Ansegeln

Obwohl Lorrikeet dieses Jahr bereits zu Ostern und damit im März ins Wasser gekommen ist, schaffen wir erst Himmelfahrt unser Ansegeln. Allerdings haben wir auch nicht viel verpasst. Der April war nicht besonders warm.

Sonnenuntergang in Timmendorf

Sonnenuntergang in Timmendorf

Somit segeln wir an dem ersten langen Wochenende im Mai auf der Wismarer Bucht bei schönstem Wetter und wie es nicht anders sein kann, gibt es einmal wieder einen kitschigen Sonnenuntergang in Timmendorf.

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Abschluss der Sommertour 2015

17. Seetag

Kühlungsborn – Wismar
27,2 sm
NW 3-4

Mit vielen bunten Hafenzetteln am Bugkorb liegt Lorrikeet wieder am Steg

Mit vielen bunten Hafenzetteln am Bugkorb liegt Lorrikeet wieder am Steg

Nachdem am frühen Morgen noch ein heftiges Gewitter über uns hinweggezogen ist und wir den nachfolgenden Regen abgewartet haben, laufen wir gegen Mittag aus, um zurück nach Wismar zu segeln. Dies ist eigentlich unsere Hausstrecke für Wochenendtouren. Da heute Samstag ist, kommen uns viele Segler aus der Lübecker Bucht entgegen. Auch in die Wismarer Bucht laufen viele ein. Unser Platz ist rot markiert, so dass er trotz Andrang frei ist. Gegen 17:30 sind wir im Hafen fest und unsere Tour ist damit beendet.

Unsere Sommertour 2015 im Überblick

Unsere Sommertour 2015 im Überblick

Damit ist es an der Zeit, ein wenig Statistik zu betreiben:

  • Wir waren 22 Tage unterwegs, davon haben wir 17 Tage gesegelt und 545,8sm zurück gelegt, also im Schnitt etwa 32sm pro Tag.
  • Wir fuhren etwa 50sm unter Maschine, weil der Wind sehr ungünstig oder einfach weg war.
  • Wir verbrauchten etwa 20l Diesel für das Motoren, Kochen und Heizen, da es an zwei Abenden einfach zu unangenehm kalt war.
  • In der Zeit haben wir 17 Schweinswale gesichtet und einen Seehund.
  • Das Wetter war durchwachsen und wir haben unsere Sommersachen nur spärlich nutzen können. Allerdings hatten wir keine längere Regenperiode.

Es hat viel Spaß gemacht und wir haben die Erkenntnis, dass wir Ziele wie den Limfjord in drei Wochen erreichen können. Aber wenn wir etwas Zeit dort verbringen wollen, müssen wir einmal ein bis zwei Tage durchsegeln.

Auf dieser Tour hat sich das AIS, welches wir nach der Erfahrung mit plötzlichen Nebelbänken im Frühsommer 2013 beschafft hatten, in Kombination mit dem Kartenplotter sehr bewährt. So war es bei Begegnungen mit der Großschifffahrt möglich, schnell zu erkennen, ob eine Kollisionsgefahr besteht und wie wir ggf. unseren Kurs ändern müssen. Dabei hat sehr geholfen, dass die meisten Schiffe ihre statischen Schiffsdaten gepflegt haben und wir so erkennen konnten, welchen Zielort ein Schiff hat. Dadurch war selbst in Zweifelsfällen schnell klar, welche Route ein Schiff nehmen wird. Einmal haben wir in Dänemark über Funk gehört, wie ein Schiff auf offensichtliche Falschinformationen in den AIS-Daten angesprochen wurde. Wir würden uns wünschen, dass das noch öfter passiert. Denn es gab immer noch etliche Schiffe, von denen wir diese Daten nicht bekommen haben. Leider gab es auch einige offensichtliche Berufsschiffe (AIS Class A), von denen wir kein AIS Signal empfangen haben.

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Hanse Sail Rostock

Hafentag in Kühlungsborn

Münster in Bad Doberan

Münster in Bad Doberan

Da wir nun einen Tag früher in der Mecklenburger Bucht sind, als ursprünglich geplant, bleibt uns noch die Chance, die Hanse Sail in Rostock zu besuchen. Wir sind gestern jedoch nicht nach Warnemünde gesegelt, da wir befürchtet hatten, keinen Liegeplatz mehr zu bekommen. So setzen wir uns ganz gemütlich in den Bus und fahren nach Warnemünde. In Bad Doberan müssen wir umsteigen und nutzen die 20 Minuten Wartezeit für einen kurzen Spaziergang um das schöne Münster. In Warnemünde ist unser erster Gang in den Buchladenm um ein neues Logbuch zu erstehen, da wir gestern die letzte freie Seite gefüllt haben und es uns nicht gelungen ist, in Dänemark ein neues Logbuch zu kaufen.

 

 

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Streckenrekord 2015 und hat doch gar nicht wehgetan

16. Seetag

Stubbekøbing (Falster) – Kühlungsborn
52sm
OSO – NO 4-5

Heute wollen wir auf die deutsche Seite hinüber. Deshalb stehen wir früher auf und verlassen gegen 9:30 Uhr den Hafen. Da der Wind aus OSO weht und der Grönsund in diese Richtung verläuft, ersparen wir uns das Kreuzen und laufen die ersten Meilen unter Maschine bis wir das Fahrwasser anliegen können. Mit etwa 6,5 Ktn rauschen wir hinaus auf die Hjelm-Bugt und dann in Richtung Gedser Odde. Im Laufe der Zeit dreht der Wind dann noch nördlicher auf ONO. Dies hilft ungemein. bereits gegen 14:30 Uhr passieren wir die Odde.

So sieht ein Grünstreifen auf See aus: zwischen den beiden Fahrtrichtungen des Verkehrstrennungsgebietes liegt ein Streifen, der von den großen Schiffen, die den Fahrtrichtungen folgen, nicht befahren werden darf

So sieht ein Grünstreifen auf See aus: zwischen den beiden Fahrtrichtungen des Verkehrstrennungsgebietes liegt ein Streifen, der von den großen Schiffen, die den Fahrtrichtungen folgen, nicht befahren werden darf

Hier beginnt der etwas aufregendere Teil der Tour. Vor der Odde liegt das Verkehrstrennungsgebiet Kadet-Rinne. Diese ist stärker befahren als der Nord-Ostsee-Kanal, denn auch die Schiffe, die durch den großen Belt gehen, fahren hier durch. Wir Segler müssen in diesen Gebieten allen ausweichen und dürfen sie nur auf dem schnellsten Weg also im rechten Winkel durchqueren. Wir gehen also auf Süd-Kurs und steuern die grüne Eingangstonne an. Das Gebiet hat von dort eine Breite von etwa 3,5sm. Als wir an der grünen Tonne sind, fährt wieder erwarten kein Großschiff in das Gebiet und dies bleibt auch die nächste halbe Stunde, die wir für die Strecke brauchen, so. Die Querung erfolgt also ohne Herzklopfen.

Raumschots mit 7,5 Knoten nach Kühlungsborn

Raumschots mit 7,5 Knoten nach Kühlungsborn

Danach nehmen wir direkt Kurs auf Kühlungsborn, wo wir gegen 18:30 Uhr festmachen. Als wir die Daten des GPS auslesen, stellen wir fest, dass wir heute den diesjährigen Streckenrekord aufgestellt haben. Die 52sm fühlten sich gar nicht so weit an und das in 9 Stunden. Hier ist es sehr warm, unterwegs hatten wir lange Hosen und Fleece-Pullover an, die tauschen wir so schnell es geht gegen kurze Hosen und T-Shirts.

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Noch einmal schnell nach Osten!

15. Seetag

Omø – Stubbekøbing (Falster)
37,4sm
SW-W 4-0

Zum ersten Mal auf dieser Tour (in diesem Jahr?) packen wir den Spi aus, sonst bekommt er womöglich noch Stockflecken...

Zum ersten Mal auf dieser Tour (in diesem Jahr?) packen wir den Spi aus, sonst bekommt er womöglich noch Stockflecken…

Da der Wind heute aus West kommt und die nächsten Tage auf SO-O drehen soll, schlagen wir einen kleinen Haken durch das Smålands-Fahrwasser, um dann durch den Grønsund östlich von Falster zu gelangen. Allerdings fällt dies uns erst sehr spät ein. So verlassen wir den Hafen erst am späten Vormittag und rauschen zu Anfang mit 7 Ktn vor flachgerefftem Großsegel und Genua II in Richtung Osten.

Über die Störström-Brücke verläuft auch der Bahnverkehr nach Deutschland über Puttgarden

Über die Störström-Brücke verläuft auch der Bahnverkehr nach Deutschland über Puttgarden

Leider hält sich der Wind diesmal an die Vorhersage und wird immer flauer. Wir halten mit bauchigerem Großsegel und später sogar Spinnacker dagegen. Aber es hilft nichts, etwa 10 sm vor der Størstrøm-Brücke bei Vordinborg ist der Wind weg. Wir hätten früher auslaufen sollen! Wir starten die Maschine und packen den Spinnacker ein und schieben Richtung Brücke. 4 sm vor der Brücke hat sich dann wieder ein thermischer Wind aus West aufgebaut und wir können wieder mit Spinnacker schnell genug segeln.

Von Nahem sind deutlich die Roststellen und die Stalaktiten zu erkennen

Von Nahem sind deutlich die Roststellen und die Stalaktiten zu erkennen

Segeln im Seewind ist eine sehr angenehme Sache. Man möchte nicht mit den Leuten an Land tauschen, die nun in der Sonne brüten. Bei diesem herrlichen Wind segeln wir unter der Størstrøm-Brücke hindurch. Klaus verbindet mit ihr viele Erinnerungen, da er hier häufig mit seinen Eltern gesegelt ist.

Die Farö-Falster Brücke ist in deutlich besserem Zustand

Die Farö-Falster Brücke ist in deutlich besserem Zustand

Die Brücke ist allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Die Stahlteile sind vom Rost angefressen und in der Seekarte findet sich eine Warnung über herabfallende Betonteile in den Nebenfächern, die deshalb auch für die Durchfahrt gesperrt sind. Dies ist umso erstaunlicher, als dies die Hauptbahnstrecke zwischen Rødby und Kopenhagen ist.

Attraktiv gealteter Kran im Fischereihafen von Stubbeköbing - Rost kann auch schön sein ;-)

Attraktiv gealteter Kran im Fischereihafen von Stubbeköbing – Rost kann auch schön sein 😉

Danach geht es dann auf die Farø-Falster-Brücke zu. Kurz vor dieser Brücke meldet sich dann der thermische Wind endgültig ab. Unter Maschine laufen wir das letzte Stück nach Stubbekøbing. Hier haben wir vor vielen Jahren mit dem Käpt’n Knurrhahn II einmal eine Schlechtwetterperiode abgewartet. Damals war alles feucht und klamm an Bord. Heute haben wir herrliches Wetter.

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