Bei schönem NO 4 segeln wir mit einem Reff im Groß nach Neustadt. Als der Wind nachlässt, reffen wir aus. Hinter uns zieht eine gewaltige Wolke auf, wir wären gern so schnell wie möglich in Neustadt, aber die Wolke bleibt eine hohle Drohung
Bei schönem NO 4 segeln wir mit einem Reff im Groß nach Neustadt. Als der Wind nachlässt, reffen wir aus. Hinter uns zieht eine gewaltige Wolke auf, wir wären gern so schnell wie möglich in Neustadt, aber die Wolke bleibt eine hohle Drohung
Den Vormittag in Tarnewitz nutzen wir, um mal am Strand die Füße in das Wasser zu stecken. Anschließend geht es in zügiger Fahrt zurück nach Wismar. Wir nutzen die Zeit und machen eine Hafenrundfahrt auf eigenem Kiel, um die interessanten Schiffe zu erkunden, die hier liegen.
Wir sind nach einem Monat wieder an Bord und hatten zwischenzeitig andere fleißig sein lassen. Unser Test am Pfingstmontag hatte ergeben, dass die Verbraucherbatterie tatsächlich hinüber ist und so haben wir in der Zwischenzeit eine Neue einbauen lassen. Hoffentlich haben wir nun endlich wieder eine funktionsfähige Bordelektrik!
Den Pfingstmontag hatten wir noch genutzt, um unsere Reling abzubauen. Ihr haben wir schon lange nicht mehr getraut und heute morgen haben wir beim Hafenmeister unsere Relingsstützen mit neuen Relingsdurchzügen abgeholt. Heute Vormittag haben wir deshalb erst einmal die Reling wieder angebaut, um dann um halb zwei schnell noch den Hafen zu verlassen bevor usn die angedrohten Gewitter überfallen. Noch ist alles ruhig am Himmel. Der Wind ist schwach und wir trödeln so bei 2-3 Knoten im schönsten Sonnenschein Richtung Tarnewitz, wo uns liebe Menschen einen Liegeplatz freihalten wollen.
Als wir um die Ecke in die Wohlenberger Wiek biegen, türmen sich die ersten Wolken auf und auch der Wind legt zu. Das Mobilfunknetz ist hier so langsam, dass wir nicht mehr im Internet schauen können, wo die Gewitter gerade sind, aber über Funk gibt es bereits eine Unwetterwarnung und die Wismarer Bucht ist schon recht leer. Wir verwerfen die Idee noch ein wenig vor Anker zu liegen und in der Ostsee zu planschen und machen lieber im Hafen fest.
Eigentlich wollten wir noch zum Tango-Festival nach Boltenhagen, aber um 19 Uhr ist das Gewitter da und damit die Gelegenheit, mal wieder ein paar dramatische Fotos zu schießen.
Für dieses Pfingstwochenende ist Gewitter angesagt, also bleiben wir vorsichtig und segeln nur bis Niendorf, wo wir prompt einen Liegeplatz neben unserem Schwesterschiff finden. Gestern abend gab es dann bereits das erste Wetterleuchten. Heute morgen sieht der Himmel nicht sehr vertrauenserweckend aus. Wir machen erst einmal einen Gang über den Kunsthandwerkermarkt und erstehen einige Geschenke für die kommenden Geburtstage.
Der Blitzspion verrät uns, dass ein Gewitter bei Fehmarn vorbei zieht. Auf uns zieht akut nichts zu, also los. Wir wollen wieder zurück in die Wismarer Bucht, denn morgen gibt es noch etwas Arbeit, bevor wir den Zug nach Hause besteigen können. Bei der Ausfahrt begleitet uns unser Schwesterschiff und wir starten eine kleine Wettfahrt. Wir haben die Genua stehen und im Vergleich zum anderen Schiff, das „nur“ die Fock stehen hat, sind wir doch deutlich schneller.
Bei Travemünde zieht von Südwesten her diesiges Wetter auf. Das gefällt uns nicht. Wir haben hier noch ein Mobilfunknetz und befragen noch einmal den Blitzspion. Eine Gewitterfront zieht auf uns zu und wenn wir Zugrichtung und Geschwindigkeit extrapolieren, dann sollten wir in zwei Stunden besser gut und sicher in einem geschützten Hafen liegen. Kurz darauf meldet sich auch Trave Traffic und warnt vor schweren Gewitterböen.
Also beenden wir unsere Tour heute in Travemünde. Kurz nachdem wir unseren Kurs geändert haben, schläft der Wind nahezu ein. Wir bergen die Segel und motoren in den Passathafen. Oben auf der Passat steht ein Blasorchester und spielt Jazz bis Swing. Ein freundlicher Segler lotst uns auf einen freien Platz.
Noch wirkt alles harmlos. Als wir alles sicher verstaut haben, scheint noch Zeit für einen kurzen Ausflug zum Strand zu sein. Wir machen noch einen kleinen Umweg über die Sanitäranlagen beim Hafenmeister. Als wir wieder ans Tageslicht kommen, steht eine gewaltige schwarze Wolkenfront kurz vor dem Hafen und wir nehmen die Beine unter die Arme.
Im Hafen ist es so dunkel, dass die Laternen angehen. Es gibt ein paar kurze Sturmböen und danach öffnet der Himmel die Schleusen. Wir sitzen im Cockpit unter dem Persenning. Drinnen im Schiff läuft das Wasser am Mast herunter. So langsam wird uns nun klar, wo eigentlich die undichte Stelle ist.
Als wir später Essen kochen wollen, streikt der Kocher. Kurzerhand wird aus einer Gemüsepfanne ein Salat. Mit gefülltem Magen lassen sich Fehler viel besser suchen. Es stellt sich heraus, dass unsere Verbraucherbatterie kaum noch Spannung hat. Hmmh, wir hatten sie doch aufgeladen und viel verbraucht hatten wir doch gar nicht. Für morgen planen wir ein Experiment: Wir laden die Batterie wieder über Nacht und verbrauchen danach gar nichts. Mal sehen, was passiert. Unsere Verbraucherbatterie ist eine ganz normale 3 Jahre alte Autobatterie. Wir haben die Hypothese, dass sie die Schräglage beim Segeln nicht verträgt und dann unterwegs einen Plattenschluss hat.
Unser Ziel für heute ist Neustadt. Dort findet die Max-Oertz-Regatta statt und wir wollen sehen ob wir ein paar Klassikersegler aus Schlutup sehen. Das Wetter zeigt sich von seiner freundlichen Seite. In unserem Lieblingshafen ist nach ein wenig Verwirrung, bei der 4 Schiffe gleichzeitig durch den kleinen Rundhafen kurven, ein Platz für uns frei.
Überall ist die Aufzucht des Vogelnachwuchses in vollem Gange. Während die Blässhühner noch brüten, kommen die Graugänse schon mit den Gösseln stolz am Bott vorbei geschwommen. Überhaupt die Gänse im Rundhafen – morgens sitzen sie da auf der kleinen Landzunge noch bis in den frühen Vormittag hinein. Dan gibt es irgendeinen Anlass und die ganze Schar von ungefähr 100 Tieren geht mit mächtigem Getöse in einem einzigen großen Stapellauf zu Wasser. Nun ist Frühstück angesagt und wo ginge das besser als auf dem saftigen Rasen des Marinestützpunktes gegenüber. Die ganze Schar schlendert gemächlich über den grün gedeckten Frühstückstisch bis dann die nächste Patrouille sie zu lärmender Flucht zurück ins Wasser veranlasst.
Wir machen uns auf den Weg zum Stadthafen. Wir stärken uns an den Buden, die für die Regatta aufgebaut sind. Nur bekannte Gesichter sehen wir wenig. Auch die Anzahl der Schiffe hält sich noch sehr in Grenzen. Vielleicht sind wir noch zu früh, aber auch die Meldeliste zur Regatta wirkt kürzer als sonst.