Weiter Richtung Heimat

Wir warten bis Mittags, aber irgendwann muss es ja losgehen.

Nach zwei Stunden setzen die Schauer ein. Wir haben Windstärke 6 und bergen das Groß. Auch unter Fock sind wir hoch am Wind noch schnell. Bei dem Südwestwind baut sich schnell kräftiger Seegang auf.

Im Laufe des Nachmittags nimmt der Wind wieder ab und wir können das Groß wieder setzen. Gegen halb acht machen wir fest in der Marina Boltenhagen.

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Wir drehen um

Heute morgen beim Aufstehen, liegt fast vor unserer Nase, draußen auf der Warnow ein Polizeiboot mit Blaulicht. Wir denken uns nichts Schlimmes und gehen erst einmal duschen. Vermutlich geht ein großer Pott raus und muss vorher drehen, so denken wir. Als er nach dem Duschen immer noch da liegt, werden wir misstrauisch und schalten das Funkgerät ein. Die Warnow ist gesperrt, hören wir dort. Draußen liegen die Fähren und können nicht rein. Drinnen versucht verzweifelt ein Segler per Funk zu ergründen, wann es denn weitergeht. Nun gehe ich im Hafen fragen, was da los ist. Ein herrenloser Koffer wurde am Kreuzfahrtterminal gefunden, so heißt es. Über Funk verfolgen wir das Spektakel weiter. Schließlich darf eine einzelne Fähre einlaufen unter der Bedingung, dass sich niemand auf den Außendecks aufhält. Es klingt ernst. Später erfahren wir, dass einer der Musiker, der gestern abend zum Auslaufen des Kreuzfahrers gespielt hatte, seinen Instrumentenkoffer vergessen hatte…

Wir dürfen allerdings auslaufen und haben Glück gehabt. Wir kehren um und laufen zurück gen Heimat. Der Wind soll drehen und da wollen wir uns nicht weiter nach Osten vorwagen. Außerdem sind Gewitter und Schauerböen angesagt.  Als wir an der Bukspitze vorbei sind, steht eine dunkle Wolkenwand über der Lübecker Bucht. Uns ist das nicht geheuer und wir drehen um und laufen erneut Kühlungeborn an. Passiert ist jedoch nichts. Wir haben den ganzen Tag Windstärke 3-4.

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Besuch von einem gelben Vogel

Angesagt sind heute Südost mit 3-4 Windstärken. Davon ist weit und breit keine Spur zu erkennen. Der Wind säuselt ganz schwach aus Ost. Wir haben uns nun schon bis mittags Zeit gelassen, aber der Wind legt nicht zu. Es ist leicht diesig. Draußen setzen wir das Groß, als plötzlich ein kleiner gelber Vogel auf der Winsch landet.

Besuch an Bord

Wir bewegen uns ganz vorsichtig, um ihn nicht zu erschrecken. Allerdings brauchen wir genau diese Winsch, um unsere Fock zu setzen. Was tun? Wir reden ihm freundlich zu, sich doch auf die Backskiste nach achtern zu setzen. Er sieht das ein und fliegt tatsächlich auf das Heck und wir können die Fock setzen. Das einzige, was wir immer noch nicht wissen: Was ist das für einer? Auch unser Bestimmungsbuch hilft hier nicht weiter. Nach einigen Minuten fliegt er zwitschernd davon.

Nach Warnemünde sind es nur 15 Seemeilen, aber der Wind ist  so schwach, dass wir nach sechs Stunden schließlich die Segel bergen. Zwischendurch war er komplett verschwunden und Lorrikeet hat sich tatsächlich um sich selbst gedreht. Das hatten wir noch nicht. Vor der Einfahrt in die Warnow liegen etliche große Schiffe. Die Costa Atlantica kündigt sich an. Sie hat eine Leine in der Schraube und braucht die Hilfe von Tauchern.

Wir legen im Olympiahafen an. Hier hat sich die letzten Jahre einiges getan. Er ist nun auch besser gegen Seegang geschützt, aber er ist eng und mit Lorrikeet hier anzulegen, eine Herausforderung. Am nahe gelegenen Alten Strom ist viel los: hier ist Stromfest. Abends kommen wir auch noch in den Genuss eines Feuerwerks pünktlich zum Auslaufen eines Kreuzfahrers. Wir genießen den schönen Abend im Cockpit.

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Mit wenig Wind nach Kühlungsborn

Für heute sind schwach umlaufende Winde angesagt, später soll es dann einen Südost mit Windstärke 3 geben. Wir würden gern Richtung Osten kommen.
Als wir um kurz nach halb zehn auslaufen, weht ein sehr schwacher Wind aus Nordost. Wir laufen deshalb erst einmal Richtung Großenbrode. Vier Stunden später nimmt der Wind geringfügig zu und dreht auf Ost. Wir machen eine Wende und laufen Richtung Kühlungsborn. Klaus nutzt die Gelegenheit und geht auf Fahndung nach dem Verkabelungsfehler, den er auch bald entdeckt. So haben wir in Zukunft ein ausreichend helles Dampferlicht und runinieren uns nicht die Trinkwasserpumpe.
Nach achteinhalb Stunden und 36 Seemeilen später bergen wir vor Kühlungsborn die Segel. Segeln kann auch sehr entspannend sein!
Nicht so entspannend ist der Kocher. Er muckt beim ersten Versuch, stinkt und qualmt und lässt sich erst beim zweiten Versuch überzeugen.

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Die erste Nachttour

Heute brechen wir am Spätnachmittag auf zu unserem hart erkämpften Kurzurlaub. Der Wind weht aus Nordwest und wir wollen zu mindestens noch eine erste Etappe schaffen. Drei Stunden später geht die Sonne unter und wir haben zum ersten Mal die Gelegenheit unsere Positionslampen zu testen.

Die Segel scheinen im Licht der untergehenden Sonne zu glühen

Beim Einlaufen nach Grömitz fällt uns auf, dass das Dampferlicht etwas schwach zu sein scheint. Unter Deck fällt auf, dass die Trinkwasserpumpe läuft. Da stimmt was nicht mit der Elektrik!

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