Schon wieder Regen

Auf der anderen Seite
Auf der anderen Seite

Heute morgen wachen wir wieder zu dem vertrauten Klang von Regen auf. Unser gestriger Aktionismus erstirbt sehr schnell. Wir haben noch zwei weitere Tage, um wieder zurück zu kommen. Es treibt uns also niemand dazu, das klitschnasse Persenning im Regen abzubauen und alles noch nasser zu machen. Außerdem ist kaum Wind, also machen wir es uns wieder gemütlich. Erst nachmittags lässt der Regen nach und wir gehen spazieren. Diesmal gehen wir durch das alte Dorf von Großenbrode und rüber zum Strand auf der Westseite von wo aus wir nach Heiligenhafen schauen können.

Die Kirche in Großenbrode
Die Kirche in Großenbrode

Auf dem Rückweg statten wir der Kirche einen Besuch ab. Hinein kommen wir leider nicht. Daher schauen wir uns die alten Gräber rund um die Kirche an. Darunter sind etliche Sammelgräber: eines für 30 sowjetische Soldaten, eines für etliche deutsche Soldaten deren Namen nicht mehr zu entziffern sind und eines für Menschen aus Jugoslawien. Besonders hervor stechen dabei die Grabsteine zweier Kinder, die 1948 verstorben sind. Die Soldatengräber sind verständlich, denn in Großenbrode befand sich im zweiten Weltkrieg ein Seefliegerhorst mit einer Seenotstaffel. Die ehemaligen Kasernengebäude gehören heute teilweise zur Klemens Werft. Die Obstbäume, die wir am ersten Tag besucht hatten, wachsen auf den ehemaligen Start- und Landebahnen. Aber wie sind die jugoslawischen Kinder zu erklären?

Gräber neben der Kirche
Gräber neben der Kirche

Wieder an Bord und gestärkt mit Birnenkuchen und Apfelmus, mache ich mich im Internet auf die Suche. Bei Wikipedia heißt es, dass der Fliegerhorst nach dem zweiten Weltkrieg als britisches Kriegsgefangenenlager diente. Erst nach längerer Suche finde ich eine Webseite (dpcampinventory.its-arolsen.org) auf der der Fliegerhorst Großenbrode als Standort eines Lagers für Displaced Persons, welches bis zum 1.8.1949 bestand, verzeichnet ist. Wir vermuten, dass hier auch Menschen aus Jugoslawien untergebracht waren. Genaueres finden wir leider nicht heraus.

Auch die Enten und Gänse am Dorfteich sind hier etwas schläfrig
Auch die Enten und Gänse am Dorfteich sind hier etwas schläfrig
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Herbststurm

Petra probt das Fliegen...
Petra probt das Fliegen…

Um 7:30 Uhr ist die Nacht vorbei. Der Sturm ist da. Die Fallen klappern, der Wind faucht und heult , Lorrikeet legt sich in den Böen über und der Regen prasselt auf Deck. Am späten Vormittag ist der Regen durch und die Bewölkung lockert sich auf. Wir nutzen die Chance und gehen spazieren. Dann ziehen Schauer auf und wir müssen zweimal Zuflucht vor dem Regen suchen. Zurück an Bord machen wir erst einmal alles auf, um das Schiff wieder zu trocknen und genießen die Sonne im Cockpit bei heißem Tee und unserem leckeren Birnenkuchen. Langsam lassen die Schauer nach. Von Gewittern bleiben wir verschont. Wir machen noch einen zweiten Spaziergang und probieren auf dem Rückweg noch eines der beiden neuen Cafés im Neubau am Strand aus. Der Wind pfeift immer noch kräftig, nimmt aber langsam ab. Morgen müssten wir eigentlich weiter segeln können.

...hat aber gegen die gefiederten Profis keine Chance
…hat aber gegen die gefiederten Profis keine Chance
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Seepferde

Wenn wir wollten, könnten wir noch die kurze Tour nach Heiligenhafen segeln, um dort den Sturm abzuwettern, aber es regnet und wir finden, dass wir hier in Großenbrode doch eigentlich viel besser vor dem Sturm aus Nordwest geschützt liegen.

Regenwetter im Hafen
Regenwetter im Hafen

Eine Regenpause nutzen wir zum Einkaufen. Wir wollen Birnenkuchen backen, denn einige Birnen sehen doch arg nach Fallobst aus, was sie ja auch sind. Alle Supermärkte haben hier auch Sonntags auf. Wir laufen die neu gebaute Strandpromenade entlang. Am Strand ist ordentlich was los. Eine Pferde-Show ist in vollem Gange. Wir bewundern die Dressurkunststücke. Besonders beeindrucken uns zwei Shire Horse Hengste – gewaltig große Kalblüter, die größte Pferderasse der Welt. Unsere Assoziationen mit Rittern, Pferdestraßenbahnen und Brauereikutschen sind alle korrekt. Genau das ist ihr Metier.

Zwei Shire Horse
Zwei Shire Horse

Außerdem begeistern wir uns noch für zwei amerikanische Quarter Horse, die typischen Pferde der Cowboys, die von ihren Eignern tatsächlich zum Rindertreiben eingesetzt werden. Mangels Rind springt ein junges Mädchen im Kuhkostüm ein und zu Abschluss noch der Kurdirektor. Beide haben gegen die beiden Pferde keine Chance. Interessant auch, dass die Pferde dies völlig eigenständig tun. Ihre Reiter müssen sich eigentlich nur festhalten, um nicht herunterzufallen.

Zwei Reiter am Strand verfolgen einen Mann
Der Kurdirektor von Großenbrode auf der vergeblichen Flucht vor zwei Quarter Horse

Den Nachmittag verbringen wir mit Kuchenbacken. Es regnet ansonsten nahezu ohne Unterbrechung weiter. Langsam wird es feucht im Schiff und wir schalten die Heizung an.

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Auf nach Großenbrode zur Obsternte

Wir haben eine Woche Urlaub und Ende der Woche noch einen 60. Geburtstag zu feiern. Davor bleiben ein paar Tage zum Segeln. Die Wettervorhersage ist nicht so prickelnd: ein erster Herbststurm soll über uns hinweg ziehen. Aber heute sollte es ganz ok sein. Der Wind kommt aus West bis Südwest und soll im Lauf des Tages abnehmen. Trotzdem ist mir ein wenig flau. Wir wollen nach Großenbrode. In der Nähe des Hafens gibt es viele Obstbäume. Dort wollen wir uns erst einmal mit Obst verproviantieren. In Wismar kaufen wir noch Fisch und was wir sonst noch so brauchen. Wir binden ein Reff ins Groß und schlagen die Genua II an, melden uns beim Hafenmeister bis Donnerstag ab oder vielleicht auch bis zum Frühjahr, falls wir schon gleich bis ins Winterlager nach Schlutup segeln.

Wir lassen Wismar noch bei schönem Wetter hinter uns
Wir lassen Wismar noch bei schönem Wetter hinter uns

Nach dem Auslaufen setzen wir nur die Genua. Bei 5 Windstärken reicht das. In der Wismarer Bucht ist viel los. Auf dem Hannibal, der Untiefe vor der Wismarer Bucht ist der Seegang unangenehm chaotisch. Draußen wird die See angenehmer: die Wellen sind länger und kommen aus einer Richtung. Der Wind nimmt langsam ab, schließlich setzen wir noch das Groß. Die Tage sind nicht mehr so lang und wir wollen noch bei Tageslicht ankommen. Segler sind trotz Wochenende nur wenige hier draußen. Wir vergnügen uns mit dem Beobachten der interessant geformten Wolken.

Wilde Reiter am Himmel oder doch bloß Wolken?
Wilde Reiter am Himmel oder doch bloß Wolken?

In der Einfahrt zum Großenbroder Binnensee nehmen wir die Genua weg und segeln nur mit dem Groß hinein, welches wir dann kurz vor dem Hafen wegnehmen. Der Wind frischt plötzlich wieder auf und ich muss bei der Einfahrt in den Hafen die Maschine rückwärts laufen lassen, um nicht so schnell zu werden. In Großenbrode brauchen wir nicht nach einem freien Liegeplatz suchen. Es gibt bereits genügend freie Plätze.

Lorrikeet liegt sicher vertäut in Großenbrode im Hafen
Lorrikeet liegt sicher vertäut in Großenbrode im Hafen

Es ist gerade noch hell und so greifen wir nach dem Festmachen eine große Tasche und machen uns auf den Weg zum Naturpfad mit seinen Obstbäumen. Voll beladen kehren wir zurück und während Klaus Obst wäscht, koche ich Pellkartoffeln, die wir zusammen mit dem Fisch aus Wismar verspeisen. Dann kochen wir uns noch einen Topf voll Apfelmus. Unser Fach für das Obst quillt über vor Äpfeln und Birnen.

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Es ist vollbracht

Ja, es ist vollbracht. Lorrikeet liegt zwar schon seit Ende März im Wasser aber innen ähnelte sie eher einer Baustelle. Wir waren erst einmal über den großen Teich geflogen und haben noch nicht den Mast gesetzt.

Die neuen Deckenplatten

Letztes Wochenende haben wir nun  endlich die neuen Deckenplatten eingesetzt und irgendwie sieht es so aus als wenn das schon immer so war. So muss es eben aussehen und es zeigt, dass wir unseren Job gut gemacht haben. Die Platten sind schneeweiß und ganz glatt geworden.

Deckenplatten Hundekoje

Selbst in der Hundekoje sind jetzt Deckenplatten und man schaut beim Einschlafen nicht mehr auf die rohe Cockpit-Unterseite.

Nächstes Wochenende ist nun der Mast dran.

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