Heute richtiges Sauwetter!

Sieht er nicht gut aus, der frische Kuchenteig? Das wird wieder ein leckerer Kuchen

Sieht er nicht gut aus, der frische Kuchenteig? Das wird wieder ein leckerer Kuchen

Wir wachen auf und hören schon die Regentropfen auf dem Deck. Das sieht nach einem weiteren Hafentag aus. In einer kurzen Regenpause sprinten wir zum Waschraum, aber zum Auslaufen haben wir wirklich keine Lust.

Wir laufen den Strand entlang zum Kaufmann während schon der nächste Regen heraufzieht

Wir laufen den Strand entlang zum Kaufmann während schon der nächste Regen heraufzieht

Wir verkriechen uns unter Deck und lesen. Am frühen Nachmittag gibt es wieder eine Regenpause, die wir zu einem gemeinsamen Gang zum ‚Min Købman‘ nutzen. Es fehlen noch einige Sachen in unseren Vorräten und für den Blumenkohl, den es heute geben soll, können auch noch einige Zutaten gut tun. 

Optimist mit halbem Segel für Anfänger

Optimist mit halbem Segel für Anfänger

Die Jugendgruppe des Segelvereins von Snekkersten kann das Wetter aber nicht vom Segeln abhalten. Bei Nieselregen und Schauerböen gehen sie hinaus aufs Wasser und trainieren. Selbst die Anfänger bekommen einfach ein kleineres Segel auf ihren Optimisten und gehen unter Begleitung von Trainern hinaus. Neben den moderneren Booten können wir auch die alten Fischerboote segeln sehen.

Die Jugendgruppe von Snekkersten beim Training

Die Jugendgruppe von Snekkersten beim Training

An der Hafenmole befindet sich auch noch eine Badestelle, wo uns schon die letzten Tage ein Aushang der örtlichen Schwimmgemeinschaft aufgefallen ist. Hier wird kräftig für das Langstreckenschwimmen trainiert und heute trifft sich eine ganze Gruppe. Der Regen stört ja nicht, im Wasser wird man sowieso nass.

Ein altes segelndes Fischerboot aus Snekkersten

Ein altes segelndes Fischerboot aus Snekkersten

Hier wird für die Langstrecke trainiert im Öresund

Hier wird für die Langstrecke trainiert im Öresund

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Putz- und Flicktag in Snekkersten

Jeder hat hier am Öresund seinen privaten Badesteg. Ob diese Stege zu den Häuser auf der anderen Seite der Uferstraße gehören, wissen wir allerdings nicht

Jeder hat hier am Öresund seinen privaten Badesteg. Ob diese Stege zu den Häuser auf der anderen Seite der Uferstraße gehören, wissen wir allerdings nicht

Heute bläst es, wie angesagt, sehr kräftig aus Nordwest. Unseren ursprünglichen Plan, noch nach Roskilde zu segeln, können wir so nicht umsetzen. Wir bleiben im Schutz des Hochufers von Snekkersten und freuen uns über die ruhige Lage hier. Ansonsten ist es trocken und gelegentlich auch sonnig. Da unsere Brotbestände nur noch gering sind, mache ich mich vor dem Frühstück auf dem Weg zu einem kleinen Supermarkt, eine Filiale der Kette „Min Købmand“, die an unserem ersten Abend hier von allen sehr gelobt wurde, weil sie auf wenig Platz alles hätten und dazu noch der älteste Supermarkt Dänemarks wären. Ob sie damit die Filiale oder die Kette meinten, weiß ich nicht.

Oft gehören auch kleine Hütten, Terrassen oder wie hier auch ein privater Strand zu den Badestegen

Oft gehören auch kleine Hütten, Terrassen oder wie hier auch ein privater Strand zu den Badestegen

Auf jeden Fall passte die Beschreibung sehr gut. Das Gebäude ist ganz offensichtlich schon recht alt und alle Waren sind sehr kunstvoll gestapelt. Es gibt kaum eine Delikatesse, die es hier nicht gibt. Das einzige Problem ist, nichts umzuschmeißen, wenn man etwas aus den Regalen nimmt. Brötchen sind leider mal wieder ausverkauft, aber mich lacht ein frisches Brot mit vielen Körnern an. So etwas hat hier an Bord niemand die letzten Wochen gesehen. Wir genießen das Frühstück im Cockpit unter dem Schutz der Kuchenbude. Das Brot ist so lecker, wie es aussieht.

Ein alter Kilometerstein an der Straße - noch 3 Kilometer bis Helsingør

Ein alter Kilometerstein an der Straße – noch 3 Kilometer bis Helsingør

Danach machen wir uns an die Arbeit: Lümmelbeschlag (ja, der heißt wirklich so und ich kann mir auch vorstellen warum…) ölen, Cockpitboden säubern, gebrochene Latte eines Grätings mit etwas Holz aus dem Hafen schienen, Diesel nachtanken, Herdplatte putzen und unseren Landstromanschluss auseinander bauen. Wir haben nämlich schon wieder Stromausfall und befürchten, es könnte an uns liegen und nicht an der Elektroinstallation des Hafens – Treffer! Der Stecker ist innen drin klitschnass…

Gedenkstein für Henry Christian Thomsen. Er war während des zweiten Weltkriegs Eigentümer des Wirtshauses von Snekkersten und organisierte die Flüchtlingstransporte über den Öresund nach Schweden. Nach seiner Verhaftung kam er Ende 1944 in Neuengamme ums Leben

Gedenkstein für Henry Christian Thomsen. Er war während des zweiten Weltkriegs Eigentümer des Wirtshauses von Snekkersten und organisierte die Flüchtlingstransporte über den Öresund nach Schweden. Nach seiner Verhaftung kam er Ende 1944 in Neuengamme ums Leben

Zur Belohnung essen wir unseren letzten Kuchen und trinken Tee und jetzt? Nochmal in die Stadt ohne Biermarsch, lautet der Beschluss. Wir nehmen die gleiche Route. Leider gibt es keinen Weg am Strand entlang, weil der hier komplett überbaut ist und ganz offensichtlich Privateigentum ist. Also laufen wir die 4 km die Straße entlang.

Haus am Rande der Altstadt von Helsingør

Haus am Rande der Altstadt von Helsingør

Angekommen in Helsingør, biegen wir diesmal in die Altstadt ab. Im Gegensatz zu Malmö haben hier die Geschäfte am Feiertag geschlossen. Aber eine kleine Eisdiele, die damit wirbt, dass Prinz, sorry König Charles auch schon da war, hat geöffnet und wir stärken uns erst einmal mit der Spezialität der Woche: süße Zitrone mit weißer Schokolade – hmmmh!

Kommt Euch die Form vertraut vor? Kein Wunder, wir haben ein Schwesterschiff von Lorrikeet im Yachthafen von Helsingør entdeckt :-)

Kommt Euch die Form vertraut vor? Kein Wunder, wir haben ein Schwesterschiff von Lorrikeet im Yachthafen von Helsingør entdeckt 🙂

Unser nächstes Ziel ist der Yachthafen. Man bereitet sich offensichtlich auf die Regatta vor, die Donnerstag starten soll. Plakate und Flaggen sind schon angebracht und ein großes Zelt steht auch schon, aber sonst ist noch nicht viel los. Nur Liegeplätze sind in der Tat keine mehr frei. Das ist kein Wunder bei ca. 150 Teilnehmern. Wir freuen uns noch einmal, dass wir in Snekkersten geblieben sind, denn hier fegt der Wind ziemlich ungebremst über den Hafen.

Street Food Markt in einer ehemalige Werfthalle in Helsingør

Street Food Markt in einer ehemalige Werfthalle in Helsingør

Wir laufen zurück zur ehemaligen Werft neben dem Schloss Kronsborg. Nicht nur Museen und ein Veranstaltungszentrum sind in den alten Werfthallen untergebracht, sondern auch ein Street Food Markt. Den wollen wir ausprobieren und werden nicht enttäuscht. An ungefähr einem dutzend Ständen lässt sich Essen aus verschiedenen Ländern der Welt kaufen. In der Mitte ist eine zentrale Bar. Zum Essen lässt man sich auf Sofas oder Stühlen nieder. Es gibt viel Platz und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Nun sind wir gestärkt für den Rückweg.

Ehemalige Fischerboote im Hafen von Snekkersten

Ehemalige Fischerboote im Hafen von Snekkersten

 

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Museumsbesuch in Helsingør

Eingang zum neuen Schifffahrtsmuseum im ehemaligen Trockendock

Eingang zum neuen Schifffahrtsmuseum im ehemaligen Trockendock

Heute haben wir Besuch von einem ehemaligen Kollegen von Petra. Mit ihm wollen wir etwas unternehmen. Segeln ist heute bei Regen und kaum Wind nicht so angesagt. Also soll es mit ihm in das Museum gehen.

Besonders imponiert mir der 150 Jahre alte Schiffszwieback! Zum Reinbeißen - oder?

Besonders imponiert mir der 150 Jahre alte Schiffszwieback! Zum Reinbeißen – oder?

Von Snekkersten sind es gerade einmal 4,5 km bis zum Museum und zu Schloss Kronborg. Allerdings sind wir gestern gewarnt worden, dass heute eine Horde junger Leute einen Marsch, jeweils bewaffnet mit einer Kiste Bier pro zwei Personen, machen werden. Am Endes des Marsches soll der Kasten von den Beiden gelenzt sein.

– Nun ja –

Eine alte Walfänger Harpune

Eine alte Walfänger Harpune

Wir nehmen also sein Auto und umfahren das Chaos, das gegen Mittag in Snekkersten beginnen soll. Am Museum, wo der Marsch enden soll, ist noch nicht viel zu sehen, aber es werden bereits Stände aufgebaut. Das scheint tatsächlich eine größere Aktion zu sein.

Schiffsmodelle mal anders

Schiffsmodelle mal anders

Das M/S Maritime Museum ist rund um das alte Trockendock einer stillgelegten Werft gebaut, die derzeit zu einem Kulturzentrum umgebaut wird. In dem Museum gibt es natürlich noch eine feste Ausstellung über die Entwicklung der Schifffahrt vornehmlich in Dänemark. Sehr interessant ist auch der Teil mit den Schiffsmodellen.

Im Innenhof von Schloss Kronsborg

Im Innenhof von Schloss Kronsborg

Die Fotoausstellung über die betauchten Wracks enthält wunderbare großformatige Fotografien, die den Eindruck aufkommen lassen, selbst dabei zu sein. Die Taucher haben eine großartige Leistung vollbracht. Zu der Ausstellung gibt es noch einen tollen Fotoband auf Englisch.

Blick vom Schloss auf die Festungsanlagen. Im Hintergrund überquert gerade eine elektrische Fähre den Öresund

Blick vom Schloss auf die Festungsanlagen. Im Hintergrund überquert gerade eine elektrische Fähre den Öresund

Unser Besuch muss uns leider schon verlassen, da er sich noch um seine Familie kümmern möchte. Nach dem Besuch im Museum gehen wir noch zum Schloss Kronborg. Die Ankunft der wilden Horden aus Snekkersten ist nun in vollem Gange. Wir machen einen Bogen um den Ankunftsplatz.

Der Festsaal im Schloss. Wenn der Hofstaat nicht vor Ort weilte, diente er als Möbellager

Der Festsaal im Schloss. Wenn der Hofstaat nicht vor Ort weilte, diente er als Möbellager

Der Bau der Festung wurde Anfang des 15. Jahrhunders von König Erik von Pommern veranlasst. Zusammen mit der Festung in Helsingborg diente es der Kontrolle des Öresunds und der Eintreibung von Zoll für die Passierung des Sunds. Das eigentliche Schloss wurde erst später erbaut, brannnte zwischenzeitlich ab und wurde wieder neu gebaut. Lange Zeit diente es als Kaserne und dann fast 100 Jahre lang als Schifffahrtsmuseum. Mittlerweile hat man es mit gesammelten Möbelstücken aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet und einiges über das Leben am Hof auf einigen Wandtafeln beschrieben. Eine besondere Rolle nimmt dabei Frederik V ein, über den kräftig gelästert wird. Er war wohl intellektuell seiner Rolle nicht gewachsen und überließ die Politik der dänischen Regierung, aber als König sehr beliebt.

Königin Margrete I von Dänemark, Schweden und Norwegen ist die Großtante von Erik von Pommern. Sie war eine der  wichtigsten Regenten im Mittelalter.

Königin Margrete I von Dänemark, Schweden und Norwegen ist die Großtante von Erik von Pommern. Sie war eine der wichtigsten Regenten im Mittelalter.

Shakespeares Hamlet spielt unter anderem auf Schloss Kronsborg, welches im Stück Elsinore genannt wird. Elsinore ist der englische Name für Helsingør. Der Sage Hamlet waren wir übrigens schon letztes Jahr im Limfjord begegnet.

Gebäude in der Festung Kronsborg

Gebäude in der Festung Kronsborg

Den Weg zurück von Helsingør nach Snekkersten nehmen wir für eine Station die Bahn. Es zieht einmal wieder ein Schauer durch.

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Tour in das gemütliche und freundliche Snekkersten

Heute ist Tapetenwechsel angesagt. Wir wollen Richtung Helsingør, denn dort gibt es im M/S Maritimen Museum eine Ausstellung mit Wrackfotografien, die wir gerne sehen wollen. Gegen Mittag verlassen wir Malmö. Der Wind kommt südlich und heute ist kein Regen angesagt. Also hoch mit Großsegel und Genua II.

Flugzeuge im Landeanflug auf den Kopenhagener Flughafen fliegen im Minutentakt über uns hinweg

Flugzeuge im Landeanflug auf den Kopenhagener Flughafen fliegen im Minutentakt über uns hinweg

Irgendwie erstaunlich, auf dem Øresund treffen wir nur einige Sportboote, aber kaum Frachtschiffe. Vor zwei Jahren hat das hier ganz anders ausgesehen.

Zunächst weht der Wind mit etwa 4 aus SW. Dann aber kommt eine dicke Wolke und der Wind frischt auf 5 Bft mit Böen von 6 Bft auf. Lorrikeet kommt einmal wieder ins Surfen. Hätten wir heute Strom von Achtern, wie vorgestern, würden wir bestimmt den Geschwindigkeitsalarm von unserem GPS Tracker auslösen.

Da es sich um eine einzelne Wolke handelt, lassen wir die Segel erst einmal stehen und konzentrieren uns auf gutes Steuern. Der Wind hat aber auch so gedreht, dass wir in die Bucht vor Helsingør halten und dann dort eine Halse machen müssen. Wir entscheiden uns, vor dem Manöver das Großsegel zu bergen. Bei dem Wind reicht auch die Fock.

Als die Wolke durch ist, wird der Wind etwas schwächer, aber immer noch genug für das Segeln unter Genua II. Allerdings zieht dahinter eine neue Wand auf und es ist mit Regen und Schauerböen zu rechnen. Ein Blick in die Karte zeigt als Alternativhafen vor Helsingør den Hafen von Snekkersten. Klaus kann sich dunkel daran erinnern, dass er mit seinen Eltern und dem Käpt‘n Knurrhahn II schon einmal dort war und sie von hier mit der Bahn nach Kopenhagen gefahren sind.

Der Südwind im Öresund hat mittlerweile ordentlich Seegang an der engen Hafeneinfahrt aufgetürmt. Wir verzichten deshalb auf das obligatorische Setzen der korrekten Gastlandflagge (Wir haben ja noch die schwedische Flagge stehen). Also mit Schwung und viel Konzentration hindurch und dann gleich scharf links abbiegen! Im kleinen Hafen stellen wir fest, dass alle Plätze belegt oder rot ‚Optaget‘  (besetzt) sind. Plötzlich ertönt ein Pfiff und eine Gruppe von Dänen zeigt vor den Clubhaus auf einen freien Platz, der jedoch rot gekennzeichnet ist. Petra muss dafür Lorrikeet zweimal fast auf der Stelle drehen. Wir machen fest und erfahren, dass der Liegeplatz frei ist, da das Boot, das dort normalerweise liegt in einem anderen Hafen zur Reparatur ist und dieses Wochenende nicht mehr kommt. Schnell wechseln wir noch die Gastlandflagge.

Die Atmosphäre mit den Leuten vom Segelclub, die sich auf einen Grillabend am Hafen freuen, ist sehr freundschaftlich. Wir gehen erst einmal im kleinen Restaurant am Hafen etwas essen. Obwohl das Restaurant wegen des Platzregens, der nun über den Hafen zieht, sehr voll ist und nur Reservierungen Platz finden, findet sich mit einem schnell herein geholten Tischchen noch eine Lösung für uns. Die Qualität des Essens ist hervorragend. Als wir bezahlen kommen wir noch mit dem Pärchen am Nachbartisch ins Gespräch. Sie berichten uns, dass es in Helsingør vermutlich keine Liegeplätze mehr für Gastlieger gibt, da in wenigen Tagen die Regatta Sjælland Rundt startet. Sie startet und endet in Helsingør und führt, wie der Name schon sagt, einmal rund Seeland.

Als wir zurück zum Boot kommen, werden wir noch in die fröhliche Runde auf der überdachten Terrasse des Clubhauses eingeladen. Wir verbringen den Rest des Abends mit netten Menschen und singen zu Musik, die über Bluetooth von verschiedenen Mobiltelefonen, auch unseren, auf eine kleine Box auf dem Tisch übertragen wird.

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Stadtbummel in Malmö am Nationalfeiertag

Darbietung zum Natonalfeiertag in Schweden auf dem großen Marktplatz in Malmö

Darbietung zum Natonalfeiertag in Schweden auf dem großen Marktplatz in Malmö

Heute morgen regnet es, kräftigen Wind gibt es auch und es ist der Nationalfeiertag in Schweden. Man lässt sich aber nicht vom Feiern abbringen. Erst einmal eine kleine Erklärung, was überhaupt gefeiert wird (siehe Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/Schwedischer_Nationalfeiertag). Gefeiert wurden die Krönung Gustav Wasas am 6. Juni 1523 und die damit verbundene Auflösung der Union mit Dänemark, was Schweden zu einem selbständigen Staat machte. Ab 1916 wurde der 6. Juni als „Tag der schwedischen Flagge“ gefeiert.

Alte Werbung an den Häusern am großen Marktplatz in Malmö

Alte Werbung an den Häusern am großen Marktplatz in Malmö

Nachdem der Regen aufgehört hat, gehen wir in die Stadt zum großen Marktplatz. Wir werder freunlich mit einem gratis Erdbeereis empfangen. Dort finden die Feierlichkeiten statt. Auf einer großen Bühne führt ein in Schweden bekannter Tenor durch das Programm mit Musik, Aufführungen von Sportartisten und einer Rede der Bürgermeisterin. Sie begrüßt die neu eingebürgerten Einwohner der Stadt und spricht über den Wert von Demokratie, Freiheit und Toleranz.

Mit gemieteten Booten kann man auf den zahlreichen Wasserläufen in Malmö spazieren fahren

Mit gemieteten Booten kann man auf den zahlreichen Wasserläufen in Malmö spazieren fahren

Da wir des Schwedischen nicht so mächtig sind, verlassen wir nach einiger Zeit die Veranstaltung und gehen noch Schuhe kaufen, da Klaus die Sohlen seiner Segelschuhe bereits durchgelaufen hat. Für das Pflastertreten sind sie dann doch nicht so gut geeignet.

Die Mühle des Malmöer Schlosses

Die Mühle des Malmöer Schlosses

Wir bummeln weiter durch die Stadt zum Schloss von Malmö, das von einem großen Garten und viel Wasser umgeben ist und heute eine Kunst- und Gemäldesammlung beherbergt, sowie das Stadt- und Naturkundemuseum ist, also eine große Bandbreite abdeckt.

Malmöhus, das Malmöer Schloss. König Erik von Pommern ließ es 1434 als Kastell errichten zum Schutz des Öresunds. Er hatte einen Zoll für die Passage des Öresunds eingeführt

Malmöhus, das Malmöer Schloss. König Erik von Pommern ließ es 1434 als Kastell errichten zum Schutz des Öresunds. Er hatte einen Zoll für die Passage des Öresunds eingeführt

Bevor wir uns in das Museum begeben, stärken wir uns aber erst einmal im Café des Gartens. Die Schlangen vor der Bestellbar sind so lang, dass man automatisch mit seinen Nachbarn in der Schlange in Kontakt kommt, also eigentlich sehr kommunikativ. Dabei erfährt Petra, dass die Dänen gestern ihren Nationalfeiertag hatten und im Gegensatz zu den Schweden auch Pfingstmontag frei haben. Mit nur einem Tag Urlaub haben sie also gerade ein sehr langes Wochenende. Das erklärt auch die große Anzahl dänischer Segler, die wir plötzlich auf dem Wasser treffen. Zuvor hatten wir nahezu keine dänischen Segler unterwegs gesehen.

Der Fluss Deatnu im Norden Sápmis (entspricht ungefähr Lappland) ist einer der wichtigsten Laichgründe für Lachs im Nordatlantik. Er ist zum Teil auch die Grenze zwischen Norwegen und Finnland. 2021 haben beide Staaten das Fischen in diesem Fluss zu bestimmten Jahreszeiten verboten. Die Samen betrachten dies als Eingriff in ihre Rechte. Das Bild der Flusslandschaft des Deatnu ist gemalt von Outi Pieski.

Der Fluss Deatnu im Norden Sápmis (entspricht ungefähr Lappland) ist einer der wichtigsten Laichgründe für Lachs im Nordatlantik. Er ist zum Teil auch die Grenze zwischen Norwegen und Finnland. 2021 haben beide Staaten das Fischen in diesem Fluss zu bestimmten Jahreszeiten verboten. Die Samen betrachten dies als Eingriff in ihre Rechte. Das Bild der Flusslandschaft des Deatnu ist gemalt von Outi Pieski.

Im Museum beginnen wir unter dem Dach mit einer spannenden Ausstellung der Sámi Künstlerin Outi Pieski. Ihre Werke sind eingebunden in die Sámi-Kultur und viele haben uns direkt angesprochen.

Das Tragen der traditionellen Kopfbedeckung der Sami Frauen im Norden Sápmis wurde im späten 19. Jahrhundert verboten. Dadurch ist auch die Kenntnis verloren gegangen, wie diese Kopfbedeckungen hergestellt werden. In einem Projekt zusammen mit einer Archäologin hat Outi Pieski die Technik wieder neu entwickelt und vermittelt sie an die Sami Frauen.

Das Tragen der traditionellen Kopfbedeckung der Sami Frauen im Norden Sápmis wurde im späten 19. Jahrhundert verboten. Dadurch ist auch die Kenntnis verloren gegangen, wie diese Kopfbedeckungen hergestellt werden. In einem Projekt zusammen mit einer Archäologin hat Outi Pieski die Technik wieder neu entwickelt und vermittelt sie an die Sami Frauen.

Im Stockwerk darunter findet sich eine chronologische Reihung der gesammelten Kunstwerke der Stadt. Hier ist es etwas schwierig, den Faden zu finden. In einem Trakt des alten Schlosses stoßen wir dann auf eine Dokumentation der „Weißen Busse“. 

Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges hat Schweden Insassen aus den befreiten Konzentrationslagern aus dem Kriegsgebiet mit weißen Rote Kreuz Bussen nach Schweden gebracht. Auch die Schweden hatten zu dem Zeitpunkt Probleme, diese Menschen unterzubringen.

Eingang zur Ausstellung "Willkommen in Schweden"

Eingang zur Ausstellung „Willkommen in Schweden“

Der damalige Direktor des Malmöer Schlosses hat sich daraufhin dazu bereit erklärt, sie im Schloss unterzubringen, welches dann als Erstaufnahmelager fungierte und insbesondere die Quarantäne, Entlausung und erste medizinische Versorgung abgedeckt hat. Durch dieses Lager sind ca. 25000 Menschen gegangen. Eine Fotoausstellung beleuchtet die Schicksale dieser Menschen und teilweise auch was aus ihnen geworden ist. Es ist sehr ergreifend.

Einer der weißen Busse von 1945 wird am Eingang zum Malmö Schloss ausgestellt

Einer der weißen Busse von 1945 wird am Eingang zum Malmö Schloss ausgestellt

So eine sauber aufgeschossene (aufgewickelte) Schlange gefällt den Seglern. Es muss schließlich alles seine Ordnung haben!

So eine sauber aufgeschossene (aufgewickelte) Schlange gefällt den Seglern. Es muss schließlich alles seine Ordnung haben!

Danach brauchen wir erst einmal leichtere Kost und gehen in das Aquarium und Terrarium im Kellergeschoss. Hier findet sich eine bunte Sammlung von Tieren aus verschiedensten Teilen der Welt. Einige der hier gepflegten Tiere stammen aus Beschlagnahmungen, da der Import nach Schweden gegen das Artenschutzgesetz verstößt. Wir vergessen hier unten die Zeit und werden am Ende von Angestellten aus der Ausstellung geschoben.

Neue und alte Bauten in der Innenstadt von Malmö

Neue und alte Bauten in der Innenstadt von Malmö

Wir begeben uns noch einmal in die Altstadt von Malmö und lassen die Stimmung der Stadt auf uns wirken, auch wenn immer noch kräftiger Wind durch die Straßen bläst.

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