Nach Fehmarn geflogen

Wir haben den 1. Mai für ein verlängertes Wochenende genutzt. Am Donnerstag hatten wir netten Besuch zum Frühstück, an schließend haben wir eine neue Pumpe installiert, die Elektrik verbessert und noch einen weiteren Defekt gefunden: Auch der Schalter an einem der neuen Wasserhähne ist bereits defekt. So etwas nennt man fabrikneuen Elektroschrott! Nachdem wir noch ein neues Schiff bewundern gehen und gleichzeitig einem Geburtstagskind gratulieren, baut Klaus kurzentschlossen einen separaten Schalter an und wir starten spät Nachmittag doch noch aus dem Hafen. In Timmendorf finden wir noch ein Plätzchen für ein schlankes Schiff. Ich habe die Zeit genutzt und versucht, die Geräte an Bord mit einem neuen Netbook mit Windows 8.1 zu verbinden. Es ist etwas mühselig, aber dann doch größtenteils erfolgreich und letztendlich hilft immer nur Internetkontakt, damit die jeweils neuesten Treiber geladen werden können. Nur bei der Wetterstation scheitere ich bislang, dabei soll es laut Hersteller gehen. Mein Ziel ist, das alte Netbook mit Windows XP aufs Altenteil zu schicken.

wenig Wind vor Grömitz am Samstag

wenig Wind vor Grömitz am Samstag

Am Freitag wollen wir eigentlich nach Grömitz, aber der kräftige Nordost lässt uns dann Grömitz als Liegeplatz doch nicht so attraktiv erscheinen und wir entscheiden uns für das kuscheligere Neustadt. Wir kaufen ein und versuchen auch beim Yachtausrüster unser Glück. Die Beratung ist leider alles andere als kompetent und wir ziehen wieder ab. Da werden wir unser Glück wohl wo anders versuchen müssen.

Schöner Blick auf den Windsurf Cup beim Einlaufen nach Burgtiefe

Schöner Blick auf den Windsurf Cup beim Einlaufen nach Burgtiefe

Am Samstag wollen wir eigentlich mit dem vorhergesagten Westwind zurück nach Tarnewitz, aber der Wind weht außerplanmäßig aus Süd und wir beschließen ihn zu nutzen, um Lorrikeet nach Burgtiefe zu bringen. Eigentlich hatten wir das erst das kommende Wochenende vor, aber wer weiß wie dann das Wetter ist. Unterwegs ändert der Wind noch etliche Male Richtung und Stärke. In Burgtiefe laufen wir schließlich bei Nordwest 6-7 ein.

 

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Mit neuer Genua zurück

Gestern abend haben wir noch Eier gefärbt und der Whale Rider ein Nest auf den Anker dekoriert. Auch wir bekommen natürlich ein paar bunte Ostereier zum Frühstück. Der Wind hat etwas gedreht, ist aber nicht weniger kräftig.

Die neue Genua

Die neue Genua

Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg. Vorsichtshalber binden wir noch das zweite Reff ins Groß, aber draußen zeigt sich, dass die Genua völlig reicht. Wir haben Nordost 5-6 und kräftigen Seegang. Unterwegs piept eines der Anzeigegeräte. Erst beim zweiten Mal begreifen wir, was los ist: Die Batterie hat zu wenig Spannung. Nach dem Schock vor zwei Jahren hatte ich dem Gerät einen Batteriealarm einprogrammiert. In Großenbrode hatten wir die Batterien nicht mehr geladen und gestern hatten wir eine Stunde motort. Wir hatten gehofft, dass das reicht. Nun nehmen wir unser dickes Starthilfekabel und schließen die Verbraucherbatterie und die Funk- und Navigationsbatterie zusammen. Alle überflüssigen Verbraucher schalten wir aus.

Die Whale Rider verschwindet hinter einer Welle

Die Whale Rider verschwindet hinter einer Welle

Die Whale Rider ist etwas vor uns ausgelaufen. Sie wollen nach Wismar, wir bloß nach Timmendorf. Zwei Stunden später haben wir sie eingeholt und fotografieren und filmen uns gegenseitig. Zwischendurch verschwindet das andere Schiff mit dem Rumpf vollständig hinter den Wellenbergen.

Die Pumpe macht dicke Backen

Die Pumpe macht dicke Backen

Erst im Fahrwasser nach Wismar nimmt der Seegang ab. Die Batteriespannung überwachen ir nun auf dem GPS-Gerät mit. Sie nimmt immer stärker mit, wenn die Geräte ausfallen, müssen wir als nächstes den Motor starten. In diesen Gewässern ist es doch sicherer ein Echolot mitlaufen zu haben. Wir können abfallen und ich nutze den bequemeren Kurs für einen Gang zur Toilette. Währenddessen ist es soweit und Klaus muss den Motor starten. Seltsamerweise will die Wasserpumpe nicht anspringen, als ich mir die Hände waschen möchte. Sie ist ausgeschaltet. Ich schalte sie wieder ein, aber sobald ich einen Wasserhahn betätige, fliegt die Sicherung wieder raus. Das gefällt mir überhaupt nicht!!

Hafeneinfahrt Timmendorf

Hafeneinfahrt Timmendorf

In Timmendorf trinken wir erst einmal Kaffee und Tee und überlegen, wie wir der Sache nun zu Leibe rücken. Unterwegs haben wir bei dem Seegang auch noch ein paar undichte Stellen entdeckt. Wir teilen uns die Arbeit. Ich kümmere mich um die undichten Stellen und Klaus sich um die Wasserpumpen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein Problem mit den Kabeln handeln muss. Vermutlich haben wir irgendwo Kriechströme.

Lorrikeet in Timmendorf/Pöel

Lorrikeet in Timmendorf/Pöel

Die Ursache ist dann etwas komplexer: Im Verteilerkasten steht Wasser. Dadurch hat die Pumpe wohl immer ein wenig Spannung gesehen, aber nicht so viel, dass sie angelaufen ist, sondern nur so viel, dass sie überhitzt ist und dadurch im wahrsten Sinne des Wortes dicke Backen gemacht hat. Das Gehäuse ist vollkommen aufgebläht. Wie nun das Wasser in den Kasten gekommen ist, ist noch ungeklärt. Vermutlich ist es irgendwo vom Abfluss an den Kabeln entlang in den Kasten gelaufen. Also müssen wir den Kasten drehen und die nächsten Kabel müssen länger werden, damit sie eine kleine Schlaufe zum Abtropfen von Wasser bekommen können! Gelobt sei der Erfinder der Sicherung!

Angler auf der Hafenmole

Angler auf der Hafenmole

Währenddessen ist die Sonne untergegangen und der ersehnte Strandspaziergang fällt aus. Es reicht nur noch für einen Mini-Ausflug mit der Kamera zur blauen Stunde.

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Zum Segelmacher nach Großenbrode

Gestern spät abend hat der Wind gedreht bis auf Nordost. Heute morgen säuselt er wieder schwach bis gar nicht aus Nordwest. Wir motoren aus dem Hafen und frühstücken dabei erst einmal. Nebenbei machen wir einen erneuten Radio Check mit DP07. Diesmal ist alles in Ordnung. Also hat unser Antennenkabel außer der Isolierung keinen weiteren Schaden erlitten. Bei Pöel dreht der Wind auf den ersehnten Nordost und wir können die Segel setzen.

Wir packen die neue Genua aus

Wir packen die neue Genua aus

Im Offentief versuchen wir den ersten Funkkontakt mit der Whale Rider, deren Crew uns gestern per Telefon darum gebeten hatte. Das erste Mal ist noch ohne Erfolg, aber kurze Zeit später werden wir angefunkt. Es rauscht noch etwas, aber die Verständigung klappt. Großenbrode ist auch unser Ziel. Dort wollen wir die neue Genua und den reparierten Spinnaker beim Segelmacher abholen.

Unterwegs plötzlich eine panische Männerstimme über Funk, der nach einem Seenotrettungskreuzer ruft. Jetzt wäre die Anzeige der Schiffsnamen auf dem Plotter hilfreich, um zu sehen, wo er sich befindet. Es stellt sich raus, dass er südlich von Großenbrode liegt und Wassereinbruch in seiner Yacht hat. Ein Polizeiboot und ein Seenotrettungskreuzer eilen ihm zur Hilfe. Unsere Hilfe ist glücklicherweise nicht erforderlich. Statt nach einem Seenotrettungskreuzer zu rufen, hätte er lieber gleich ein PAN PAN absetzen sollen. Dann hätte man ihn nicht erst auf Kanal 10 abgeschoben, bevor er sein Anliegen vorbringen konnte.

Die neue Genua knattert im Wind

Die neue Genua knattert im Wind

Kurz vor Großenbrode treffen wir auf die Whale Rider, die draußen ein paar Probeschläge macht.

Wir drehen eine kleine Ehrenrunde und fahren dann in den Hafen. Beim Segelmacher bekommen wir unsere Segel. Leider fehlen die Verstärkungen, die noch zum Schutz vor den Salingen auf die Genua geklebt werden sollen. Wir messen die Positionen an der alten Genua aus und schlagen dann die neue Genua an. Bei dem Wind rollen wir sie jedoch schnell wieder ein und lassen sie nicht lange im Wind knattern.

Osterfeuer in Großenbrode

Osterfeuer in Großenbrode

Abends statten wir dann dem überschaubaren Osterfeuer einen Besuch ab und lassen uns bei einem Glas Bier einräuchern während uns die Hände abfrieren. Trotzdem sind wir dankbar: letzte Jahr hatten wir leichten Schnee zum Osterfeuer.

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Neue Perspektiven

Solarpark neben der Werft mit dem Dampf der Firma Egger

Solarpark neben der Werft mit dem Dampf der Firma Egger

Letzte Nacht regnete es kräftig und einige garstige Böen rüttelten kräftig am Rigg. Morgens schien dann die Sonne, aber es war sehr kalt und der Wind blies genau aus Nordwest. Wir beschließen, in Wismar zu bleiben. Beim Teekochen geht plötzlich das Radio aus. Dann geht es wieder aus, als wir die Heizung starten und schließlich geht auch die Heizung in Störung. Der Fehler ist schnell gefunden: die Verbraucherbatterie ist alle obwohl wir den Landstrom angeschlossen haben. Ursache ist das Ladegerät: Es ist offensichtlich defekt. Was nun – Motor laufen lassen?

Werftkran

Werftkran

Wir beschließen zum Aufwärmen einen Spaziergang zu machen. Wir laufen hinter dem Werftgelände durch die Kleingärten bis nach Wendorf. Unterwegs bieten sich interessante neue Perspektiven auf die altvertraute Szenerie des Wismarer Hafens. In Wendorf  stärken wir uns mit Kakao und Kuchen und laufen dann den gleichen Weg zurück. Beim Hafenmeister leihen wir uns erst einmal ein Ladegerät aus, damit der Komfort wieder hergestellt wird.

Blick von der Werft über den Westhafen Richtung Egger und Technologiezentrum

Blick von der Werft über den Westhafen Richtung Egger und Technologiezentrum

Dann setzen wir unsere Bastelarbeiten fort: Der Plotter bekommt ein Softwareupdate, das AIS soll auch eins bekommen, aber das Update von der Homepage des Herstellers lässt sich nicht installieren. Das alles nur, weil die beiden Geräte nur so halb miteinander kommunizieren. Nach dem Softwareupdate des Kartenplotters ist es auch nicht besser. Ich fotografiere die Bildschirme ab, da uns der Händler nicht so recht geglaubt hat.

Noch ein Werftkran

Noch ein Werftkran

Für die technisch Interessierten hier die Fehlerbeschreibung: Das AIS empfängt statische und dynamische Daten und überträgt sie auch beide über die NMEA2000 Schnittstelle (das lässt sich über einen NMEA2000 Adapter für den PC verfolgen), aber der Kartenplotter zeigt in den meisten Fällen nur die dynamischen Daten an. Die statischen Daten sind dort nicht verfügbar. Im Klartext: andere Schiffe können nur über die MMSI-Nummer identifiziert werden. Name und Rufzeichen werden nicht angezeigt.

Zur Feier des Saisonbeginns gibt es abends frischen Spargel mit Schinken.

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Hat der Mond einen Hof, findet das der Segler doof

Heute Nacht ist die angekündigte Kaltfront durchgezogen. Es hat etwas geregnet und unsere renovierte Luke und der neue Lüfter haben dicht gehalten. Nun bläst der Wind kräftig aus West und Sonne und Wolken wechseln sich ab. Vor dem Frühstück mache ich einen Radio Check mit DP07: „etwas leise“ ist der Befund. Das wäre hier ok, wegen der Hügel die zwischen uns und der Küstenfunkstelle liegen. Wir sollen es zur Sicherheit aber noch einmal von einem anderen Standort aus probieren.

Nach dem Frühstück pumpen wir den Frischwassertank aus und spülen noch ein paar Mal nach bevor wir ihn füllen. Wie schön, dass das hier so unkompliziert funktioniert. In Wismar habe ich beim letzten Versuch Geld eingeworfen. Danach sollte eine Tankfüllung aus der Leitung kommen. Stattdessen sprühten diverse Fontäne aus dem Schlauchanschluss. Im Tank landete damals nur ein Bruchteil davon. Seitdem haben wir es aufgegeben, in Wismar Wasser zu tanken.

Die Senderliste im alten Logbuch...

Die Senderliste im alten Logbuch…

Pünktlich zum Beginn der neuen Saison ist das alte Logbuch voll und wir starten heute ein Neues und dann geht es vor Fock in rauschender Fahrt in etwas mehr als anderthalb Stunden zurück nach Wismar. Nun stimmt auch die Geschwindigkeit wieder. In Wismar trage ich alles nach, was üblicherweise noch so in unserem Logbuch steht. Neben den technischen Daten des Boots ist das auch die Speicherbelegung unseres Weltempfängers mit den Zeiten für die Wetterberichte auf Mittelwelle und Kurzwelle. Nachdem ich die Sender und die Frequenzen eingetragen habe, fällt mir ein, dass doch einige Sender abgeschaltet werden sollten. Ich schaue also noch einmal ins Internet: Das Ergebnis ist ein Desaster. Dieses Jahr gibt es noch die deutschen Sender. Ab 2015 bleibt für die gesamte Ostsee nur noch ein einziger dänischer Langwellensender auf 243 kHz übrig. Das heißt außerhalb des Mobilfunknetzes und des Empfangsbereichs von UKW-Radio gibt es keinerlei Chance mehr auf einen Wetterbericht. In den deutschen Gewässern gibt es noch DP07, aber dessen Stationsmeldungen reichen nicht aus, um eine Wetterkarte danach zu zeichnen.

...und im neuen Logbuch

…und im neuen Logbuch

Besonders zynisch finde ich die Pressemeldungen dazu: Es sei doch alles bei Altem, nur dass die Reichweite nicht mehr so groß sei, aber das sei ja nicht so schlimm, denn mittlerweile habe ja fast jeder Hafen WLAN. Liebe Schreiberlinge, habt Ihr mal versucht, im Hafen WLAN zu nutzen? Wenn man nicht gerade vorm Hafenbüro im Nieselregen auf der Parkbank sitzt oder mit 5 m Verlängerungskabel die WLAN Antenne in den Mast zieht, ist in den meisten Häfen damit leider nichts zu wollen, mal davon abgesehen, dass das Zugangssystem in jedem Hafen anders ist. Einfach freier Internetzugang ist zumindest in den meisten Häfen eben nicht vorhanden. Oft darf man beim Hafenmeister ein Zugangskärtchen kaufen. Einfach ist was anderes. Wir haben uns da lieber einen Surfstick eines Mobilfunkanbieters zugelegt. Das ist deutlich komfortabler, auch nicht teurer und auch in Häfen ohne WLAN verfügbar. Nur jenseits der Landesgrenzen wird die Sache komplizierter und teurer und spätestens da wo es schön und interessant wird, nämlich abseits der Zivilisation ist es damit dann eben auch vorbei.

Wir haben uns letztes Jahr eine Wetterbox gekauft, die den Langwellensender Pinneberg vom Deutschen Wetterdienst empfängt. Die Reichweite beträgt etwa 300 Seemeilen. Wenn das nicht reicht, bleibt dann nur noch eine weitaus aufwändigere Box, die auch die Kurzwellenfrequenzen empfängt. Vielleicht sollte ich doch noch meine Amateurfunklizenz machen? Auf jeden Fall müssen jetzt die Dänischkenntnisse wieder aufgefrischt werden oder wie wäre es mit den guten alten Wetterregeln? – Hat der Mond…

 

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