Möglichst weit nach Westen, die Tiefs kommen!

Wir stehen heute früh auf und verlassen den Hafen gegen 7:30. Bei frischen Wind aus Süd geht es mit 6 Knt Fahrt vor dem Wind mit vollem Großsegel und Genua II erst einmal Richtung Norden, da in dem Dreieck zwischen Isefjord, etwas nördlich von Hesselø und Sjelandsodde Schießübungen angekündigt sind. Bei Hesselø begegnen wir dem Großsegler ‚Roald Amundsen‘, der das Sperrgebiet ignoriert und Richtung Westen läuft. Offensichtlich stört es niemanden, da wir per Funk nichts hören. Wir halten uns aber an die Vorgaben und laufen bis zur Spitze des Sperrgebietes. 

Das wir gleich feucht

Das wir gleich feucht

Dort machen wir eine Halse und laufen Richtung Westen nach Grenå. Der Wind hatte zunächst etwas abgenommen, kommt aber in einer Sprühregenfront wieder. Wir reffen und machen wieder gut 7 knt Fahrt. Immerhin legen wir bis 15:00 Uhr eine Strecke von 47 sm zurück. Im Hafen von Grenå sind jede Menge Plätze frei und auch die angrenzende Gastronomie ist noch im Winterschlaf.

Für morgen ist Südwind mit Böen von 7 Bft angesagt. Das heißt wohl eher ein Hafentag. Mal sehen, wie es Freitag weitergeht.

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Zurück nach Hundested

Für Petra ist die Segeltour dieses Jahr leider beendet, da sie nicht unbegrenzt Urlaub hat. Sie steigt um 10:00 Uhr aus und hilft uns noch beim Ablegen.

Brücke öffnet planmäßig um 10:30 Uhr

Brücke öffnet planmäßig um 10:30 Uhr

Clemens und ich fahren vor die Klappbrücke, die wie geplant 10:30 Uhr öffnet und uns passieren läßt. Hinter der Brücke rollen wir die Genua II aus, was für heute gut passt. Wir wollen nur bis Hundested. Der Roskilde-Fjord ist hier eine gute Navigationsübung für Clemens. Vor Frederiksværk müssen wir über ein Flachgebiet um die Tiefwasser Rinne aus dem Fjord heraus zu erreichen. Es klappt alles hervorragend und der Südwind schiebt uns aus dem Fjord.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Hundested und machen auf dem gleichen Platz wie vor knapp einer Woche fest. Den Rest des Tages verbringen wir mit Brot backen, einkaufen, Essen gehen im Restaurant Knut direkt am Hafen und Törnplanung.

Als wir es uns an Bord wieder gemütlich machen, checken wir noch einmal die Wettervorhersagen und die Nachrichten für die dänischen Seegebiete. Eigentlich hatten wir wegen der Schießübungen vor Sjelandsodde gedacht noch einen Zwischenstopp auf Anholt einzulegen und dann Århus als nächsten Crew-Wechsel anzustreben. Aber die nächste Woche ist mit SW- und W-Wind zu rechnen. Das wäre genau die Richtung von Anholt nach Grenå. Wir machen also wegen des Wetters eine Änderung in Zeit- und Törnplanung. Nun soll es um das Schießgebiet herum möglichst weit nach Westen und dann nach Süden nach Vejle gehen.

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Lorrikeet hoch und trocken

Heute soll es wieder los gehen. Wir verlassen den Hafen bei leichtem Wind aus NW und kreuzen über die kleine Breite vor Roskilde. Selbst bei diesem leichten Wind erreicht Lorrikeet bei glattem Wasser gute Fahrt. Einen Kreuzschlag machen wir zu dicht unter Land und übersehen, dass dort vorgelagert eine langgezogene Untiefe ist. Wir wenden leider von hinten mit 4 Knt Fahrt auf diese Untiefe und man merkt sofort, dass sich Lorrikeet bereits etwas hochgeschoben hat. Erstaunlicherweise hat das Echolot keinen Tiefenalarm ausgelöst.

Mit unseren eigenen Befreiungsversuchen haben wir leider keinen Erfolg und rufen per Funk um Unterstützung. Lyngby Radio meldet sich sofort und erklärt uns, dass das nächste Strandrettungsboot am Ausgang des Roskilde Fjords in Lynette liegt. Höchstwahrscheinlich würde es einige Zeit dauern, bis dieses bei uns ist. Wir willigen trotzdem ein dieses zu alarmieren und wissen, dass dies nicht kostenfrei sein wird. Jetzt heißt es warten.

Während der Wartezeit versuchen wir andere Boote auf uns aufmerksam zu machen, aber diese fahren im entfernten Fahrwasser ohne Reaktion vorbei. Nach fast 2 Stunden prescht das Strandrettungsboot des DSRS aus Lynaes heran.

Wir haben alles für das Manöver vorbereitet und eine lange Leine mit dem Spinakerfall verbunden, um Lorrikeet damit zu krängen. Sie braucht ganz schön viel Krängung, um über die Untiefe wieder ins Tiefe zu kommen und rumpelt über etliche Steine. Das bedeutet Schrammen am Kiel und einige Arbeit im Winter.

Unter Motor geht es bei null Wind weiter bis nach Frederikssund. Wir laufen wieder in den Yachthafen neben dem Wikinger Festivalgelände. Von hieraus erkunden wir den Weg bis zum S-Bahnhof nach Kopenhagen, da Petra morgen zurück nach Hause starten will. Der Weg stellt sich als schöner Spaziergang durchs Grüne heraus.

Am Alten Hafen genehmigen wir uns auf diesen aufregenden Tag noch alle ein Eis.

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Übung macht den Meister

Wie jedes Crewmitglied, das noch nie an Bord von Lorrikeet war, bekommt Clemens eine ausführliche Boots- und Sicherheitseinweisung. Danach verlassen wir mit Lorrikeet den Hafen, um ihn auf einem kleinen Trainingstörn in die Manöver und die Besonderheiten des Riggs einzuweisen. Das Aufkreuzen und Halsen mit einem Boot mit Backstagen ist doch anspruchsvoller als auf anderen Booten. Auf der kleinen und großen Breite vor Roskilde setzen wir Segel um den Manöverablauf zu trainieren.

Gegen 15:00 laufen wir wieder ein und machen auf dem alten Platz fest. Sollte eigentlich früh genug sein, um einen erneuter Versuch den Dom zu besuchen zu unternehmen. Auf dem Weg dahin juxen schon, dass man uns sagen wird, dass der Dom bereits um 16:00 Uhr schließt und tatsächlich will man uns um 15:57 nicht mehr einlassen.

Petra rutscht noch rein, macht einige Bilder und ich fange zur Ablenkung eine ausladende Diskussion über die Differenz zwischen 15:57 und 16:00 an. Den Abend verbringen wir gemütlich an Bord.

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Wir erwarten ein neues Crewmitglied

Nach dem Frühstück wird unter Deck erst einmal aufgeräumt, damit Clemens Platz in der Achterschiff-Koje bekommt. Danach erweitern wir unsere Brot und Kuchen Bestände mit Dinkelprodukten und begeben uns nach dem Mittag in die Stadt zu einem erneuten Versuch den Dom zu besuchen.

Wieder ist er geschlossen, diesmal wegen etlichen Hochzeiten. Also gibt es wieder das Surround Musikfestival als Alternative.

Rechtzeitig gehen wir zum Bahnhof und picken Clemens auf. Wir bringen ihn und seine Sachen an Bord und haben einen netten Abend in einem Restaurant am Hafen.

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