Waschtag in Helsingör

Tschüß Kopenhagen!

Tschüß Kopenhagen!

Da für den Nachmittag ein Dreher auf nördliche Winde vorhergesagt ist, haben wir uns einmal wieder den Wecker gestellt und verlassen gegen 9:00 Uhr die Marina in Kopenhagen.

Die Ausfahrt aus dem Kalkbraenneriehavn führt wieder durch die enge Durchfahrt der Tunnelbaustelle für den Nordhafen.

Die Ausfahrt aus dem Kalkbraenneriehavn führt wieder durch die enge Durchfahrt der Tunnelbaustelle für den Nordhafen.

Anfänglich kommt der Wind eher westlich mit 4 Bft. Deshalb setzen wir wieder das volle Großsegel und die mittlere Genua. Nach einiger Zeit dreht der Wind auf NW 4 Bft und wir ziehen es vor, ein Reff einzubinden, da wir nun etwas höher an den Wind müssen und vor dem Ufer des Öresunds einige Fallböen zu bemerken sind.

Eine Zeitlang liefern wir uns eine Wettfahrt mit einer Brigg - unter Motor....

Eine Zeitlang liefern wir uns eine Wettfahrt mit einer Brigg – unter Motor….

Obwohl eigentlich trockenes Wetter angesagt war, fängt es dann doch an leicht zu nieseln. Danach flaut der Wind wieder ab und wir reffen wieder aus. Da es eine relativ kurze Strecke ist und wir vergleichsweise früh ausgelaufen sind, sind wir bereits Mittags in Helsingör. Wir benutzen den Nachmittag zum Waschen unserer dreckigen Wäsche und dem Austausch der ausgeleierten Gummies an den Backstagen und an den Schienen für die Fockholepunkte, nachdem wir beim hiesigen Yachtausrüster neue Gummies kaufen konnten.

Wir segeln dicht am Schloss Kronborg vorbei, um außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets zu bleiben.

Wir segeln dicht am Schloss Kronborg vorbei, um außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets zu bleiben.

Danach machen wir einen Strandspaziergang zum Marienlyst Strand. Auf dem Rückweg, der uns am Wald und an der Bahnstrecke entlang führt, landen wir beim Lustschloss Marienlyst mit seinem barocken Garten. Es wurde gebaut, weil das Schloss Kronborg eher eine Burg ist und keinen Platz für einen schönen Garten, der jedoch in der Renaissance Mode wurde. Also baute man noch ein Schloss mit dazu passendem Garten auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters.

Langsam bekommen wir Hunger und begeben uns zur Streetfood-Halle auf dem alten Werft-Gelände. Diese haben wir noch in guter Erinnerung von der letztjährigen Tour.

Mittlerweile ist der bedeckte Himmel strahlendem Sonnenschein gewichen und der Tag verabschiedet sich mit einem starken Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Öresund

Sonnenuntergang am Öresund

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Hafentag in Kopenhagen

Lorrikeet im Kalkbraenneriehavn

Lorrikeet im Kalkbraenneriehavn

Wenn man schon mal in Kopenhagen ist, sollte man auch die Zeit für etwas Sightseeing und Museen nutzen. Das Wetter soll heute durchwachsen sein, also einige Schauer und Sonne.

Regenpause! - Auf geht's mit dem Fahrrad zum Designmuseum!

Regenpause! – Auf geht’s mit dem Fahrrad zum Designmuseum!

Nach einem gemütlichen Frühstück schnappen wir uns wieder unsere Räder und fahren in die Stadt. Das Ziel ist das Design-Museum. Dänemark und Skandinavien sind bekannt für schlichtes funktionales Design, speziell für Möbel.

Vor dem Kalkbraenneriehavn wird nicht ausgebaggert, sondern Schlamm abgeladen. Vermutlich ist dies Aushub von der Tunnelbaustelle, der hier nun dem Schutz des Hafens vor Seegang dienen sollen.

Vor dem Kalkbraenneriehavn wird nicht ausgebaggert, sondern Schlamm abgeladen. Vermutlich ist dies Aushub von der Tunnelbaustelle, der hier nun dem Schutz des Hafens vor Seegang dienen sollen.

Für die Tickets wollen wir mit der Kreditkarte bezahlen, aber diese Art der Bezahlung geht gerade nicht und wir bekommen den Eintritt geschenkt. Aktuell läuft gerade eine Sonderausstellung über japanisches Poster Design. Danach können wir noch Stoffdesigns, speziell die Kunst Muster zu erzeugen, über verschiedene Jahrhunderte bestaunen, bevor es in den Dauerausstellung über dänisches Design geht.

Die Möwe als Motiv auf diesem Topf wurde 1892 von Fanny Garde gemalt. Sie war inspiriert von Skönvirke, der dänischen Version des Jugendstils. Dieses Motiv wurde in Dänemark so populär, dass es in Fünziger Jahren als Dänemarks Nationalgeschirr bezeichnet wurde.

Die Möwe als Motiv auf diesem Topf wurde 1892 von Fanny Garde gemalt. Sie war inspiriert von Skönvirke, der dänischen Version des Jugendstils. Dieses Motiv wurde in Dänemark so populär, dass es in Fünziger Jahren als Dänemarks Nationalgeschirr bezeichnet wurde.

Kernstück der Ausstellung sind Stühle. Leider kann man nur ganz wenige Stücke ausprobieren. Höhe und Neigung der Sitzfläche sowie die Neigung der Rückenlehne sind entscheidend für den Gebrauch und natürlich die Sitzkante. Die Designer der neuesten Stadtbahnzüge in Hannover hätten hier einmal einen Besuch machen sollen, bevor sie die Sitze planten.

Im Café des Museums besorgen wir uns noch eine Stärkung und können auch hier ein Stuhldesign ausprobieren, dass mir zunächst in der Ausstellung als unbequem erschienen war. Ich lag da aber vollkommen falsch.

Im Hof vom Designmuseum werden T-Shirts bedruckt

Im Hof vom Designmuseum werden T-Shirts bedruckt

Mit unseren Fahrrädern streifen wir noch weiter durch die Stadt und fahren schließlich wieder in Richtung Yachthafen. Da wir langsam Hunger bekommen, suchen wir uns einen Italiener in einer Seitenstraße und bekommen ein gutes italienisches Essen.

Auch Taschen werden auf Wunsch bedruckt. Es ist aber kein Holzschnitt, wie die Plakate im Museum sondern ein Gullideckel mit der Lampe als Logo des Museums - also wenn Ihr einen hübschen Gullideckel habt...

Auch Taschen werden auf Wunsch bedruckt. Es ist aber kein Holzschnitt, wie die Plakate im Museum sondern ein Gullideckel mit der Lampe als Logo des Museums – also wenn Ihr einen hübschen Gullideckel habt…

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Segeln nach Kopenhagen

Auf dem Flughafen Kastrup landen die Flugzeuge heute aufgrund des südlichen Winds auf der nord-südlichen Landebahn. Trotzdem fliegen sie dicht über uns hinweg und der Lärm ist sehr irritierend

Auf dem Flughafen Kastrup landen die Flugzeuge heute aufgrund des südlichen Winds auf der nord-südlichen Landebahn. Trotzdem fliegen sie dicht über uns hinweg und der Lärm ist sehr irritierend

Dragør ist zwar dicht an Kopenhagen dran, aber trotzdem wollen  wir weiter in die Stadt, damit wir alle Ziele mit dem Fahrrad erreichen können. Diesmal wollen wir in den Yachthafen an der alten Kalkbrennerei.

Der Rohölfrachter Skiron unter der Flagge von Kamerun hat schon bessere Zeiten gesehen.

Der Rohölfrachter Skiron unter der Flagge von Kamerun hat schon bessere Zeiten gesehen.

In der südwestlichen Zufahrt zum Øresund scheint eine große Übung abzulaufen. Auf dem AIS sieht man Feuerwehrboote, Polizei- und Marineschiffe und ein altes Feuerschiff auf engstem Raum. Auf Kanal 16 ist Ruhe, was bei einem echten Einsatz eher ungewöhnlich ist. Am Horizont kann man auch die Schiffe sehen, aber keine Anzeichen von Disstress.

Als wir nach Norden in das östliche Øresund-Fahrwasser einbiegen, kommt von dort ein großer Öltranker. Er ist leer und fährt Südkurs. Ein Blick auf den Plotter verrät, dass er das AIS-Signal ausgeschaltet hat und von außen macht er einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. Wir vermuten, dass es sich um einen Tanker der russischen Schattenflotte handelt, der als Ziel das Ölterminal vor St. Petersburg hat. Wir machen einen Eintrag in das Logbuch und machen einige Bilder von der ‚Skiron‘ als Dokumentation.

Unsere heutige Tour

Unsere heutige Tour

Der Rest der Tour ist unspektakulär, nur dass wir 2 Knt Strom mit haben und das Mellemsund Fort ziemlich schnell erreichen. Das finden wir sehr gut, da es zwischendurch immer mal wieder regnet und das Segeln nicht sehr angenehm ist.

Neuer Liegeplatz - neuer Ausblick

Neuer Liegeplatz – neuer Ausblick

Von der Marina wissen wir nicht, um welchen Standard es sich handelt. Als wir festmachen stellt sich heraus, dass es sich um einen mittleren Standard mit sehr gemischten Booten handelt. Einige sind gut in Schuss, aber einige könnten auch etwas mehr Zuwendung vertragen. Nachdem wir den Regen abgewettert haben und sich eine Pause andeutet, steigen wir auf unsere Fahrräder und erkunden den Stadtteil Østerbro.

Eine Häuserreihe in Brumleby im Stadtteil Østerbro. Brumleby wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Armensiedlung gebaut, um die hygienischen Verhältnisse nach einer Choleraepidemie zu verbessern.

Eine Häuserreihe in Brumleby im Stadtteil Østerbro. Brumleby wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Armensiedlung gebaut, um die hygienischen Verhältnisse nach einer Choleraepidemie zu verbessern.

Als sich erneut ein Regenschauer ankündigt, suchen wir uns mit Hilfe einer Passantin, die uns einen guten Tip gibt, ein asiatisches Restaurant. Wir landen im Hanzo, das man wirklich empfehlen kann.

Spielplatz in Brumleby. Die Häuser waren ursprünglich weiß gekalkt. In den 30er Jahren wurden sie gelb gekalkt. Nun sind sie unten gelb und oben weiß. Mich erinnert das an Welfenspeise.

Spielplatz in Brumleby. Die Häuser waren ursprünglich weiß gekalkt. In den 30er Jahren wurden sie gelb gekalkt. Nun sind sie unten gelb und oben weiß. Mich erinnert das an Welfenspeise.

Nach dem Essen und dem Regen kommt sogar etwas Sonne heraus und wir schauen uns noch die Brumleby, eine vorbildliche Armensiedlung aus dem 19. Jahrhundert an. Heute sind die kleinen Reihenhäuser Schmuckstücke, für deren Erhaltung in den 60er Jahren noch gekämpft werden musste und die mit Hilfe der Bewohner saniert wurden.

Auf dem Rückweg schauen wir noch nach, wie weit die Baustelle für den Tunnel zum Nordhafen gediehen ist. Wir mussten sie zwar mit dem Boot passieren, aber von Land aus sieht man mehr. Letztes Jahr haben wir sie auch schon angesehen.

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Gänsetag

Ablegen aus Rødvig

Ablegen aus Rødvig

Heute soll es weiter in Richtung Kopenhagen gehen. Für das Frühstück gibt es noch Brötchen vom Brugsen in Rødvig und dann geht es los. Die Sonne scheint so sehr, dass wir auf dicke Kleidung verzichten.

Nördlich von Rødvig gibt es auch eine Klippenküste. Sie ist zwar nicht so hoch wie die auf Møn, aber nicht weniger wichtig. Sie heißt Stevns Klint. Hier ist in den Kalkstein eine sichtbare extraterrestrische Iridumschicht eingelagert, die auf einen gewaltigen Metereoriten Einschlag hinweist. Diese Schicht gilt als Beweis für die Theorie des Aussterbens der Dinos durch einen Metereoriten Einschlag, da der Zeitraum zusammenfällt.

Alte Kirche von Højerup. Der Chor stürzte vor fast 100 Jahren in die Ostsee. Eine Betonmauer stützt nun die Kirche von unten. Darauf befindet sich ein kleiner Balkon den man von der Kirche aus betreten kann.

Alte Kirche von Højerup. Der Chor stürzte vor fast 100 Jahren in die Ostsee. Eine Betonmauer stützt nun die Kirche von unten. Darauf befindet sich ein kleiner Balkon den man von der Kirche aus betreten kann.

Über der Klippe steht eine Kirche direkt am Rand. Der Raum hinter dem Altar ist in der Vergangenheit abgestürzt. Den Rest der Klippe hat man unterhalb abgestützt, so dass die Kirche immer noch steht und zugänglich ist.

Große Schwärme von Gänsen überholen uns heute auf dem Weg nach Norden

Große Schwärme von Gänsen überholen uns heute auf dem Weg nach Norden

 

 

 

 

Während wir weiter Richtung Norden segeln, ziehen viele Gänse an uns vorbei nach Schweden. Wir müssen an die Geschichten von Nils Holgersson denken, dem als Kinderbuch verpackten Heimatkundebuch für schwedische Kinder, in dem neben Nils Holgersson ein Schwarm Wildgänse die Hauptrolle spielen. Sie kehren im Frühling zurück nach Schweden, so wie diese Gänse hier anscheinend auch gerade.

Neuer Liegeplatz - neuer Ausblick

Neuer Liegeplatz – neuer Ausblick

 

 

 

Als wir in Dragør auf dem gleichen Platz wie im letzten Jahr festgemacht haben, gehen wir erst einmal zu der Eisdiele am Hafen, wo die Waffeln noch von Hand gemacht werden. Leider können wir hier nicht per Karte (das Terminal ist defekt) bzw. Mobilpay (funktioniert nur mit dänischem Bankkonto) bezahlen und müssen uns erst einmal einen Kilometer entfernt im Supermarkt Bargeld besorgen. Wir hätten zwar mit Euro bezahlen können, aber ohne Wechselgeld und 50 Euro waren uns für 4 Kugeln Eis definitiv zu viel.

Danach betrachten das Treiben im Hafen. Vor der Mole trainiert der örtliche Paddelverein das Wiedereinsteigen ins Boot auf See und die Segler machen sich bereit für ihre Dienstagsregatta.

Blick über den Öresund vor dem Start einer abendlichen Tour mit den Fahrrädern

Blick über den Öresund vor dem Start einer abendlichen Tour mit den Fahrrädern

Wir schwingen uns auf unsere Räder und statten dem Gänsesyndikat in der Nähe der Strandbadeanstalt einen Besuch ab. Danach radeln wir noch etwas die Küste Richtung Süden entlang.

 

 

 

 

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Mønsklint in der Frühsonne

Annäherung an Mønsklint

Annäherung an Mønsklint

Der Wetterbericht sagt für den Nachmittag auffrischenden Wind aus OSO vorher. Deshalb haben wir den Wecker gestellt, um möglichst früh den Hafen zu verlassen. Brötchen kann man derzeit nicht kaufen, so gibt es heute Müsli mit Hafertrunk.

Eine langgestreckte Wolke zieht von den Klippen hinaus auf die See

Eine langgestreckte Wolke zieht von den Klippen hinaus auf die See

Vor den Kreidefelsen von Mønsklint erwartet uns ein tolles Schauspiel. Der Himmel ist weitgehend wolkenlos und die Morgensonne scheint auf die weißen Kreidefelsen. Wir segeln mit 6-7 Knt an der Küste entlang. Aber dann ist plötzlich der Wind weg und wir schaukeln in der alten See.

Ursache ist wohl eine Wolke, die wir auch vorher schon gesehen haben. Hier scheint die Luft senkrecht nach oben zu steigen, wodurch wir natürlich keinen Wind haben. Es bleibt uns nichts anderes übrig als kurz den Motor zu starten und aus dem Einzugsbereich der Wolke herauszufahren. Danach geht es wieder weiter.

Die Klippen aus der Nähe

Die Klippen aus der Nähe

Als wir uns Rødvig nähern, geht der Wind immer mehr schlafen und dreht auf Ost. Die alte See macht uns zu schaffen, da der Wind nun aus einer anderen Richtung kommt und doch eigentlich auffrischen sollte.

Als wir Mønsklint hinter uns lassen, hat die Wolke die Klippen in Dunst gehüllt

Als wir Mønsklint hinter uns lassen, hat die Wolke die Klippen in Dunst gehüllt

Gegen  14:00 Uhr laufen wir nach Rødvig ein und machen vorne an der Pier im Sportboothafen fest. Nach einiger Zeit legt der Wind dann tatsächlich zu und wir genießen es im Windschatten mit einem Eis in der Sonne zu sitzen. Hier im Ort kann man in einem Dagli‘ Brugsen tatsächlich einkaufen, was wir gerne nutzen.

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