Die neue Kuchenbude

Die neue Kuchenbude

Lorrikeet hat jetzt eine neue Kuchenbude über dem Cockpit. Diesen Sommer fiel uns auf, dass es auf längeren Törns zum Einen unangenehm kühl und zum Anderen bei Regen unter Deck unangenehm feucht werden kann.

In den Häfen auf der Sommertour haben wir uns dann auf verschiedenen Nachbarbooten Anregungen geholt, wie so etwas aussehen könnte.

Sprayhood

Die Lösung hieß dann Sprayhood mit Cockpit Kuchenbudenverlängerung. Dabei haben wir duchaus Anleihen im Bereich Iglu-Zelte gemacht.

Mit vier großen Fenstern und einem hellen Stoff erhält man einen schönen zusätzlichen Raum. Auf den Bildern sind noch Falten im Fenster zu sehen, die noch weg müssen.

 

Segelmacher bei der Arbeit

Die Arbeit der Segelmacher war ein ständiges Pendeln zwischen Boot und Werstatt, da alles angepasst werden mußte.

 

Kuchenbudenverlängerung

Veröffentlicht unter An Bord, Das Projekt | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Lorrikeet läßt sich auch Einhand segeln

Da sich mir beruflich derzeit die Möglichkeit ergibt, spät nachmittags an Bord zu kommen, habe ich nun mehrfach ausprobieren können, dass sich Lorrikeet auch zum Einhandsegeln eignet.

Bei den Hafenmanövern ist sie sehr gutmütig, wenn man sich nur genug Zeit läßt und alles vorbereitet. Draußen habe ich zunächst nur unter Genua II gesegelt. Sie läßt sich dann sogar kreuzen und ab 4 Bft reicht die Segelfläche auch aus.

Seit 3 Wochen haben wir an Bord ein weiteres Crewmitglied.

– Robby Helmsman –

Mit ihm kann ich sogar das Groß setzen und dann auch bei leichterem Wind gut segeln. Allerdings beschwert sich die restliche Crew bereits wegen einer Sinnkrise. Keine Angst richtig gut segelt sie sich besser zu zweit.

Veröffentlicht unter Logbuch | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Wieder im Heimathafen

Grömitz – Wismar
27,8 sm
S 3 – 5,  morgens sonnig, nachmittags Regen

Uns weckt heute morgen das klappernde Spinnakerfall. Nachts hatte der Wind abgeflaut und nun kommt er aus Süd wieder. Das heißt, den Spinnaker brauchen wir heute definitiv nicht.

Die Sonne scheint und wir frühstücken in kurzen Hosen und T-Shirt im Cockpit. Oben auf der Mole flanieren die Urlauber vorbei. Ein kleiner Junge ist ganz fasziniert von unserer Nationale: „Mama, guck mal, das Schiff hat ja eine Deutschlandfahne!“. Ich erkläre ihm, dass alle Seeschiffe eine Nationale haben und dadurch zu einem Stück von Deutschland werden. Ich erkläre ihm auch die Bedeutung der Gastlandflagge. Nun hat er ein Projekt: im Hafen nach den ausländischen Schiffen zu suchen, die von Weitem durch ihre deutsche Gastlandflagge unter der Steuerbordsaling zu erkennen sind.

Als wir gegen Mittag auslaufen, ist der Himmel schon wieder bedeckt. Die Spinnakerschoten räumen wir gleich weg. Auf der Ostsee ist nicht viel los. Vom Offentief aus müssen wir nach Wismar kreuzen. Dabei fällt uns auf, dass sich der Unterschied zwischen Sumlog und GPS, die wir immer als Maß für die Strömung benutzt hatten, zwischen Backbordbug und Steuerbordbug um 1 Knoten ändert. Hier in der Wismarer Bucht, sollte eigentlich kaum Strömung vorhanden sein.

Der Wind hat auch schon wieder auf 4 – 5 Windstärken zugelegt und wir binden ein Reff ins Groß. Dazu fängt es an, etwas zu regnen. Was soll das – wollen die uns hier nicht? Kurz vor 17 Uhr sind wir wieder sicher auf unserem Liegeplatz in Wismar und unsere Sommertour ist beendet.

Bei einer Tasse Kaffee ziehen wir das Fazit:

In 21 Tagen haben
wir an 17 Tagen gesegelt
und an 4 Tagen wegen Sturm oder Gewitter im Hafen gelegen.

An 5 Tagen haben wir den Spinnaker gesetzt.

An 4 Tagen haben wir kreuzen müssen.

Insgesamt waren wir an 112 Stunden unterwegs.

Unsere Tour war 505 Seemeilen lang.

Durch Kreuzschläge, Ausweichmanöver und andere Umwege
haben wir laut GPS 540,6 Seemeilen zurückgelegt.

Im Schnitt waren wir pro gesegeltem Tag
6,6 Stunden unterwegs
und haben 31,8 Seemeilen zurückgelegt.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug etwa 4,8 Knoten.

Zieht man pro Tag etwa eine dreiviertel Stunde für Hafenmanöver und Segel setzen und bergen ab, steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf etwa 5,4 Knoten.

Dabei war die kürzeste Tour nur 1 Stunde 45 Minuten (Wismar – Timmendorf)
und die längste Tour 9 Stunden 15 Minuten (Fredericia – Bågø).

Die kürzeste Strecke war 7,5 Seemeilen (Wismar – Timmendorf)
und die längste Strecke 51,5 Seemeilen (Burgtiefe – Hestnæs).

Unterwegs haben wir 20 Liter Diesel (für Motor, Kocher und Backofen)
und etwa 150 Liter Frischwasser (kleine Kanister nicht mitgezählt) nachgetankt.

 

 

Veröffentlicht unter Logbuch, Sommertour 2012 | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

Zurück ins Revier

Heiligenhafen – Grömitz
30,4 sm
WSW 4 – 6, Schauer

Vor der Fehmarnsundbrücke

Nun sind wir schon fast im heimischen Revier und es macht sich Entspannung breit. Wir brauchen keine Wegepunkte mehr, die sind schon vom letzten Jahr im GPS. Die Strecke kennen wir sowieso auswendig. Auch den Seewetterbericht schreibt keiner mehr mit. Wenn nicht die drohenden Schauer wären und die angesagten vereinzelten Gewitter, würden wir wahrscheinlich noch später auslaufen.

Hinter uns fangen sich die Wolken an zu türmen

Unser letztes Zwischenziel für diese Tour ist Grömitz. Dazu müssen wir vor dem Wind von Heiligenhafen bis zur Fehmarnsundbrücke. Dort gibt es im engen Fahrwasser fast Stau. Dann verteilen sich alle Yachten wieder. Mit uns hoch ran Richtung Grömitz laufen nur sehr wenige. Die meisten haben sich einen angenehmeren Kurs ausgesucht. Hinter uns türmen sich die Schauerwolken schon dramatisch in die Höhe. Der Wind nimmt zu auf 5 Windstärken und wir binden wieder ein Reff ins Groß. Mit den neuen Blöcken geht das viel schneller und leichter als vorher. Auch die Genua rollen wir ein auf die Größe einer Fock.

Vor Fock hoch am Wind

Bis zur Landspitze Dahmeshöved können wir die Höhe noch halten. Von dort bis Grömitz müssen wir kreuzen. Ein Schauer zieht dramatisch von Grömitz aus auf See hinaus. Wir nehmen nun das Groß weg und kreuzen nur noch mit der Fock. Mit uns ist noch eine X77 auch vor Fock am Kreuzen. Die Yachten, die parallel dazu motoren, sind nicht schneller. In den Böen haben wir jetzt Windstärke 6, aber der Schauer zieht an uns vorbei. Wir versuchen dicht unter Land zu bleiben, um Schutz vor dem mittlerweile unangenehmen Seegang zu haben, der uns bremst. Als wir einen Schlag etwas weiter hinaus machen, eilt uns die andere Yacht davon.

Regenbogen über der Ostsee

Kurz nach 4 Uhr baut sich über Land eine Wolke mit einem großen Amboss auf. Der Wind hat in der Zwischenzeit wieder nachgelassen. Beide rollen wir nun unsere Focks ein, um unter Motor schneller nach Grömitz zu kommen. Eine Stunde später sind wir im Hafen. Es ist ziemlich voll. Auf den normalen Plätzen finden wir nichts mehr, also legen wir uns auf den letzten Platz an der Südmole. Schön ist das nicht, aber wir haben wenigstens einen Platz. Um von Bord zu kommen, bräuchten wir eigentlich eine Leiter, so hoch ist die Mole. Wir steigen auf die Reling. Wenn sie das nicht aushält, sollten wir sie vermutlich besser ersetzen, aber sie hält es aus.

Unsere Gesichter glühen jetzt von dem kalten Wind und der Gischt von vorne. Wir verkriechen uns unter Deck zu Kaffee und Kuchen. Es regnet, aber es ist kein Gewitter. Hinterher gibt es einen wunderschönen Regenbogen über der Ostsee.

Veröffentlicht unter Logbuch, Sommertour 2012 | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Eine neue Reffleine

Maasholm / Schlei – Heiligenhafen
44,3 sm
SW 4-6, Schauer

Für heute sind ab Mittag Schauer angesagt. Vereinzelt soll es auch Gewitter geben. Wir hoffen auf der Ostseite Schleswig-Holsteins auf ein wenig mehr Zeit, gehen aber noch vor dem Frühstück raus aufs Wasser. Das Reff nehmen wir wieder aus dem Groß, um so schnell wie möglich Richtung Heiligenhafen zu segeln. Wir könnten auch die Kurve über die Kieler Förde nehmen, um uns Fluchtmöglichkeiten offen zu halten, aber wir beschließen, den direkten Kurs zu segeln. Pünktlich gegen Mittag erscheint die erste drohende schwarze Wand im Südwesten. Wir ändern unseren Kurs so weit es geht nach Süden, um vielleicht in Wendtorf Schutz suchen zu können. Die schwarze Wand stellt sich als harmlos heraus und so ändern wir unseren Kurs wieder zurück auf Heiligenhafen.

Ein Riesenrad zum kommenden Hafenfest in Heiligenhafen steht schon

Wir laufen im Schnitt mit etwa 7 Knoten. Die Frachter, die auf dem Kiel-Ostsee-Weg Richtung Osten fahren, empfinden wir als gar nicht so viel schneller und so ist das Kreuzen dieses Schifffahrtsweges völlig stressfrei. Um uns herum ziehen immer wieder Schauer auf, aber erst in der Hohwachter Bucht bringen diese auch die entsprechenden Böen mit. Wir binden wieder ein Reff ins Groß. Vor Heiligenhafen müssen wir jedoch ein Schauer mit flatternden Segeln abwettern. Die Böen sind zu hart.

Unterwegs unterhält uns die deutsche Marine über Funk mit den Ankündigungen von Unterwassersprengungen („10 – 9 – 8- …“).

Sturmmövenküken – Ob es da wohl mit darf, wenn es mal groß ist?

In Heiligenhafen bekommen wir dann endlich beim Schiffsausrüster die ersehnte Reffleine für das zweite Reff und es kommen gleich noch ein paar Blöcke hinzu, um die Kräfte beim Reffen noch etwas zu reduzieren. Als wir wieder aus dem Laden kommen, zieht ein Gewitter über Heiligenhafen hinweg. Wir suchen Schutz in einer kleinen Bar. Dort hat an der Außenterrasse ein Sturmvogelpärchen ein Nest. Wir haben einen schönen Blick auf das Nest und den letzten verbliebenen schon fast flüggen Jungvogel. Von dort aus sichten wir die Olifant, die hier schon seit vielen Jahren liegt. Da wir mit dem Schiff viele schöne Erinnerungen verbinden, gehen wir doch anschließend gleich mal nachsehen, wie es ihr so geht. Sie sieht gut gepflegt aus und scheint in guten Händen zu sein.

Die neue Seebrücke in Heiligenhafen

Abends unternehmen wir noch einen Spaziergang zur neuen Seebrücke. Es wirkt noch etwas kahl. Rechts und links von der pompösen Promenade sind bloß Parkplätze statt z.B. einer netten Eisdiele. Die Lounge auf der Seebrücke hat zum Sonnenuntergang geschlossen. Gerade jetzt könnte doch jemand ein paar nette Getränke ausschenken. Die örtliche Jugend hat den Platz aber voll und ganz angenommen und bringt sich die Getränke halt selbst mit.

Veröffentlicht unter Logbuch, Sommertour 2012 | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar