Ist das da vorne voraus Langeland?

2. Seetag:

Burgtiefe (Fehmarn) – Spodsbjerg (Langeland)
42,9sm
südliche Winde 1-3

Bei Regen durch den Fehmarnsund

Bei Regen durch den Fehmarnsund

So, so, dieser denkwürdige Ausspruch stammt von mir (Klaus)! Ich bin schon lang nicht mehr von dieser Seite aus in den Großen Belt eingelaufen und war einen kurzen Augenblick mit meiner Orientierung verwirrt.

Zwei der fünf Frachter, mit denen wir im Kiel-Ostsee-Weg klarkommen müssen - und jetzt erst einmal einen Beruhigungstee!

Zwei der fünf Frachter, mit denen wir im Kiel-Ostsee-Weg klarkommen müssen – und jetzt erst einmal einen Beruhigungstee!

Über Nacht hat sich der Wind gelegt und ist auf nette SSO 2-3 herumgegangen. Da für den Abend schlechtes Wetter vorausgesagt ist, sehen wir zu, nicht zu spät aus dem Hafen zu kommen. Allerdings geht es gleich beim Auslaufen mit Regen los. Im Fehmarnsund schiebt ein kräftiger Strom von etwa 2 Ktn mit. Im Fahrwasser herrscht Hochbetrieb, da alle Wochenendsegler wieder nach Hause müssen. Wir halten von Fehmarn etwa NW um südlich vom Tiefwasserweg in den Großen Belt zu laufen.

An den Fischertönnchen lässt sich die Strömung im Großen Belt gut erkennen

An den Fischertönnchen lässt sich die Strömung im Großen Belt gut erkennen

Dabei müssen wir den Kiel-Ostsee-Weg queren. Wie üblich herrscht auch hier Hochbetrieb. Auch heute leistet unser AIS gute Dienste. Es ist doch erheblich einfacher, die Kurse der Frachter am AIS zu verfolgen, als wenn man nur auf die visuelle Einschätzung angewiesen ist.

Die gewaltige grüne "Tonne" im Großen Belt

Die gewaltige grüne „Tonne“ im Großen Belt

In der ganzen Westlichen Ostsee drückt das Wasser nach Westen in die Belte, so machen wir trotz schwachen Winden unter der Küste von Langeland etwa 4 Ktn und erreichen sogar einigermaßen trocken Spodsbjerg. Wollen einmal sehen, was die Nacht bringt.

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Fliegen nach Fehmarn

1. Seetag:

Wismar – Burgtiefe
33sm
WSW 4-5 auffrischend W 6

Was ist eigentlich mit Burg los? Immer kommen wir bei starkem Wind an!
Aber von Anfang an. Wir sind mit unserer Lorrikeet endlich einmal wieder auf Sommertour. Nachdem die Bahn uns letztendlich dann doch nach Wismar gebracht hat und im frühen Morgen Schauer und Gewitter über uns hinweg gezogen sind, laufen wir aus mit Generalrichtung Nord.

Das schlechte Wetter zieht nach Osten ab und wir haben blauen Himmel

Das schlechte Wetter zieht nach Osten ab und wir haben blauen Himmel

Gleich bei der Ausfahrt aus Wismar merken wir, dass es besser ist mindestens ein Reff einzubinden. Als wir bei Bad Wendorf freikommen, binden wir gleich noch das zweite Reff ein. Unser Windmesser zeigt nun WSW 4-5. Nun läuft Lorrikeet wieder ruhig. Die Wolkendecke reißt zunehmend auf, aber auch der Wind nimmt auf böige 5 Bft zu.
Bei strahlendem Sonnenschein und durchschnittlichen 6,5 Ktn bewegen wir uns in Richtung Fehmarn. Der Wind in der nächsten Woche soll vornehmlich aus WSW wehen, so dass sich eine Passage durch den großen Belt anbietet.

Die Finnsky mit schäumender Bugwelle - dabei ist die Lübecker Bucht doch so groß...

Die Finnsky mit schäumender Bugwelle – dabei ist die Lübecker Bucht doch so groß…

Als wir in den Bereich des Lübeck-Gedser-Weges kommen, sehen wir, dass aus der Trave eine große Finnline ausläuft und mit uns offensichtlich auf Kollisionskurs ist. Am AIS kontrollieren wir den Kurs und lassen die Finnsky in Luv an uns vorbei. Die Leute auf der Brücke haben es bei den vielen Seglern und der Tiefenbegrenzung nicht leicht.

Die Finnsky passiert vor unserem Bug

Die Finnsky passiert vor unserem Bug

Als wir Großenbrode querab haben, hat der Wind auf W gedreht und weht mit satten 6 Bft. Es wird Zeit, das Groß zu bergen und nur unter Genua II weiter zu laufen. Bei uns stellt sich ein Déjà-vu-Effekt ein. Wie häufig sind wir hier schon bei solchen Windverhältnissen unterwegs gewesen.
Entsprechend spannend entwickelt sich unser Anleger mit seitlichem Wind. Als wir fest sind, helfen wir zusammen mit unseren Stegnachbarn im Team noch anderen Yachten, die die gleichen Probleme haben. Allerdings ist es schon sportlich, ohne vorbereitete Heckleinen vor dem Wind in eine Box zu laufen.
– Ganz großes Hafenkino –

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Erst Badetag dann Light- und Soundshow

Dieses Wochenende haben wir einen Segelschüler zu Besuch an Bord. Ich brauche also nicht Ruder zu gehen, nur Kommandos geben 😉

Das Ufer erscheint doppelt so hoch, wie es tatsächlich ist

Das Ufer erscheint doppelt so hoch, wie es tatsächlich ist

Es ist drückend heiß und schwachwindig. Für den Abend sind schwere Gewitter angesagt. Wir bleiben also in der Bucht und werfen wie viele andere vor Poel den Anker. Die Luft hat 32°C, das Wasser 22°C, also nichts wie rein. Wir nutzen die Chance, mal wieder ein paar Algen von der Außenhaut zu schrubben und viel zu schwimmen. Von der Wasseroberfläche aus sieht das Ufer bei Boltenhagen sehr merkwürdig aus. Es erscheint doppelt so hoch und hat oben einen durchgehenden wagerechten Strich. Anscheinend ist das Ufer zweimal zu sehen: so wie es wirklich ist und noch einmal gepiegelt darüber. Ich nehme die Kamera mit ins Wasser und versuche den Effekt zu fotografieren.

Gewitter

Gewitter

Anschließend fahren wir nach Tarnewitz. Nach dem Abendessen zieht von Westen her ganz langsam eine düstere Wolkenwand auf. Wir wagen trotzdem noch einen Ausflug ins Trockendock zu einem Bier, behalten dabei die Wand immer im Auge. Zurück an Bord nehme ich mir die Kamera und versuche Blitze zu fotografieren.

Wetterleuchten

Wetterleuchten

Ein paar mal gelingt mir das sogar, aber die Bilder sind dabei vollkommen überbelichtet. Nur ein Bild zeigt tatsächlich den Blitz und ein paar gespenstische Aufnahmen vom Wetterleuchten gelingen mir auch.

Wetterleuchten

Wetterleuchten

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Wir lassen uns doch von einem Riss im Segel Pfingsten nicht vermiesen!

Wir freuen uns auf ein schönes Pfingstwochenende mit wenig Wind. Samstag müssen wir erst einmal aus der Wismarer Bucht kreuzen. Noch ist recht schöner Wind vorhanden. Wir trimmen das Großsegel ganz flach, um kein Reff einbinden zu müssen. In einer Bö nimmt das Großsegel übel und reißt. So ein Mist!
Wir binden nun doch ein Reff ein und laufen nach dem Offentief mit einem Schrick im Segel, später sogar mit Spinnaker nach Niendorf. Dieser Hafen sorgt bei uns eigentlich immer für gute Laune. Schon die Schwalben, die sich auf unserer Reling niederlassen, zaubern uns wieder ein Lächeln auf die Lippen. Als wir dann sogar noch Besuch bekommen, ist der Ärger fast vergessen.
Am Sonntag laufen wir zurück in die Wismarer Bucht. Eigentlich wollen wir nach Timmendorf, aber der Hafen ist voll und so wird es mal wieder Tarnewitz, wo wir gegen 20 Uhr festmachen.
Am Montag zurück in Wismar bauen wir das Großsegel ab und stellen es beim Hafenmeister ab, wo es sich der Segelmacher am Dienstag abholen soll. Mal hören, was der dazu sagt…

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Rund um die gesperrte Halbinsel Wustrow

Das Himmelfahrtswochenende nutzen wir für eine Tour erst nach Kühlungborn und dann am Freitag bei wunderschönem Wetter nach Rerik. Dazu müssen wir die seit 1933 gesperrte Halbinsel Wustrow umrunden. Hier wurde im Dritten Reich ein Flak-Ausbildungszentrum betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren für kurze Zeit Flüchtlinge in der Wohnsiedlung untergebracht. Danach nutzte die Rote Armee die Halbinsel weiter für militärische Zwecke. 1993 zogen die Russen endgültig ab. Die Bundesrepublik verkaufte gegen den Widerstand der Reriker die Halbinsel an einen Investor. Der hatte hochtrabende Pläne, hatte aber seine Rechnung nicht mit den Rerikern gemacht, die keine Lust hatten, den ganzen Verkehr durch Ihre Gemeinde rollen zu haben. Seit über 10 Jahren haben sich nun beide Seiten in Ihren „Schützengräben“ vergraben. Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Der Wald und die Tiere haben sich die Insel zurückerobert. Die Forstverwaltung hat das Gebiet zu Wald erklärt, damit kann es nicht mehr so einfach bebaut werden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Am Samstag verschlechtert sich das Wetter und ist für Sonntag noch schlechter angesagt. Wir kreuzen deshalb vorzeitig zurück nach Wismar. Wieder führt uns der Weg aus dem Salzhaff heraus durch die enge Kielung am Kieler Ort vorbei, der Südspitze der langgestreckten sehr schmalen Insel vor der Halbinsel Wustrow.

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