Drachenfestival in Travemünde

Wir bleiben heute in Travemünde und kramen nach dem Frühstück die Drachen aus der Backskiste. Am Strand ist das Drachenfestival und wir machen einfach mit, auch wenn wir mit unseren Drachen nur in der unteren Kreisklasse fliegen.

Ein Mann mit stark russischem Akzent spricht mich an. Er stellt sich als Jurij vor. Er hat einen Lenkdrachen gekauft, um für Frau und Tochter ein neues Hobby zu finden, aber das blöde Ding stürzt immer ab. Nun bittet er mich um Nachhilfe im Drachensteigenlassen. Erst einmal darf er meinen Drachen halten. Auch der stürzt bald ab, es scheint also nicht nur am Drachen zu liegen. Dann probiere ich es mit seinem Drachen. Der erweist sich tatsächlich als giftiges Miststück. Klaus versucht auch noch sein Glück, aber das Ergebnis ist dasselbe. Ob er nun wohl einen anderen Drachen kauft oder lieber ein neues Hobby sucht? Frau und Tochter schienen das Interesse bereits verloren zu haben.

Parallel lief weiter die internationale Deutsche Meisterschaft der 420er. Nachmittags zog sich dann die Wolkendecke endgültig zu und die ersten Tropfen Regen fielen. Viel Spaß nun mit den Bildern des heutigen Tages:

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Mit kalten Duschen nach Travemünde

Heute morgen sind es beim Aufstehen nur 10 Grad im Schiff. Ich spiele Weichei und mache die Heizung an. Im Hafen ist die eine Hälfte dabei, zur Kohlregatta nach Heiligenhafen auszulaufen. Die andere Hälfte ist dabei, die Schiffe für das Winterlager vorzubereiten.

Sobald die Sonne über die Bäume hinwegkommt, ist es auch wieder warm genug, um unter der Kuchenbude im Cockpit zu frühstücken. Der Wetterbericht sagt zunehmenden und rechtdrehenden Wind an. Das Hochdruckgebiet über Skandinavien und Polen soll langsam gegen ein Tiefdruckgebiet von Westen verlieren. Wir wollen Richtung Lübeck und erst in den nächsten Tagen bei weiter westlich drehendem Wind nach Wismar.

Beim Auslaufen setzen wir nur die Genua. Sobald wir aus dem Schutz des Ufers kommen, haben wir 5 Windstärken. Die Sicht ist deutlich schlechter als die letzten Tage. Das Ufer bei Travemünde ist gerade so zu erahnen. Vor Haffkrug ist eine Euromoth Regatta im Gange. Wir müssen kreuzen und machen noch einen kurzen Schlag nach Osten, um nicht in das Regattafeld zu geraten. Dann machen wir erneut eine Wende, um möglichst schnell unter den Schutz des Brodtener Ufers zu kommen. Der Seegang ist recht kräftig. Wir sind froh, schon hier unten in Neustadt zu sein und nicht mehr weiter nördlich bei Fehmarn.

Der Wind nimmt weiter zu auf 5 – 6 Beaufort. Die Böen kommen nun mit 7 Böen. Es jault im Rigg. Lorrikeet springt durch die See. Wie vor einem Jahr hüpft auch dieses Mal in einem besonders heftigen Sprung eine Schublade aus dem Schrank und landet laut krachend samt Inhalt auf dem Boden. Klaus ist die nächsten Minuten erst einmal mit dem Aufräumen beschäftigt. Wir hatten im Winter Sicherungshaken eingebaut, aber der Haken der obersten Schublade ist anscheinend zu kurz.

Vor dem Brodtener Ufer läuft die nächste Regatta. Die 420er liefern sich die internationale Deutsche Meisterschaft. Bei den Windstärken und der Wassertemperatur ist das für eine Jugendbootklasse schon ziemlich grenzwertig. Selbst mir reicht das hier draußen nun. Erst als wir Richtung Travemünde die Segel ein wenig auffieren  können, wird es angenehmer.

Wir beschließen, nur bis Travemünde zu gehen. Noch zwei Stunden gegen den Wind nach Lübeck zu motoren, haben wir keine Lust. Da fahren wir dann lieber mit der Bahn. In Travemünde messen wir im Hafen die Wassertemperatur: 9 Grad – brrrr. Nachmittags wird aufgrund der Windstärke die nächste Wettfahrt der 420er abgesagt. Bei Sonnenuntergang zeigen sich die ersten hohen Wolken der kommenden Warmfront.

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ab in den Süden

Mit zweifach gerefftem Groß liegen wir trotzdem auf der Backe

Mit zweifach gerefftem Groß liegen wir trotzdem auf der Backe

nein, nein – wir sind nicht kurzer Hand in das Flugzeug gestiegen und in den Süden geflogen.

Psychedelisches Bläßhuhn

Psychedelisches Bläßhuhn

Stattdessen sind wir heute morgen mit Wecker aufgestanden und haben Burg-Tiefe um 10:00 verlassen. Der Wind weht mit guten 4 aus OSO. Als wir vor Großenbrode liegen, hat er 5 erreicht und wir stecken noch ein weiteres Reff ein. Unsere Lorrikeet läuft sehr weich durch die See und zeigt wieder einmal ihre guten Segeleigenschaften. Bereits um 14:00 stehen wir vor Pelzerhaken und machen gegen 14:45 im idyllischen Rundhafen von Neustadt fest.

Liebevolles Detail an einem Traditionssegler im Neustädter Hafen

Liebevolles Detail an einem Traditionssegler im Neustädter Hafen

Den Nachmittag verbringen wir mit Kaffee in der Sonne, Einkaufen und einem Sonnenuntergangsspaziergang auf dem vereinseigenen Strand des Neustädter Segel Vereins.

Gute Aussicht im Rundhafen

Gute Aussicht im Rundhafen

Abendstimmung am Strand

Abendstimmung am Strand

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Kurze Kreuz nach Burgtiefe

Eigentlich war der Plan für heute nach dem Ausschlafen einen Spaziergang über den Graswarder zu machen und dann alles Weitere zu beschließen. Heute nacht war ich kurz davon aufgewacht, dass der Wind weg war. Es war plötzlich so ungewohnt ruhig und still. Heute morgen war wieder Wind da, aber deutlich weniger als gestern. Als wir das Frühstücksgeschirr abwaschen, läuft nebenher der Seewetterbericht im Funk. Es soll wohl nicht so bleiben. Wir beschließen deshalb die Chance zu nutzen, ohne Starkwind von vorn durch die Fehmarnsundbrücke zu kommen. Weiter aus der Lübecker Bucht wollen wir uns nicht entfernen. Ab 16 Uhr wird es kalt und wir haben keine Lust auf lange Touren gegenan.

Der Graswarder vom Wasser aus gesehen

Der Graswarder vom Wasser aus gesehen

Wir motoren also mittags das Fahrwasser gegenan und setzen an der Tonne 1 die Genua. Wir haben jetzt 4-5 Windstärken aus Ost. Mal sehen, wie weit wir kreuzen können. Wir schaffen es bis kurz hinter die Fehmarnsundbrücke. Das Fahrwasser ist danach zu eng zum Kreuzen und wir motoren das letzte Stück bis Burgtiefe. Zum Aufwärmen gibt es einen Kaffee und die letzten Zwiebäcke, die ich im April gebacken hatte.

In Burgtiefe wollen wir den vermeintlich leeren Frischwassertank auffüllen. Es stellt sich heraus, dass er noch halb voll ist. Auch der zweite Wasserhahn, den wir vorne am Waschbecken eingebaut haben, ist unten abgebrochen und so zieht Luft in die Frischwasserleitungen. Dadurch läuft die Pumpe leer und fördert kein Wasser mehr. Wir hatten die Hähne erst dieses Jahr gekauft und hatten uns gefreut, so schön passende Hähne für unser Schiff zu finden. Die Verarbeitung ist jedoch unterirdisch. Die Schlauchansatzstücke sind aus Kunststoff und den Belastungen an Bord nicht gewachsen.

Hmmh Kartoffelauflauf :-)

Hmmh Kartoffelauflauf 🙂

Danach statten wir dem Café Sorgenfrei den dritten Besuch in diesem Jahr ab und bewundern mal wieder den Sonnenuntergang an diesem schönen Platz. Anschließend starten wir den Backofen, der uns für den Rest des Abends das Schiff wärmt und einen leckeren Kartoffelauflauf schön goldbraun backt.

Am Rundsteg ist noch viel Platz. Neben uns sind alle Liegeplätze frei und die Möwen haben sich den Platz auf dem Steg als Nachtlager erobert. Sie sind jedoch anpassungsfähig. Als wir sie das erste Mal von dem Stück vor unserem Boot verscheuchen, lassen sie den Rest der Nacht das Stück Steg bis zu unserem Boot frei. Von den Enten aus Schlutup sind wir anderes gewöhnt. Möwen scheinen intelligenter zu sein.

Für morgen abend sagt der Wetterbericht an, dass der Wind die nächsten Tage auf Süd drehen soll. Wir werden also auch auf den geplanten Saunabesuch verzichten und uns lieber wieder nach Süden trollen.

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Reparaturtag in Heiligenhafen

Mit dem Segelmacher beim Ausmessen der Genua

Mit dem Segelmacher beim Ausmessen der Genua

Heute ist unser wichtigstes Vorhaben, eine neue Genua beim Segelmacher zu bestellen. Wir rufen gleich morgens beim Segelmacher in Großenbrode an und bitten ihn, bei uns an Bord vorbei zu kommen. Von Heiligenhafen ist Großenbrode nicht so weit und so klappt das problemlos. Wir sind kaum mit dem Abräumen des Früchstücktisches fertig, da steht er schon an Bord. Unsere alte Lieblingsgenua II ist nicht nur ziemlich unansehnlich geworden, sondern fängt nun an zu delaminieren. Vor zwei Jahren hatten wir sie noch einmal reparieren lassen, aber nun ist es Zeit für eine neue Lieblingsgenua. Beim Segelmacher in Großenbrode haben wir vor zwei Jahren schon unsere Regenfolie für den Niedergang besorgt. Die Werkstatt und das was dort zu sehen waren, machte einen sehr guten Eindruck. Vorher kannten wir diese Segelmacherei nicht, aber in letzter Zeit sind uns die Rollfocks bei anderen positiv aufgefallen. In Grömitz haben wir uns dann neulich bei anderen Seglern nach der Verarbeitung und Qualität der Segel erkundigt und auch nur Positives gehört. Er geht mit einem Auftrag für eine Genua und unserem Spinnaker zum Reparieren wieder von Bord und wir sehen gespannt unserer neuen Fock in der nächsten Saison entgegen.

Nach dem Einkaufen wird das Radio wieder in Gang gebracht. Es hatte kommentarlos den Dienst eingestellt. Spannung ist da, die Sicherung ist auch noch drin. Zwei Kabel könnten unter ungünstigen Umständen einen Kurzschluss verursachen, also bekommen sie sicherheitshalber noch eine Isolierung, sonst ist kein Fehler festzustellen. Nach dem Zusammenbau funktioniert das Radio wieder einwandfrei. Vielleicht war auch einfach ein Stecker korrodiert?

Anschließend wagen wir uns frischen Mutes an das nächste streikende Gerät: Die Logge zeigt mal wieder nichts an. Vermutlich ist sie bevölkert von Seepocken. Klaus hatte sie bei einem Tauchgang im Sommer schon einmal wieder in Gang gebracht. Dafür ist es nun etwas kühl. Also wollen wir zum ersten Mal die Logge von innen ziehen und sie reinigen. In der Zwischenzeit muss ein Blindstopfen in das Loch. Dort befindet sich noch eine Rückschlagklappe, damit die Fontäne nicht zu hoch wird. Wir haben das beide noch nie gemacht und uns ist etwas mulmig. Wir überlegen uns genau, in welcher Reihenfolge wir was tun. Eimer, Lappen und Bürste stehen bereit.

Beim ersten Ziehen gibt es eine kräftige Fontäne. Die Rückschlagklappe scheint zu haken, aber der Blindstopfen lässt sich mühelos reindrücken. Danach wischen wir das erste Mal auf. Die Logge ist komplett von Seepocken überwuchert. Wir bürsten sie sauber und fetten sie wieder ein. Dann müssen wir wieder zurück tauschen. Diesmal funktioniert auch die Rückschlagklappe und die Fontäne ist etwas verhaltener, durchnässt aber trotzdem Klaus‘ Hose.

So ermutigt, geht es nach dem erneuten Aufwischen auch dem nächsten streikenden Gerät an den Kragen: Die Salzwasserpumpe streikt schon seit Wochen. Wir hatten sie auf der ersten Tour nach Svendborg eingebaut, als der Vorgänger Rauchwölkchen von sich gegeben hatte. Das Ergebnis der Diagnose: Die Pumpe ist mausetot, vermutlich auch von Seepocken besiedelt. Wahrscheinlich ließ sich solch eine Pumpe auf dem Bodensee so betreiben, aber hier auf der Ostsee geht das so nicht. Wir besorgen ein neues Exemplar und einen dazu passenden Vorfilter. Dieser lässt sich auseinander nehmen und reinigen. Dann wird alles wieder zusammengebaut und funktioniert – mal schauen wie lange…

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