Wieder im Tiefflug über die Lübecker Bucht Richtung Fehmarn

Die aufgehende Sonne bescheint die Cumuluswolken über der Ostsee

Die aufgehende Sonne bescheint die Cumuluswolken über der Ostsee

Eigentlich hatten wir ja vorgehabt Richtung Kühlungsbon zu segeln, aber der Wind will es einmal wieder anders mit uns. Früh morgens werden wir davon geweckt, dass Lorrikeet an den Steg klopft. Petra lässt sich erweichen und steigt an Deck, um die Leinen nachzusetzen. Klaus dreht sich noch einmal um. Dabei verpasst er den Sonnenaufgang, der Petra dazu veranlasst zur Kamera zu greifen.

Cumulus-Wolken in Pink!

Gegen die Sonne laufen wir nach Heiligenhafen ein

Gegen die Sonne laufen wir nach Heiligenhafen ein

Nach einem gemütlichen Frühstück hat sich der Hafen deutlich gelehrt und einige Wismarer Segler fallen ein, um bei Kaffee und Kuchen die Saison zu beenden. Es wird Zeit auszulaufen. Vor Pöel stellen wir fest, dass es ab der Buk-Spitze wohl etwas unangenehm werden wir bei dem auffrischenden Ost-Wind. Wir haben bereits beim Segel-Setzen Reff I eingesteckt. Kurzer Hand entscheiden wir 340° Richtung Fehmarn zu laufen. Da wir vorhaben, eine neue Genua II zu kaufen und den Spinnacker reparieren zu lassen, denken wir dass es gut sei, durch den Fehmarn-Sund nach Heiligenhafen zu gehen. Vielleicht ist am Montag jemand beim Segelmacher unseres Vertrauens bereit an Bord zu kommen und die Maße zu nehmen.

Seehund an der Seebrücke Heiligenhafen

Seehund an der Seebrücke Heiligenhafen

Bei raumem Wind 5-6 rauschen wir also wieder Richtung Fehmarn. 5 Stunden von Timmendorf/Pöel nach Heiligenhafen ist eine gute Zeit.

Zum Abend gehen wir auf die neue Seebrücke und staunen über einen Seehund, der in nicht allzugroßer Entfernung im Wasser schwimmt und wenig Scheu zeigt. Wir scheinen allerdings die Einzigen zu sein, die ihn sehen. Obwohl wir uns laut über ihn unterhalten, nimmt sonst niemand Notiz von ihm. Sind Seehunde hier schon so normal oder hält man uns für Spinner?

Lorrikeet in der Abendsonne

Lorrikeet in der Abendsonne

Der Wind ist zum Abend bei 6 Bft aus Ost angekommen. Wir sind froh, dass wir nicht versucht haben, um die Ecke zu kreuzen.

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noch eine Runde auf der Ostsee

Der Sanddorn ist reif und wir naschen frische Beeren vom Strauch

Der Sanddorn ist reif und wir naschen frische Beeren vom Strauch

Seit heute sind wir nach gut einem Monat Abstinenz wieder an Bord und wollen noch eine Herbst-Tour auf der Ostsee segeln. Die theoretischen Prüfungen des Sport-See-Schiffer Scheines haben wir alle im September bestanden. Also haben wir nun den Kopf wieder frei. Im Supermarkt gibt es mittlerweile bereits Weihnachtsgebäck. Im Hafen wird fleißig an den Schiffen gewerkelt und die Kraniche schrauben sich lautstark unter den Cumuluswolken immer weiter nach oben, um dann in der passenden Flughöhe auf Kurs nach Südwesten zu gehen.

Schwanenfamilie am Strand

Schwanenfamilie am Strand

Bei herrlichstem Wetter mit Wind aus NO segeln wir nachmittags erst einmal nach Timmendorf/Pöel. Es hat sich so bei uns eingebürgert, dass wir längere Touren ganz langsam beginnen. Außerdem wird es Abends schon empfindlich kalt und wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Die Schatten werden schon am späten Nachmittag lang

Die Schatten werden schon am späten Nachmittag lang

Wir genießen die Abendsonne bei einem Strandspaziergang. Der Sonnenuntergang ist heute Abend schon zu kitschig, deshalb gibt es davon auch keine Bilder 😉

Der Timmendorfer Leuchtturm

Der Timmendorfer Leuchtturm

Spät abends treffen wir vor dem Hafenmeisterbüro einen Fuchs. Es ist ein großes Tier mit wunderschönem Fell. Er scheint überhaupt keine Scheu zu haben, aber wir bleiben auf respektvollem Abstand.

 

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Im Tiefflug nach Burgtiefe

Frisch geduscht nach dem Passieren der Sagasbank

Frisch geduscht nach dem Passieren der Sagasbank

Für dieses Wochenende ist schönes Wetter und kräftiger Nordostwind angesagt. Ideales Wetter, um nach Fehmarn zu segeln. Der Wind fängt aber erst einmal ganz gemütlich an. In der Wismarer Bucht ist eine Veranstaltung, bei der Schwimmer quer über die Bucht von Pöel nach Hohenwieschendorf schwimmen. Es ist erschreckend, wie wenig die Schwimmer im Wasser zu sehen sind.

Nur vor Fock

Nur vor Fock

Draußen nehmen der Wind und der Seegang langsam zu. Wir binden erst ein Reff ein und kurz danach das Zweite. Mir geht dabei eine Prüfungsfrage für den Sportseeschiffer durch den Kopf, auf den wir uns gerade vorbereiten. Dort heißt es in der Musterantwort, dass man dann reffen/Segel bergen/ beidrehen sollte, wenn man das erste Mal daran denkt. Das ist genau das was wir tun und es erweist sich als richtig, denn der Wind nimmt noch weiter zu und reffen brauch auch immer etwas Zeit. Kurz vor Fehmarn nehmen wir dann das Großsegel ganz weg. Auf der Sagasbank hat sich der Seegang schon so aufgebaut, dass wir selbst im Cockpit kräftig geduscht werden. Glücklicherweise ist es warm und wir lassen uns von Wind und Sonne wieder trocknen.

Seegang kurz vor Fehmarn

Seegang kurz vor Fehmarn

Mit 8 Knoten laufen wir bei 6-7 Windstärken nur vor Fock in den Burger See ein und bergen dort im Schutz der Ferienanlage die Fock. Der Anleger am Rundsteg geht anschließend nur mit Vollgas.  Bei den nach uns kommenden Yachten helfen wir mit bei den Anlegern. Die Schiffe bei dem Wind zu halten ist Schwerstarbeit.

Einige Mittelsäger genießen die Sonne im Hafen von Burgtiefe

Einige Mittelsäger genießen die Sonne im Hafen von Burgtiefe

Wir gönnen uns erst einmal eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Das gab es draußen bei dem Seegang nicht.

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EGNOS oder nicht EGNOS?

heiter bis wolkig

heiter bis wolkig

Als wir das erste Mal ein GPS an Bord unseres vorherigen Bootes in Betrieb nahmen, tauchte dort der Punkt WAAS im Menü auf. Wa(a)s ist das, fragten wir uns? Ein Korrektursignal für GPS, welches in den USA verfügbar ist, so lernten wir es aus dem Internet. Damit war der Fall für uns abgehakt auch für das nächste GPS-Gerät an Bord von Lorrikeet.

Dann fingen wir an unseren Sportseeschifferkurs zu besuchen und lernten, dass es eine europäische Alternative namens EGNOS gibt. Also kramte ich noch einmal unser Handbuch vom GPS Gerät heraus und stellte fest, dass der Menüpunkt zwar WAAS heißt, aber eigentlich alle derartigen Systeme meint, also auch das europäische EGNOS, das indische GAGAN und das japanische MSAS.  Der Oberbegriff heißt SBAS  (Satellite Based Augmentation System). Es ist also so ähnlich, wie wenn wir „Tempo“ sagen und „Papiertaschentuch“ meinen…

Mit EGNOS ist GPS doch viel genauer (der Fehler soll in 99% der Fälle kleiner als 2-3 m sein) dachte ich, dann schalte ich das doch besser mal ein.  Das GPS Gerät wollte noch wissen,  welchen Satelliten es nutzen sollte oder ob es automatisch einen auswählen solle. Keine Ahnung, dachte ich mir und stellte das Ganze auf „automatisch“. Voreingestellt war übrigens ein Satellit, den es laut Wikipedia seit 2007 nicht mehr gibt…

SBAS Satellit Nr. 136: Kein Empfang, aber trotzdem ein GPS Fix mit "WAAS" - wie kann das sein?

SBAS Satellit Nr. 136: Kein Empfang, aber trotzdem ein GPS Fix mit „WAAS“ – wie kann das sein?

Erst einmal passierte danach nichts Schlimmes, aber dann fiel uns auf, dass die Geschwindigkeitsanzeige (SOG) vom GPS immer mal wieder kurzzeitig ausfiel.  Eine Kontrolle der GPS-Antenne ergab, dass alles ok ist. Das GPS hat Empfang. Am letzten Wochenende bei wenig Wind sind wir der Sache dann auf den Grund gegangen und haben festgestellt, dass in diesen Momenten das GPS von der Anzeige „W3D“ auf „3D“ wechselte. Laut Handbuch bedeutet dies, dass der Kontakt zum EGNOS Satelliten verloren gegangen ist. Alle EGNOS Satelliten stehen über dem Äquator, also für uns sehr weit im Süden und sehr dicht über dem Horizont. Das kann also durchaus vorkommen.

EGNOS Satellit Nr. 124 ist nicht zu empfangen

EGNOS Satellit Nr. 124 ist nicht zu empfangen

Nun las ich noch einmal bei Wikipedia nach und stellte das GPS-Gerät von Hand zuerst auf den neuen Satelliten mit der Nr. 136 ein, der seit 2012 seinen Dienst tun soll.  Das Ergebnis ist im obigen Foto zu sehen. Der Satellit ist möglicherweise auf seiner Umlaufbahn, aber deshalb noch lange kein verfügbarer EGNOS-Satellit, auch wenn das im Wikipedia Artikel so den Anschein erweckt.

Die automatische Suche nach Satelliten funktioniert: Nr. 126 wird empfangen und als "W" im Diagramm auch dargestellt.

Die automatische Suche nach Satelliten funktioniert: Nr. 126 wird empfangen und als „W“ im Diagramm auch dargestellt.

Als nächstes probierte ich den Artemis-Satelliten mit der Nummer 124 aus, der laut Handbuch das beste Ergebnis liefern sollte. Was ich nicht wusste war, dass dieser Satellit zur Zeit für Tests benutzt wird und die Daten möglicherweise nicht zur Verfügung steht. Es erscheint mir also überhaupt nicht sinnvoll, einen Satellit von Hand auszuwählen. Deshalb stellte ich die Einstellung zurück auf „Automatisch“. Nun klappte es auf Anhieb:  Das Gerät fand den Satellit Nr. 126 und später auch die Nr. 120. Erwartungsgemäß wurden sie im Süden dicht über dem Horizont angezeigt.

Trotzdem blieb das Problem mit den ausfallenden und stark veränderlichen Geschwindigkeitsangaben bestehen. Während auf der Rücktour von Grömitz am Sonntag die Logge relativ konstant bei 6,5 Knoten stand, sprang das GPS im Bereich von 5 – 9 Knoten zwischen den Werten wild hin und her.  Nun fehlt nur noch die Gegenprobe was passiert, wenn wir „WAAS“ wieder ausschalten:  Bleibt dann die Geschwindigkeitsangabe wieder stabil? Im Moment erweckt das Ganze den Anschein, als ob wir uns zwischen genauen Ortsangaben und genauen Geschwindigkeitsangaben entscheiden müssten, ähnlich wie bei der Heisenbergschen Umschärferelation…

 

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Badespaß in der Wismarer Bucht

Ansteuerungstonne Offentief

Ansteuerungstonne Offentief

An diesem Wochenende waren tropische Temperaturen angesagt mit möglicherweise heftigen Gewittern. Wir beschlossen in der Wismarer Bucht zu bleiben und uns ein schönes Ankerplätzchen mit Bademöglichkeit zu suchen.

Unsere "Klimaanlage" vor Anker

Unsere „Klimaanlage“ vor Anker

Am Samstag haben wir, weil der Wind so schön war, noch eine Runde um die Offentiefansteuerung gedreht und uns dann südlich von Pöel vor Anker gelegt. Dort haben wir uns aus den Persennigen unsere Bordklimaanlage gebaut bevor es ins Wasser ging.

Lorrikeet vor Anker an der Tarnewitzer Huk

Lorrikeet vor Anker an der Tarnewitzer Huk

Als dann die Front heraufzog, die andernorts schwere Sturmböen udn Hagel gebracht hat, verkriechen wir uns wieder nach Wismar. Dort gibt es nur Wetterleuchten und leichten Regen, was mit einem Eis auf der Hand und unter dem Regenschirm gut zu verkraften ist.

Baden eröffnet ganz neue Perspektiven auf das Boot

Baden eröffnet ganz neue Perspektiven auf das Boot

Auch Sonntag ist es gegen Mittag im Hafen nicht mehr auszuhalten. Der Wind hat gedreht und nun probieren wir mal die andere Seite aus und kreuzen zum Ankern bis zur Tarnewitzer Huk. Hier gefällt es uns noch besser als südlich von Pöel. Das Wasser ist klar, auch von Algenblüte keine Spur und so genießen wir die Erfrischung bevor die nächsten düsteren Wolken aufziehen.

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