Wintersaison 2025/2026

Es wird Zeit ein wenig die Winterarbeiten 2025/2026 Revue passieren zu lassen.

Lorrikeet am Haken

Lorrikeet am Haken

Lorrikeet kam am 7.11.25 aus dem Wasser und zeigte an einigen Stellen erheblichen Bewuchs mit Röhrenwürmern im Unterwasserbereich. Dies muss mit der langen Ruhezeit  von ihr in der zweiten Jahreshälfte bei hohen Temperaturen im Brackwasser des Westhafens zutun haben.

Reichlich Bewuchs mit Röhrenwürmern

Reichlich Bewuchs mit Röhrenwürmern

Mit Spachtel und Wasserstrahl ließ sich der Bewuchs relativ gut entfernen. Mit einem Schleifschwamm wurden die Stellen dann noch einmal bearbeitet und danach kam Anfang März wieder eine Schicht Antifouling darauf. Wir sind gespannt auf die Versuche mit biozidfreien Anstrichen, die derzeit bei uns im Hafen laufen. Vielleicht können wir in Zukunft umsteigen.

Das große Loch nach Ausbau des Saildrives

Das große Loch nach Ausbau des Saildrives

Bereits letztes Jahr bei der Motorwartung haben wir mit unserem Motorfachmann abgesprochen, dass wir diesen Winter die Saildrivedichtung tauschen und einige erweiterte Arbeiten am Motor durchführen wollen. Diese Arbeiten bedingen, dass die Verbindung zwischen Getriebe/Saildrive und Motor getrennt werden muss. Danach war es möglich den Saildrive zu lösen und nach oben zu heben.

Alles wieder zusammen mit neuer Dichtung

Alles wieder zusammen mit neuer Dichtung

Der Bereich unter der Dichtung, der normalerweise immer im Wasser ist, sah erstaunlich gut aus. Trotzdem habe ich die Chance genutzt alles sauber zu machen und eine Epoxidichtung dort aufzutragen. Rückblickend kann ich nur sagen, dass ein Gebläse mit Frischluft gut getan hätte. Anfang März haben wir den gereinigten Saildrive, die Dichtung und eine neue Wasserpumpe eingebaut. Nur zur Erinnerung, die Versicherungen schreiben vor, dass diese Dichtung etwa alle 10 Jahre erneuert wird. Tut man das nicht, erlischt der Versicherungsschutz für das Boot.

Die Saison 2026 kann beginnen

Die Saison 2026 kann beginnen

Als letzte große Neuerung haben wir Lorrikeet wieder bei Jan-Segel eine neue Genua 2 gegönnt, nachdem ich im letzten Jahr einen halben Tag mit Flickarbeiten in Klintholm zugebracht habe. Das war übrigens die Genua, die wir als erstes in 2012 haben erneuern lassen. Da es sich bei diesem Segel um unsere Standard Genua handelt, kann man sagen, dass sie ein vernünftiges Alter erreicht hat. Am 31.03.26 kam Lorrikeet dann wieder blitzend ins Wasser.

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Zurück im Heimathafen

Das Salzhaff bei Rerik

Das Salzhaff bei Rerik

Nachdem der Wind Samstagabend komplett eingeschlafen ist, kommt über nacht wieder Wind aus SSW auf. Das heißt, dass wir das Fahrwasser durch das Salzhaff wieder mit der Maschine bewältigen müssen. Wir lassen uns Zeit und laufen erst gegen 11:00 aus.

Im zweiten Teil vom Salzhaff können wir die Segel setzen und um die Kielung fahren. Auch wenn Klaus das schon viele Male gemacht hat, ist es immer wieder spannend in unmittelbarer Nähe des Ufers entlang zu fahren, zumal man weiß, dass es auf der anderen Seite entgegen aller Vermutung schnell zu flach wird.

Mit nur drei Wenden auf der ganzen Etappe in die Wismarer Bucht schaffen wir es bis zur Wendorfer Seebrücke, wo wir die Segel bergen. Der Wind hat nun eher auf Süd gedreht, so dass wir ab hier noch einige Schläge durch das enge Fahrwasser bis zum Westhafen hätten machen müssen.

Im Hafen finden wir unseren Liegeplatz frei vor und machen fest. Der Hafenmeister, bei dem wir unser Hafenpersenning deponiert haben, erkennt Klaus mit Sonnenbrille, Käppi, langem Bart und langen Haaren nach gut 7 Wochen erst nicht wieder und will uns nicht ins Lager lassen. Gutes Zureden erzeugt dann aber doch die notwendige Erinnerung. 

Den Tourabschluss feiern wir dann im New Orleans. Lorrikeet ist dieses Jahr vom 2.5.25 bis zum 22.6.25 unterwegs gewesen und hat in der Zeit mit 5 Crewmitgliedern in wechselnder Besatzung 843,7 Seemeilen geloggt. Dabei sind wir in ein Revier vorgestoßen, dass wir bisher noch nicht kannten, aber immer schon auf dem Wunschzettel stand.

Die ersten drei Wochen im Mai waren für die Crew an Bord aber sehr kalt. Wenn man sich die Karte der Wassertemperatur der Ostsee in dieser Zeit anschaute, konnte man erkennen warum. Das Wasser bei Öland war etwa 4-5°C kälter als in der Lübecker Bucht. Das sollte man bei einer erneuten Tourplanung in diese Gegend oder auch weiter nach Norden berücksichtigen.

Die Hanö Bucht zwischen Simrishamn und Utklippan ist berüchtigt für seine vielen Schiess- und Übungsgebiete. Das können wir nun aus eigener Erfahrung bestätigen, aber die Kameraden von der Marine waren immer sehr freundlich und Kompromiss bereit und es gibt tatsächlich im Internet eine Stelle, an der man die Schiesszeiten nachschauen kann, allerdings dort immer. nur für den aktuellen Monat und zum Monatswechsel gibt es Probleme mit der Vorschau in den nächsten Monat.

Vorbereitungen zur "Drei Groschen Oper" in der Georgen Kirche

Vorbereitungen zur „Drei Groschen Oper“ in der Georgen Kirche

Am nächsten Morgen gehen Matthias und Klaus, der den unzertifizierten Stadtführer von Wismar macht, noch einmal in die Altstadt von Wismar. Eigentlich wollen wir, bevor wir den Zug nach Hause nehmen, noch in der Seeperle essen. Es zieht aber von Südwesten eine Gewitterfront auf.

Gewitterfront über Wismar

Gewitterfront über Wismar

Wir schaffen es gerade noch vor dem Wolkenbruch an Bord, wo wir uns unter dem zu 2/3 bereits gesetzten Hafenpersenning verkriechen. Als der Regen etwas weniger wird machen wir das Persenning fertig und sehen  zu, dass wir zum Bahnhof kommen. So sitzen wir halb durchgeweicht im Zug nach Schwerin.

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Kurze Tour im Heimatrevier

Für heute ist ab späten Vormittag, nach anfänglicher Flaute, etwas Wind aus WSW angesagt, der dann gegen Nachmittag auf SW drehen und wieder schlafen gehen soll. Das bedeutet, dass wir um die Buk-Spitze kreuzen müssen, aber Lorrikeet hat da ja bekanntlich ihre Spezialität.

Wir machen uns also in aller Ruhe fertig, um den Hafen zu verlassen. Offensichtlich sind wir zu ruhig. Als wir die letzte Vorleine lösen und mit der Maschine rückwärts geben wollen, kommt vom Nachbarschiff der Hinweis „Ihr habt noch den schwarzen Festmacher dran!“. Also Leine wieder fest und noch schnell das Kabel aus der Steckdose ziehen und einsammeln.

Lorrikeet in Rerik

Lorrikeet in Rerik

Das Aufkreuzen in die Mecklenburger Bucht geht, wie erwartet, sehr gut und der Wind hat mit 3 Bft. eine angenehme Stärke. Mit einer Comfortina 42, die mit uns gemeinsam ausgelaufen ist, liefern wir uns eine kleine privat Regatta, bei der sich beide Boote nichts geben. Ziel für heute ist Rerik. Als wir in Richtung der Kielung, der schmalen Einfahrt in das Salzhaff, segeln, dreht plötzlich der Wind und schläft schlagartig ein. Es bleib uns nichts anderes übrig, als den Motor zu starten und die Segel einzupacken.

Livemusik am Strand

Livemusik am Strand

Auch in Rerik gibt es am Hafen ein Fest mit Musik. Wir ziehen es aber vor zum Sonnenuntergang an den Strand zu gehen. Leider hat Kalle’s Strandbar schon geschlossen, aber man trifft sich trotzdem dort. Die Strandbar ist dieses Jahr etwas kleiner, aber es gibt einige Sitzgelegenheiten. Wir bekommen zum Sonnenuntergang sogar etwas Livemusik. Ein junges Paar packt die Gitarre aus und bringt uns allen ein Ständchen.

Sonnenuntergang in Rerik

Sonnenuntergang in Rerik

Am Horizont treiben die Teilnehmer der Midsummersail, die von Wismar nach Törre in Finnland geht, vor der untergehenden Sonne vorbei.

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Im Sauseschritt nach Kühlungsborn

Gute Fahrt bei schönstem Wetter

Gute Fahrt bei schönstem Wetter

Wir stehen gegen 5:00 Uhr auf und verlassen bereits um 6:00 Uhr den Hafen von Klintholm. Wir sind übrigens nicht die einzigen! Man merkt, dass durch den starken Wind der letzten Tage einige Yachten hier hängen geblieben sind und nun etwas wieder aufholen wollen. Klintholm ist gerade für viele Charter Yachten aus Warnemünde ein beliebter Anlaufpunkt und diese haben häufig nur eine Woche Zeit. Die Übergabe der Boote ist im Allgemeinen am Wochenende…

Es ist herrliches Segelwetter mit 4 Bft. aus WNW und Lorrikeet schnurrt mit etwa 6 Knoten Fahrt die Küste entlang. Da der Wind im Laufe des Tages etwas nach West drehen soll, segeln wir die gesamte Bucht aus, um am Ende bei Gedser einen reinen Südkurs segeln zu können. Wir schaffen es tatsächlich rechtzeitig am Gedser Landrev zu sein, so dass wir Wind haben und Richtung Kühlungsborn weiter segeln können. Auch die Passage quer zum Verkehrstrennungsgebiet ‚Kadet Rinne‘ gelingt gut, da wir 6 Knoten Fahrt machen und sich die Anzahl der Frachter in Grenzen hält. Am Ende haben wir 54 sm in 10 Stunden zurückgelegt und liegen in Kühlungsborn. 

"Reste Verwertung" an Bord

„Reste Verwertung“ an Bord

Im Hafen ist Sommer Atmosphäre und da hier das Happy Salsa Festival an diesem Wochenende stattfindet, wehen von überall karibische Klänge zu uns herüber. Wir reduzieren weiter die Bestände an Obst, Gemüse und sonstigem Verderblichem, da wir spätestens am Dienstag wieder zu Hause sein wollen. Der Wetterbericht kündigt für Montag und Dienstag wieder starken Westwind an, so dass wir uns bereits für Sonntag Mittag wieder in unserem Heimathafen Wismar ankündigen.

Sonnenuntergang vor Kühlungsborn

Sonnenuntergang vor Kühlungsborn

Abends geht der Wind, wie angekündigt, schlafen und wir packen für den morgigen Tag die geflickte Genua II wieder aus. Der Sonnenuntergang, den wir vom Strand aus beobachten, ist wieder einmal traumhaft schön.

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Kultur in Klintholm

Die Kreideklippen von Mön vor Sonnenaufgang (Foto: Matthias)

Die Kreideklippen von Mön vor Sonnenaufgang (Foto: Matthias)

Matthias hat heute einen besonderen Plan: Er steht um 3 Uhr leise auf und schleicht sich von Bord ohne den Rest der Crew zu wecken. Mit dem Fahrrad radelt er in der Dämmerung zu den Kreideklippen und klettert die ca. 500 Stufen hinunter zum Strand, um von dort aus den Sonnenaufgang zu beobachten. Auf dem Rückweg fährt er noch einen Umweg zum Bäcker und ist pünktlich zum Frühstück mit frischen Croissants, leckeren Brötchen und einem duftenden frischen Brot wieder an Bord.

Die aufgehende Sonne taucht die Kreideklippen in goldenes Licht (Foto: Matthias)

Die aufgehende Sonne taucht die Kreideklippen in goldenes Licht (Foto: Matthias)

Heute ist für Petra Abreisetag. Sie muss wieder nach Hause, da sie einige berufliche Termine hat. Von Klintholm kommt man mit dem Bus über Stege nach Vordinborg und dann mit dem Zug über Ringstedt und Hamburg nach Hannover. Etwas kompliziert, aber durchaus an einem Tag machbar, wenn alle Anschlüsse klappen.

Klaus und Matthias begleiten Petra mit dem Bus bis nach Stege. Klaus hat in Stege in seiner Kindheit viel Zeit zugebracht und mit den Kindern im Hafen gespielt.

Ehemaliger Fischereihafen von Stege

Ehemaliger Fischereihafen von Stege

In Stege hält der Bus direkt am Hafen. Dieser hat sich kaum verändert, nur dass früher hier im Fischereihafen noch viele Kutter lagen, die zum Fischen in die Faxe- und Køge-Bucht ausliefen. Diese sind verschwunden und der Hafen ist nun für die großen Sportboote freigegeben. 

Ein Modellschiff und Kalkmalereien in der Kirche von Stege

Ein Modellschiff und Kalkmalereien in der Kirche von Stege

Wir besuchen alle zusammen die Kirche, die mit restaurierten alten Kalkmalereien ausgeschmückt ist. Danach geht es in die Einkaufsstraße von Stege, die aber nicht besonders spannend ist und der Verkehr fließt direkt durch die Stadt. Zum Bummel lädt das nicht gerade ein und der kräftige Westwind pustet uns durch. Auf dem alten Befestigungswall umrunden wir die Altstadt und suchen uns ein Café, um die Zeit bis zur Abfahrt des Buses nach Vordinborg zu überbrücken.

Wir warten auf den Bus

Wir warten auf den Bus

Nachdem wir dafür gesorgt haben, dass Petra auch den richtigen Bus bekommt, gehen wir im nahem SuperBruggsen und dem Baumarkt gegenüber noch einkaufen. Der nächste Bus nach Klintholm ist dann aber unserer.

Da der Wind bereits etwas abgeflaut hat, setzen wir zurück an Bord für morgen die kleine Genua III und rollen sie auf. Mit dem zu erwartenden Westnordwest, der gegen Mittag auf dänischer Seite abflauen soll, wollen wir früh starten und möglichst weit nach Süden segeln, eventuell sogar schon zur mecklenburgischen Küste.

Für 15:00 Uhr sind wir zur Ausstellungseröffnung von Effie Bezati in der Hafenbar/Pferdeclub eingeladen. Also beeilen wir uns, um nicht zu spät dort aufzukreuzen. Effie ist eine Malerin aus Griechenland, die von der Romantik und Fabelgeschichten beeinflusst ist. Dieses verbindet sie in ihren Bilder und malt mit hoher Präzision. 

Eines der Gemälde von Effie Bezati in der Ausstellung im Klap Hesten

Eines der Gemälde von Effie Bezati in der Ausstellung im Klap Hesten

Bei der Gelegenheit erfahren wir auch den Namen des Inhabers der Hafenbar. Ole Eskling ist ehemaliger Profisegler, der auf dem dänischen Americas Cup Challenger zu 12er Zeiten und später auf einigen Maxi-Yachten als Steuermann gesegelt hat und dann hat er sich in eine Frau verliebt, die intensiv den Pferdesport betrieben hat. So hat er seine Liebe zur See, seine Freude an Menschen und das Reiten in dieser Bar in Klintholm zusammen gebracht. Wir sind hier mittlerweile voll integriert und genießen die tolle Atmosphäre. Trotzdem gilt es heute Abend hier Abschied zu nehmen.

Petras Rücktour klappt bis Hamburg gut, aber dann ist leider die Strecke bei Harburg gesperrt und sie kann erst nach 2,5 Stunden Wartezeit weiterreisen.

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