Erste Winterarbeiten bei Kurze-Hosen-Wetter

Während die Sonne heute wärmer schien als im Sommer, so dass es unter dem Hallendach sehr angenehm warm wurde, begannen die ersten Winterarbeiten. Ich habe mich damit beschäftigt, Einlegeböden für die Schapps unter der Backbord–Hundekoje zu bauen. Dort verläuft der Schlauch für de Warmluft der Heizung. Als wir das Schiff letztes Jahr übernommen hatten, war sie komplett eingedrückt. Im Frühjahr haben wir dann mit vereinten Kräften und dem Peekhaken das Ding wieder von innen ausgebeult. Die Operation hatte Ähnlichkeit mit einer Ballon-Dilatation…

Für die Saison hatte ich ein paar Holzbrettchen so verkeilt, dass sie vor erneutem Eindrücken besser geschützt war, aber richtig nutzen konnten wir die Schapps bislang nicht. Nun soll eine nachhaltigere Lösung her. Leider haben wir auf der Autobahn zu lange im Stau gestanden, so dass der Laden, in dem wir eigentlich Bootsbausperrholz kaufen wollten, schon zu hat. Als Alternative holen wir Birkenholz-Sperrholz aus dem Baumarkt. Laut Kennzeichnung soll es einigermaßen feuchtigkeitsbeständig sein. Wir werden sehen und ich werde mit Holzöl noch nachhelfen.

Klaus ist einem Tipp unserer Nachbarin gefolgt und löst Zitronensäure in Wasser auf, um damit die Außenhaut abzuwachen. Das soll gegen den Gilb helfen. Auf jeden Fall geht damit der Schmutzstreifen am Wasserpass, an dem wir sonst immer kräftig schrubben mussten, ganz leicht weg.

Veröffentlicht unter Das Projekt | Verschlagwortet mit , | Schreib einen Kommentar

Saisonende

Die Saison ist zu Ende. Lorrikeet steht in der Halle neben ihrem Schwesterschiff und so ergab sich beim Kranen die günstige Gelegenheit, mal beide zusammen zu fotografieren.

Veröffentlicht unter Logbuch | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Die neue Heizung

Ja ‚Lorrikeet‘ hat auch eine Heizung. Leider war sie nicht einsatzbereit. Der WEBASTO-Vertreter meinte, sie sei ein Fall für das Deutsche Museum. Somit habe ich eine Neue eingebaut.

Ich dachte es wäre einfacher, aber es stellt sich heraus, dass bis auf die Luftschläuche in die Kajüte alles neu gemacht werden muß. Da ich eine Woche bis zum letzten September Wochenende auf dem Boot im Lübecker Hafen bleiben wollte, war ich etwas unter Zeitdruck. Nachdem ich die Abluft eingebaut, die Verkabelung und die Treibstoffversorgung gemacht hatte, lief sie zwar an, aber es kam keine warme Luft.

– Frust –

Schlauerweise hatte ich mir die E-Heizung von zu Hause mitgebracht und somit fand ich mich erst einmal damit ab.

Diesen Samstag vor dem Kranen habe ich den Fehler gefunden: Beim Einbau des Kocher/Ofens hatten wir den Heißluftschlauch gelöst, um die Abluft durch das gleiche Loch schieben zu können und hatten es nicht wieder verbunden. Somit hatte die Heizung fleißig warme Luft in die Backskiste geblasen, aber in der Kajüte kam nichts an.

Nun ja, jetzt funktioniert alles und es wird schön warm unter Deck.

Veröffentlicht unter An Bord, Das Projekt | Verschlagwortet mit , | Schreib einen Kommentar

Schmeißt Euren Müll nicht ins Wasser!

Junge Möwe auf der Trave

Junge Möwe auf der Trave

Veröffentlicht unter Logbuch | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Stürmische Tour in die Trave

Beim Warten auf die Frühstücksbrötchen können noch die neuen Travellerschoten, die neue Großschot und die neuen Genuaschoten bewundert werden

Dieses Wochenende wollen wir Lorrikeet an die Trave verlegen. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes: Von schwachen Winden aus südlichen Richtungen sollte der Wind mit dem Durchzug einer Kaltfront im Laufe des Vormittags auf NW 6-7 drehen, inklusive natürlich entsprechender Regenfälle. Was sollen wir tun? Freitag abend war das Wetter noch wunderbar, aber als ich an Bord ankomme, steckt Klaus kopfüber in den Eingeweiden und schraubt an der Heizung. Von auslauffertig sind wir weit entfernt. Es wäre eine schöne Nachttour, aber wir sind beide müde. So beschließen wir alles für einen frühen Start am nächsten Morgen vorzubereiten. Wir kochen Kaffee und Tee, um die Thermoskannen zu füllen, räumen auf. Leider denken wir nicht rechtzeitig daran, noch einzukaufen.

Auslaufen bei Sonnenaufgang

Heute morgen stehen wir noch im Dunkeln auf. Klaus wartet vor dem Supermarkt, bis er um sieben Uhr öffnet. Ich mache das Schiff klar zum Auslaufen. Als wir die Leinen einsammeln, geht gerade die Sonne auf und das wunderschöne Morgenrot ist der Vorbote der kommenden Front. Noch weht der Wind ganz schwach aus südlichen Richtungen. Draußen frühstücken wir erst einmal. Bei DP07 wird um 8 Uhr in der Konferenz die Lage der Front und ihre Auswirkungen diskutiert. Wir geben unsere aktuelle Windmeldung durch. Es ist immer noch ein wenig von der Sonne zu sehen, aber der Wind fängt an, Richtung Westen zu drehen und weht bereits mit 3-4. Noch ist alles schön. Die anderen berichten, dass die Front Regen bringt und 4-5 Windstärken. Na, dann ist ja alles gut. Wir segeln beruhigt weiter.

Wismar im Sonnenaufgang

Durch das Offentief müssen wir bereits kreuzen. Nun bereuen wir, nicht am Tag zuvor eingekauft zu haben. Dann wären wir schon längst hindurch, bevor der Wind soweit rumdreht. Wir hoffen nun, dass der Wind entsprechend weiter dreht, damit wir nicht auch noch nach Travemünde kreuzen müssen. Draußen steht jetzt eine schwarze Wand. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass wir jetzt umdrehen sollten und uns in Tarnewitz verkriechen, aber wir wollen ja nach Travemünde.

Um 10 Uhr haben wir dann das Offentief endlich passiert. Nun ist die Front da. Wir binden ein Reff ins Groß. Leider bleibt der Wind bei West stehen, so dass wir nun auch noch nach Travemünde kreuzen dürfen. Das Reffen war gerade rechtzeitig, denn nun haben wir Windstärke 6 – 7, wie versprochen. Noch haben wir kaum Seegang, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Von unserem Funkgerät hören wir nichts mehr. Wir finden schließlich heraus, dass das Handgerät eine Macke hat und immer unseren Außenlautsprecher abschaltet. Wir nehmen also das Handgerät ab, um wenigstens hören zu können. Einen Lagebericht geben wir um 10 Uhr in der nächsten Konferenz bei DP07 nicht mehr ab. Keiner von uns hat Lust, bei dem Geschaukel unnötig herum zu turnen.

Der Seegang kommt schneller als uns lieb ist, einmal dreht uns eine Welle soweit auf die Seite, dass von Lee eine See ins Cockpit steigt. Das hatten wir noch nie. Als der Seegang weiter zunimmt, fangen unsere Schubladen an, sich selbständig zu machen. Bislang waren sie immer brav an ihrem Platz geblieben, aber das ist ihnen nun zu viel. Im Geiste setzen wir  Sicherungshaken für die Schubladen auf die Einkaufsliste.

Unterwegs hält mal wieder der Tonnenleger auf uns zu. Das hatten wir im Urlaub schon einmal. Wir sind nicht sicher, was er vorhat. Da ich nicht weiß, ob ich die Höhe halten kann, um in Luv vorbei zu gehen, falle ich ab, um ihm wenigstens ein deutliches Signal zu geben. Eigentlich wollte ich die Höhe noch halten. Jetzt wäre das Handset praktisch gewesen, um sic mit ihm über Funk zuverständigen.

Als wir schließlich durchgehend 7 Windstärken haben, binden wir noch das zweite Reff ins Groß. Wir laufen nur 4 – 5 Knoten. Der Seegang und das dadurch schlagende Groß bremsen uns. Vor Travemünde ist der Seegang schließlich so unangenehm, dass wir auch das Groß noch bergen. Wir binden es seitlich an die Reling. Nun sind wir plötzlich viel schneller. Das hätten wir schon eher tun sollen!

In der Einfahrt zur Trave nimmt der Seegang endlich ab und die Spannung beginnt von uns abzufallen. Gegen 13 Uhr machen wir im Passathafen fest. Wir haben einen Mordshunger und nach dem Mittagessen steht erst einmal ein Nickerchen auf dem Programm. Vorher müssen wir jedoch das Schiff trocken legen. Es hat am Mast durchgeleckt, vorne an der Luke, an den Fenstern und irgendwo auch mal wieder inder Hundekoje. Der Regen hört auf, die Sonne kommt heraus, nur der Wind weht noch kräftig.

 

 

 

Veröffentlicht unter Logbuch | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar