboot des DSRS aus Lynaes heran.

Spiegelblanke See südlich der Enge bei Eskilsö Spiegelblanke See südlich der Enge bei Eskilsö

Wir haben alles für das Manöver vorbereitet und eine lange Leine mit dem Spinakerfall verbunden, um Lorrikeet damit zu krängen. Sie braucht ganz schön viel Krängung, um über die Untiefe wieder ins Tiefe zu kommen und rumpelt über etliche Steine. Das bedeutet Schrammen am Kiel und einige Arbeit im Winter.

Unter Motor geht es bei null Wind weiter bis nach Frederikssund. Wir laufen wieder in den Yachthafen neben dem Wikinger Festivalgelände. Von hieraus erkunden wir den Weg bis zum S-Bahnhof nach Kopenhagen, da Petra morgen zurück nach Hause starten will. Der Weg stellt sich als schöner Spaziergang durchs Grüne heraus.

Abendspaziergang durch die Fischerhäuschen in Frederikssund Abendspaziergang durch die Fischerhäuschen in Frederikssund

Am Alten Hafen genehmigen wir uns auf diesen aufregenden Tag noch alle ein Eis.

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Übung macht den Meister

Der Dom in Roskilde

Der Dom in Roskilde

Wie jedes Crewmitglied, das noch nie an Bord von Lorrikeet war, bekommt Clemens eine ausführliche Boots- und Sicherheitseinweisung. Danach verlassen wir mit Lorrikeet den Hafen, um ihn auf einem kleinen Trainingstörn in die Manöver und die Besonderheiten des Riggs einzuweisen. Das Aufkreuzen und Halsen mit einem Boot mit Backstagen ist doch anspruchsvoller als auf anderen Booten. Auf der kleinen und großen Breite vor Roskilde setzen wir Segel, um den Manöverablauf zu trainieren.

Der Dom in Roskilde ist die Begräbnisstätte des dänischen Königshauses

Der Dom in Roskilde ist die Begräbnisstätte des dänischen Königshauses

Gegen 15:00 Uhr laufen wir wieder ein und machen auf dem alten Platz fest. Sollte eigentlich früh genug sein, um einen erneuter Versuch, den Dom zu besuchen zu unternehmen. Auf dem Weg dahin juxen wir schon, dass man uns sagen wird, dass der Dom bereits um 16:00 Uhr schließt und tatsächlich will man uns um 15:57 nicht mehr einlassen.

Boote zur Entenjagd gammeln am Hafen vor sich hin. Vermutlich ist die Entenjagd auf dem Fjord nicht mehr erlaubt.

Boote zur Entenjagd gammeln am Hafen vor sich hin. Vermutlich ist die Entenjagd auf dem Fjord nicht mehr erlaubt.

Petra rutscht noch rein, macht einige Bilder und ich fange zur Ablenkung eine ausladende Diskussion über die Differenz zwischen 15:57 und 16:00 an. Den Abend verbringen wir gemütlich an Bord.

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Wir erwarten ein neues Crewmitglied

Heute am Samstag ist die Schlange am Eisstand mit dem Eis aus lokaler Fertigung besonders lang.

Heute am Samstag ist die Schlange am Eisstand mit dem Eis aus lokaler Fertigung besonders lang.

Nach dem Frühstück wird unter Deck erst einmal aufgeräumt, damit Clemens Platz in der Achterschiff-Koje bekommt. Danach erweitern wir unsere Brot und Kuchen Bestände mit Dinkelprodukten und begeben uns nach dem Mittag in die Stadt zu einem erneuten Versuch, den Dom zu besuchen.

Im Garten des Gymnasiums von Roskilde spielt eine Rockband vermutlich von Schülern der Schule.

Im Garten des Gymnasiums von Roskilde spielt eine Rockband vermutlich von Schülern der Schule.

Wieder ist er geschlossen, diesmal wegen etlicher Hochzeiten. Also gibt es wieder das Surround Musikfestival als Alternative.

Werbung an einem Imbiss in Roskilde

Werbung an einem Imbiss in Roskilde

Rechtzeitig gehen wir zum Bahnhof und picken Clemens auf. Wir bringen ihn und seine Sachen an Bord und haben einen netten Abend in einem Restaurant am Hafen.

Eingang zum Palast in Roskilde. Von hier gibt es einen direkten Übergang in den Dom, so dass bei royalen Beerdigungen die Familienangehörigen standesgemäß untergebracht sind

Eingang zum Palast in Roskilde. Von hier gibt es einen direkten Übergang in den Dom, so dass bei royalen Beerdigungen die Familienangehörigen standesgemäß untergebracht sind

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Auf den Spuren der Wikinger

Kurz vor dem Mittag segeln wir mit der Storkjoven, einem Nachbau eines alten Klinkers von den Farör. Es stellt sich heraus, dass die Bezahlung für das Segeln auch den Eintritt in das Museum beinhaltet. Das Segeln ist für uns ein tolles Erlebnis. Unser Skipper ist froh, Leute mit Erfahrung im Pullen und Segeln an Bord zu haben. Petra darf fast die ganze Zeit das Boot steuern. Ihre Erfahrung mit dem Boot ist sehr positiv. Es nimmt schnell Fahrt auf und es geht bis etwa 55° an den Wind. Wieviel Abdrift es dann hat, ist aber schwer zu sagen.

Da wir den Eintritt in das Museum bereits bezahlt haben und man mit einem Armband ein- und ausgehen kann, organisieren wir unseren Tag etwas um. Nach dem Segeln stecken wir erst einmal unsere Wäsche in die Waschmaschine am Hafen und holen uns dann im Museumscafé Knarr ein sehr schmackhaftes Mittag. Dann geht es in das Museum in dem wir 1989 schon einmal waren.

Im Museum sind fünf Wikingerschiffe, die bei Skudelev im Roskilde Fjord eine Verteidigungsanlage bildeten und geborgen wurden, so weit es geht konserviert und wieder zusammen gesetzt worden. Da man dabei sehr viele Erkenntnisse über den Bau dieser Schiffe gewonnen hat, hat man sie im Rahmen experimenteller Archäologie in einer kleinen eigenen Bootswerft mit alten Techniken nachgebaut und wieder aufgeriggt. Es ist sehr interessant und wir bleiben bis zum Schließen um 17:00 Uhr im Museum.

Danach ist die Wäsche fertig gewaschen und kommt in den Trockner. Wir starten noch den Versuch den Roskilde Dom zu besuchen, aber die Tür wird um 18:00 Uhr vor unserer Nase geschlossen. Alternativ findet auf dem Markt ja noch das Surround Musikfestival für Nachwuchsbands statt. Wir schauen auf dem Marktplatz einen Act eines afrikanisch inspirierten Musikers an und sind begeistert. Danach gehen wir zurück zum Hafen und bergen unsere Wäsche aus dem Trockner.  Das nennt sich effektive Tagesnutzung.

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