Segeln wie auf der Schlei

Blick zurück auf das Stahlwalzwerk in Frederiksvaerk

Blick zurück auf das Stahlwalzwerk in Frederiksvaerk

Wir verlassen Frederiksvaerk kurz nach 10:00 Uhr. Heute ist es  wieder nur eine kurze Tour. Es weht ein mäßiger Wind aus westlicher Richtung und es geht gemütlich voran. Das Revier erinnert stark an die Schlei oder an die Flensburger Förde.

Eine Ruine sagt die Seekarte zu dieser etwas unmotiviert in das Wasser ragenden Mole. Den Eiderenten und Kormoranen ist das egal.

Eine Ruine sagt die Seekarte zu dieser etwas unmotiviert in das Wasser ragenden Mole. Den Eiderenten und Kormoranen ist das egal.

Vor der  Klappbrücke von Frederikssund, der Kronprins Frederik Bro, müssen wir 45 Minuten warten, da wir die Öffnung von 12:30 Uhr um eine viertel Stunde verpassen. Das macht aber nichts, da es einen Wartesteg gibt, an dem wir für diese Zeit festmachen können. Danach laufen wir in den südlichen Yachthafen von Frederikssund ein.

Mit den Rädern fahren wir wieder in die Stadt. Wir kommen an dem Gelände vorbei, auf dem seit 1952 jedes Jahr ein Wickingerfestival mit nachgebauten Häusern, Buden und einem Schauspiel stattfindet. Dieses Jahr ist „Skjold – Søn af Odin“ das Thema. Leider geht es erst im Juni los.

Plakat für das diesjährige Festspiel

Plakat für das diesjährige Festspiel

Frederikssund ist deutlich größer als Hundested und Frederiksvaerg. In der Innenstadt gibt es jede Menge Geschäfte. Aber auch hier scheint die Saison erst so richtig im Juni zu beginnen. Das zeigt sich auch im Yachthafen. Viele Boote stehen noch an Land bzw. haben noch keinen Mast gestellt.

Gegen Abend kommt Starkwind auf

Gegen Abend kommt Starkwind auf

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Weiter geht es in den Roskildefjord hinein

Kinder angeln Krebse im Hafen von Hundested, um sie anschließend um die Wette zurück ins Wasser krabbeln zu lassen.

Kinder angeln Krebse im Hafen von Hundested, um sie anschließend um die Wette zurück ins Wasser krabbeln zu lassen.

Da es sich nur um eine sehr kurze Tour handelt, lassen wir es heute morgen ganz ruhig angehen. Zum Frühstück gibt es heute keine Brötchen vom Bäcker, da diese uns gestern nicht so gefallen haben. Stattdessen gehen wir in die Backwarenabteilung des Supermarktes ‚365‘. Die Brötchen von dort stellen sich als erstaunlich gut heraus.

Da gestern bereits alle Kunsthandwerksläden geschlossen hatte, starten wir nach dem Frühstück zu einem Einkaufsbummel durch die Läden am Hafen. Am „Wasserlabor“ für die Kinder  ist bereits ordentlich Betrieb und die Krebse müssen auf der Hut sein. 

Zwei "Wikingerschiffe" aus Glas und Holz gefertigt in Hundested.

Zwei „Wikingerschiffe“ aus Glas und Holz gefertigt in Hundested.

Das Highlight ist ganz klar die Glasbläserei. Neben den üblichen Gläsern und Vasen gibt es hier auch Lampenschirme und Wikingerschiffe, die toll aussehen. Allerdings muss für diese Stücke die Hausratversicherungssumme erhöht werden. Selbst die Kleinen kommen auf etwa 3000€.

Wikingerboote waren wohl die Inspiration für dieses Kunstwerk aus Glas und Holz, welches in der Glasbläserei in Hundested hergestellt wurde

Wikingerboote waren wohl die Inspiration für dieses Kunstwerk aus Glas und Holz, welches in der Glasbläserei in Hundested hergestellt wurde

 

Wir laufen bei WSW 4-5 aus und setzen vor dem Hafen nur die Genua 2. Mit 6 Knt Fahrt geht es gegen 2 Knoten Strom gegenan, der durch das enge Fahrwasser des Isefjord Ausgangs strömt. Dann biegen wir in den Roskildefjord ab.

Der Hafen von Frederiksværk liegt neben dem Kanal, der den Arresø zum Roskilde Fjord entwässert

Der Hafen von Frederiksværk liegt neben dem Kanal, der den Arresø zum Roskilde Fjord entwässert

 

 

 

Bereits nach zwei Stunden sind wir in Frederiksvaerk. Der Yachthafen liegt deutlich von der Stadt entfernt neben dem Stahlwalzwerk, das die Silhouette vom Fjord aus beherrscht. Vom Hafen fahren wir mit den Rädern zur Stadt. Das Museum für Industrie und Pulverwerk in Frederiksvaek, das wir uns gerne ansehen wollen, ist leider noch bis Ende Mai geschlossen. Auch die Eisdiele ist zu (Montag).

Der Kanal, der den Arresø mit dem Roskilde Fjord verbindet, wurde von 1717 bis 1719 gebaut, um Überschwemmungen zu verhindern.

Der Kanal, der den Arresø mit dem Roskilde Fjord verbindet, wurde von 1717 bis 1719 gebaut, um Überschwemmungen zu verhindern.

Also geht es weiter am Verbindungskanal zum Arresø, einem Süßwassersee durch den Wald. Dieser Kanal hat bereits im 18. Jahrhundert das Pulverwerk und später die andere Industrie per Wasserkraft mit Energie versorgt.

Auf dem Weg zurück an Bord stolpern wir noch über das Hinweisschild zur ‚Dronning Slot Ruine’. Wir finden zwar den Parkplatz, aber die Ruine können wir nicht finden. Macht nichts, wir hatten heute bereits genug Programm und es geht zurück zum Hafen.

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Hafentag in Hundested

Heute bleiben wir in Hundested. Wir genießen die Sonne, aber für ein Frühstück im Cockpit ist es zu windig und zu kalt. Danach packen wir die Räder aus und erkunden die Gegend um Hundested. Nördlich liegt eine Steilküste mit dem Leuchtfeuer Spodsbjerg. Direkt daneben hatte der dänische Polarforscher Knud Rasmussen, der auf Grönland aufgewachsen ist, zusammen mit seiner Frau Dagmar ihr Haus.

Wir statten dem Haus einen Besuch ab. Schon beim Eintritt in das Haus bekommen wir gleich ein Gefühl der Geborgenheit und möchten eigentlich gar nicht wieder weg. Dieser Eindruck verstärkt sich noch im ersten Stock, wo eine kleine Bibliothek und ein Wohn-/Schlafzimmer mit Blick auf das Kattegat ist. Mit seinen Schrägen und offenem Balkenwerk erinnert es uns stark an das Innere eines Schiffes.

Direkt am Leuchtturm werden wir zu einem Galeriebesuch im Leuchtturmwärterhaus eingeladen. Hier stellt eine Künstlerin ihre Bronzeskulpturen von Tieren aus, deren Positivmodelle sie direkt im Zoo von den Tieren anfertigt. Ein Video, das man sich anschauen kann, zeigt sie bei ihrer Arbeit. Wir erstehen als Andenken eine kleine Bronzespinne, die ihren Platz bei uns zu Hause mit den anderen Metallskulpturen bekommen soll.

Fachwerkhaus in Kikhavn

Fachwerkhaus in Kikhavn

Wir radeln weiter an der Küste entlang und biegen dann in Kikhavn in Richtung „Tothaven“ ab.

Hier hat eine Familie auf einem alten Hof das Thema „Bauernhof zum Anfassen“ perfektioniert. Auf dem ganzen Gelände wuseln Kinder und deren Eltern hin und her. Die Tiere haben in ihren Gehegen viel Platz und können sich der übermäßigen Zuneigung der Kinder auch durchaus entziehen. Daneben gibt es viele Mitarbeiter, die die Kinder anleiten, wie man sich einer Ziege, einem Schwein, Esel oder Kleintier richtig nähert. Zentraler Ort ist ein Café, wo die Erwachsen sich von dem Gewusel zurückziehen können. Da die Nachfrage groß ist, müssen Kinder angemeldet werden. Klar war der Pfingstsonntag ausgebucht. Wir als Erwachsene dürfen aber trotzdem hinein und das Café besuchen, um uns mit selbstgebackenem Rhabarberkuchen mit Erdbeerkompott und Ziegenmilcheiscreme zu stärken

In Hundested sind die alten Hütten und Hallen der Fischer umgebaut zu Restaurants und Läden mit viel Kunsthandwerk, so dass eine sehr lebendige Atmosphäre entstanden ist.

In Hundested sind die alten Hütten und Hallen der Fischer umgebaut zu Restaurants und Läden mit viel Kunsthandwerk, so dass eine sehr lebendige Atmosphäre entstanden ist.

Zurück im Hafen, wollen wir eigentlich noch einen Blick in die Kunsthandwerksläden werfen, aber die haben alle schon geschlossen. Morgen ist auch noch ein Tag.

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang an der Nordmole von Hundested

Sonnenuntergang an der Nordmole von Hundested

Nach einem guten Essen im „Knud“ am Hafen genießen wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang auf der Nordmole.

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Westnordwest-Wind droht

Der Wetterbericht sagt in zwei Tagen westnordwestliche Luftströmungen von nicht unerheblicher Stärke voraus. Deshalb wollen wir noch die südlichen Winde ausnutzen, auch wenn für Nachmittags SW vorhergesagt ist.

Wir stellen den Wecker auf 6:00 Uhr morgens und verlassen ohne Frühstück bereits gegen 7:30 Uhr den Hafen. Die Sicht ist nicht gut und im Dunst läuft ein Kreuzfahrtschiff und eine Fähre von Norden kommend in den Öresund.

Anfangs kommt der Wind aus SSO3, also achterlich und wir segeln mit ausgebaumter Genua 2 und ungerefftem Großsegel gemütlich die Küste entlang. Dabei gibt es ein Frühstück auf See.

Bereits um 10:00 Uhr haben wir Gilleleje erreicht, das wir eigentlich zunächst angepeilt hatten. Der Wind hat zwar mittlerweile auf SW4 gedreht und etwas aufgefrischt, aber wir entscheiden uns mit gerefftem Großsegel an der Küste entlang zu kreuzen. Es hat sich kaum Seegang aufgebaut, trotzdem verliere ich beim Übergang von der Kajüte in das Cockpit etwas das Gleichgewicht und falle gegen die Begrenzungsleiste des Steuerbord-Schwalbennests. Dieser Belastung ist die Leiste leider nicht gewachsen. Das müssen wir erst einmal leimen und dann später gegen eine Neue austauschen.

Gegen 15:00 Uhr haben wir die Einfahrt nach Hundested erreicht und werden dort vor dem Hafen von einem Schweinswal begrüßt, der in der auslaufenden Strömung des Isefjords nach Fischen jagt.

Der Hafen von Hundested ist am Pfingstsamstag natürlich voll, aber wir finden noch eine grüne Box. Am Hafen ist viel Betrieb in den Cafés, Restaurants und Kunsthandwerksläden. Die Tourismussaison hat hier offensichtlich bereits begonnen.

Wir besorgen auf dem Weg zum Hafenautomaten, Hafenmeister gibt es hier nicht mehr, zwei gerade Holzstücke, um die Leiste beim Kleben schienen zu können. Auch die Rutscher der Genua-Schiene haben nach etwas Zuneigung und Öl gefragt. Also wird geleimt und geölt.

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Waschtag in Helsingör

Tschüß Kopenhagen!

Tschüß Kopenhagen!

Da für den Nachmittag ein Dreher auf nördliche Winde vorhergesagt ist, haben wir uns einmal wieder den Wecker gestellt und verlassen gegen 9:00 Uhr die Marina in Kopenhagen.

Die Ausfahrt aus dem Kalkbraenneriehavn führt wieder durch die enge Durchfahrt der Tunnelbaustelle für den Nordhafen.

Die Ausfahrt aus dem Kalkbraenneriehavn führt wieder durch die enge Durchfahrt der Tunnelbaustelle für den Nordhafen.

Anfänglich kommt der Wind eher westlich mit 4 Bft. Deshalb setzen wir wieder das volle Großsegel und die mittlere Genua. Nach einiger Zeit dreht der Wind auf NW 4 Bft und wir ziehen es vor, ein Reff einzubinden, da wir nun etwas höher an den Wind müssen und vor dem Ufer des Öresunds einige Fallböen zu bemerken sind.

Eine Zeitlang liefern wir uns eine Wettfahrt mit einer Brigg - unter Motor....

Eine Zeitlang liefern wir uns eine Wettfahrt mit einer Brigg – unter Motor….

Obwohl eigentlich trockenes Wetter angesagt war, fängt es dann doch an leicht zu nieseln. Danach flaut der Wind wieder ab und wir reffen wieder aus. Da es eine relativ kurze Strecke ist und wir vergleichsweise früh ausgelaufen sind, sind wir bereits Mittags in Helsingör. Wir benutzen den Nachmittag zum Waschen unserer dreckigen Wäsche und dem Austausch der ausgeleierten Gummies an den Backstagen und an den Schienen für die Fockholepunkte, nachdem wir beim hiesigen Yachtausrüster neue Gummies kaufen konnten.

Wir segeln dicht am Schloss Kronborg vorbei, um außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets zu bleiben.

Wir segeln dicht am Schloss Kronborg vorbei, um außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets zu bleiben.

Danach machen wir einen Strandspaziergang zum Marienlyst Strand. Auf dem Rückweg, der uns am Wald und an der Bahnstrecke entlang führt, landen wir beim Lustschloss Marienlyst mit seinem barocken Garten. Es wurde gebaut, weil das Schloss Kronborg eher eine Burg ist und keinen Platz für einen schönen Garten, der jedoch in der Renaissance Mode wurde. Also baute man noch ein Schloss mit dazu passendem Garten auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters.

Langsam bekommen wir Hunger und begeben uns zur Streetfood-Halle auf dem alten Werft-Gelände. Diese haben wir noch in guter Erinnerung von der letztjährigen Tour.

Mittlerweile ist der bedeckte Himmel strahlendem Sonnenschein gewichen und der Tag verabschiedet sich mit einem starken Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Öresund

Sonnenuntergang am Öresund

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