Zum Basteln nach Maasholm

Nein, ihm ist nicht schlecht Er baut nur einen neuen Wasserhahn ein.

Nein, ihm ist nicht schlecht Er baut nur einen neuen Wasserhahn ein.

Eckernförde ist nicht nur ein netter Ort, sondern hat auch einen sehr gut ausgestatteten Yachtausrüster. Gestern hat unser Wasserhahn in der Pantry den Geist aufgegeben und die Nationale hat auch bereits bessere Zeiten gesehen. Wenn wir schon dabei sind, können wir auch noch die Scherung der Travellerschot verbessern. Nach dem Frühstück decken wir uns dort mit den notwendigen Ersatzteilen ein. Über die Anzeichen auf der Kasse schweigen wir lieber dezent.

So sieht der Traveller jetzt aus. Mal schaun, ob das so besser funktioniert

So sieht der Traveller jetzt aus. Mal schaun, ob das so besser funktioniert

Das Basteln wollen wir dann aber doch im nächsten Hafen durchführen. Erst gegen 13:00 Uhr verlassen wir den Eckernförder Stadthafen und setzten Großsegel und Genua 3. Bereits vor dem Marine Hafen merken wir, dass dies zuviel Segelfläche ist. Der Wind weht mit 4-5 aus NW. Das Großsegel wird gerefft.

Die neue Nationale hat wieder die vorgegebenen Farben

Die neue Nationale hat wieder die vorgegebenen Farben

Als wir bei Bockniseck hoch an den Wind müssen, stellen wir fest, dass selbst diese Segelfläche zu viel ist. Also stecken wir noch das zweite Reff in das Großsegel. Nun läuft sie viel ausgeglichener auf dem Ruder, legt sich aber in den Böen aber immer noch kräftig auf die Seite.

Restaurierte Kahnstellen in Maasholm

Restaurierte Kahnstellen in Maasholm

Der Wind bläst genau aus der Schlei, so dass wir das letzte Stück unter Motor nach Maasholm fahren. Maasholm ist für mich mit vielen Erinnerungen an Kindheit und Jugend verbunden, da wir häufig hier waren.

Wir entdecken bei unserem Spaziergang noch einem typischen Schleikahn, der früher einen Mast hatte und segeln konnte. Nun hat jemand einen Außenbordmotor hinein gebastelt.

Wir entdecken bei unserem Spaziergang noch einem typischen Schleikahn, der früher einen Mast hatte und segeln konnte. Nun hat jemand einen Außenbordmotor hinein gebastelt.

Die Zeit nach dem Einlaufen verbringen wir mit den Basteleien. Am Ende hat Lorrikeet eine neue Nationale, eine verbesserte Travellerschot und einen neuen Wasserhahn.

Auch eine Werft gibt es noch in Maasholm

Auch eine Werft gibt es noch in Maasholm

Blick auf Schleimünde im Abendlicht

Blick auf Schleimünde im Abendlicht

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Waren wir schon einmal in Eckernförde?

Die 12er sind auch in der Kieler Förde. Dieser wirkt wie gemalt.

Die 12er sind auch in der Kieler Förde. Dieser wirkt wie gemalt.

Über Nacht hat es wieder einmal geregnet, aber morgens scheint die Sonne. Wir frühstücken an Bord und machen ganz gemütlich klar zum Auslaufen.

Es ist Sonntag und anscheinend ist halb Kiel auf dem Wasser

Es ist Sonntag und anscheinend ist halb Kiel auf dem Wasser

Wo soll es heute eigentlich hingehen? Wir wollen auf jeden Fall in Schleswig-Holstein bleiben. Deshalb kommt die Frage auf, ob wir überhaupt schon einmal in Eckernförde waren. Mit dem Boot waren wir zusammen noch nie dort. Wir sind immer an der Eckernförder Bucht nach Norden oder Süden vorbeigesegelt und haben uns manchmal über die kräftige See geärgert, die bei NW aus ihr herausläuft.

Begegnung auf dem Wasser

Begegnung auf dem Wasser

Nur 1988 während der Kieler Woche waren wir einmal dort in einer Kaserne für eine Nacht untergebracht, konnten dann aber ein Zelt im Tirpitz-Hafen ergattern. Ich war mit den Eltern in meiner Jugend da, aber meine Erinnerungen sind eher verschwommen.

In Eckernförde liegen auch einige Traditionssegler

In Eckernförde liegen auch einige Traditionssegler

In Stickenhörn liegt man bei NW-Wind sehr geschützt, so dass wir die Genua 1 mit ungerefftem Großsegel setzen. Bereits hinter Leuchtturm Friedrichsort stellen wir fest, dass der NW mit 4 Bft weht und diese Segelfläche zu groß ist. Wir verkleinern gleich auf Genua 3. In der Strander Bucht bis hinter Bülk ist diese Beseglung auch OK, aber dann flaut der Wind ab und dreht auf NO. Höchstwahrscheinlich haben wir wieder Thermik.

Eckernförde hat früher vom Fischfang gelebt und auch heute liegen dort noch einige Fischkutter,...

Eckernförde hat früher vom Fischfang gelebt und auch heute liegen dort noch einige Fischkutter,…

Wir lassen es bei der Beseglung, da es nach Eckernförde nicht so weit ist. Auf dem Stollergrund kommen uns einige Traditionsschiffen mit Ziel Kiel entgegen. Sie habe wohl die Reise so geplant und laufen nun Kiel an, obwohl die Kieler Woche so nun doch nicht stattfindet.

...darauf spielen wohl auch Kalle und Krischan an.

…darauf spielen wohl auch Kalle und Krischan an.

In der Eckernförder Bucht, kurz vor dem Marine Hafen, bricht der Seewind wieder zusammen und wir bekommen einen leichten NW mit vielen Löchern und Winddrehern. Es wird aber nicht aufgegeben. Wir kreuzen tapfer dagegen an. Zuletzt machen wir im Stadthafen, einer kleinen liebevollen Anlage, fest.

Besonders faszinierend ist dort das sehr klare Wasser.

 

 

Abendstimmung im Hafen

Abendstimmung im Hafen

Eckernförde stellt sich als ein nettes Städtchen heraus, das zu unrecht von uns Backbord oder Steuerbord liegen gelassen wurde.

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Wäre heute nicht der Beginn der Kieler Woche ?

Der Fördedampfer ist heute ein umgebauter Schlepper

Der Fördedampfer ist heute ein umgebauter Schlepper

Auch heute gehen wir zum Frühstück zu meiner Mutter. Diesmal möchte sie die Brötchen besorgen. Nach dem Frühstück steht ein Ausflug mit dem Förderdampfer in die Stadt auf dem Programm.

Seehund im Außenbecken des Geomar

Seehund im Außenbecken des Geomar

Beim Geomar gibt es ein kleines aber feines Aquarium. Dies wollen wir uns einmal anschauen. Auf dem Dampfer stellen wir fest, dass dieses leider wegen Corona geschlossen hat. Macht nichts, dann besuchen wir eben die Kunsthalle.

Ein kleiner Junge ist schwer begeistert von den Seehunden des Geomar

Ein kleiner Junge ist schwer begeistert von den Seehunden des Geomar

Als wir an der Reventloubrücke den Dampfer verlassen, sehen wir vereinzelt Buden und Zeltpavillons an der Kiellinie. Wäre heute nicht eigentlich die Eröffnung der Kieler Woche gewesen? Leider ist auch dieses Ereignis in Kiel dem Corona-Virus zum Opfer gefallen. In Kiel versucht man das Beste aus der Lage zu machen.

In mehreren Becken erforscht man, welche Auswirkungen eine Temeraturerhöhung der Ostsee um 3°C auf Tiere und Pflanzen haben würde

In mehreren Becken erforscht man, welche Auswirkungen eine Temeraturerhöhung der Ostsee um 3°C auf Tiere und Pflanzen haben würde

Die Ausstellung in der Kunsthalle zeigt einige sehr skurrile Installationen der britischen Künstlerin Rachel Maclean. Wir durchstreifen dann noch die Ausstellung „Streifzüge durch die Sammlung – von Expressionismus bis Liebe“

Schwimmer in der Kieler Förde

Schwimmer in der Kieler Förde

Nach so viel geistiger Nahrung ist uns nach einem Tee oder Kaffee. Leider hat das Café in der Kunsthalle geschlossen und wir wandern in die Stadt. Am alten Markt werden wir fündig. Bei dem guten Wetter sind die Cafés mit Tischen im Freien gut gefüllt.

Am Bahnhof haben Passagiere die Auswahl zwischen Zug und Schiff

Am Bahnhof haben Passagiere die Auswahl zwischen Zug und Schiff

Gegen Nachmittag füllt sich die Stadt. An einigen Ecken gibt es kleinere Demonstrationen. Wir sind eben in der Landeshauptstadt von Schleswig Holstein. Es wird Zeit vom Bahnhof mit dem Fördedampfer zurück nach Friedrichsort zu fahren.

Segler vor dem Anleger der DFDS Fähren

Zur Erholung trinken wir ein paar Tassen Tee und führen zum Training noch einige Telefonate durch. Morgen soll es für uns weiter gehen. Es ist schönes Wetter mit Wind aus wechselnden Richtungen angesagt.

Blick vom Fördedampfer in das Schraubenwasser

Blick vom Fördedampfer in das Schraubenwasser

Anmerkung von Petra: Dies war nach mehr als drei Monaten zum ersten Mal wieder ein Museumsbesuch. Dies hat mich inspiriert, meine Bilder bei Deepart  in Gemälde verwandeln zu lassen.

 

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Homework bei Mutter

In den frühen Morgenstunden trommelt, wie angekündigt, der Regen auf Deck. Bei so einem Wetter hat man es nicht besonders eilig aufzustehen. Allerdings gibt es in den Häfen von Schleswig-Holstein wieder Duschen. Diese Errungenschaft nutzen wir ausgiebig.

Morgendlicher Blick vom Hafen über die Kieler Förde

Morgendlicher Blick vom Hafen über die Kieler Förde

Wir haben mit meiner Mutter vereinbart, zu ihr zum Frühstück zu kommen und die Brötchen mitzubringen. Nach dem Frühstück wollen wir bei ihr ein neues mobiles Telefon installieren. Das alte Kabeltelefon hat nun etwa 37 Jahre auf dem Buckel und zeigt manchmal Aussetzer, dann darf es langsam den Weg alles Irdischen gehen.

Bei der Beschaffung des neuen Telefons haben wir auf große Ziffern mit gutem Kontrast geachtet. Auch das Display soll gut zu lesen sein und keinen Schnickschnack enthalten. Eigentlich würden man sich so ein Gerät auch wünschen. Hmm werden wir jetzt auch langsam älter?

Der leichte Nieselregen verlockt nicht zum Segeln

Der leichte Nieselregen verlockt nicht zum Segeln

Die neuen Funktionen und das ungewohnte Handling mit dem schnurlosen Gerät wollen geübt werden und wo wir einmal da sind, checken wir auch gleich die restlichen Gerätschaften und den Computer durch. Nun ist alles wieder auf dem Laufenden.

Nach dem Mittag lässt der Regen stetig nach und es wird heller am Himmel. Wir lassen meine Mutter erst einmal mit ihrem neuen Telefon alleine. Es reicht jetzt mit Informationen.

Für den Abend haben wir einen Tisch im „Al Gambero“ in Kiel-Friedrichsort für drei Personen bestellt, denn heute ist unser 28. Hochzeitstag. Bei uns ist es Tradition, dass wir an diesem Tag irgendwo schön essen gehen. Das ist natürlich auch heute nicht anders.

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Das Wetter öffnet ein Türchen für einen großen Satz nach Westen

Wir stehen früh auf und verlassen bereits um 7:00 den Hafen. Das Frühstück gibt es einmal wieder nach dem Auslaufen. Der Wind aus NO schiebt uns bei 3 Bft zügig aus dem Salzhaff. Wir haben das ungereffte Großsegel und die große Genua 1 gesetzt.

Seegang im der Mecklenburger Bucht

Seegang im der Mecklenburger Bucht

Bereits bei der Kielung merken wir, dass der Wind zu nimmt. Als wir die flachen Bereiche verlassen haben, wird die Segelfläche verkleinert, da Lorrikeet zunehmend schwer auf dem Ruder liegt. Dies ist immer ein deutliches Zeichen. Dazu muss die Genua 1 geborgen und die schwerere Genua 2 gesetzt werden. Dies ist in dem Seegang, der sich über dem Rerik-Riff aufgebaut hat, kein leichtes Unterfangen. In voller Montur mit Lifebelt krieche ich bis zum Bug und berge das Segel. Als größtes Problem stellt sich das Öffnen der Schäkel heraus. Hier muss ich mir in Zukunft noch etwas einfallen lassen. Die Genua lässt sich als Segelknäuel ins Cockpit bringen und dort in den Segelsack stecken.

Das Setzen von Genua 2 bringt ein weiteres Problem zu Tage. Zum Einfädeln des Vorlieks muss einer die ganze Zeit im Bugkorb sitzen, was bei Seegang nicht ganz ohne ist. Die zweite Person im Cockpit muss steuern und am Fall ziehen, wobei die Reibungsverluste der vielen Fallumlenkungen an den Kräften zehren. Am Ende schlüpfe ich für das letzte Viertel zurück ins Cockpit und nutze die große Fockschotwinsch, um das Fall zu holen.

Als die Genua 2 steht, stecken wir noch das erste Reff ins Großsegel. Nun läuft Lorrikeet wieder erheblich ausgeglichener. Mittlerweile weht der NO-Wind mit 5 Bft und wir segeln mit knapp 8 knt über Grund in Richtung Fehmarnsund. Dies ist genau die Geschwindigkeit, die wir brauchen, um einen Tagessprung von 70 sm zu schaffen.

Wir nutzen die ruhige See im Fehmarnsund für Tee und Kucheneine Stärkung mit

Wir nutzen die ruhige See im Fehmarnsund für Tee und Kucheneine Stärkung mit

Als wir bereits um 11:30 Uhr die Fehmarnsund Brücke passieren, hegen wir gute Hoffnung, dass wir die Strecke nach Kiel schaffen. Also geht es weiter und nicht nach Heiligenhafen. Dies war der Plan B.

Aus den Mitteilungen von DP07 und dem laufenden Funkverkehr vernehmen wir, dass die Bundeswehr in der Hohwachter Bucht heute Schießübungen durchführt, allerdings ist dann häufig nicht das gesamte Gebiet gesperrt. Ein Anruf bei Todendorf Marine Radio bringt Klarheit, dass wir tatsächlich nicht das gesamte Warngebiet umfahren müssen. Das Gebiet nördlich des Kiel-Fehmarnsund-Weges ist frei. Also können wir bereits ab der WG-T11 einen West-Kurs steuern.

Wir passieren die Friedrichsorter Enge in der Kieler Förde

Wir passieren die Friedrichsorter Enge in der Kieler Förde

Bei NO Wind rollt Lorrikeet heftig Richtung Kiel-Leuchtturm. Glücklicherweise hält der Wind fast bis in die Kieler Förde durch. Man merkt aber schon, dass er wie angesagt, langsam abnimmt. Gegen 16:00 Uhr stehen wir zwischen den beiden östlichen Sperrgebieten und lassen uns per Mobilfunktelefonat einen Platz in Stickenhörn zuweisen. Lorrikeet läuft immer noch 5,5 knt und wir erreichen gegen 17:30 Uhr den Hafen. Das war eine reife Leistung!

Bereits nachmittags bemerken wir aus Südost den Aufzug einer Schlechtwetterfront. Meine Mutter besucht uns bereits an diesem Abend an Bord. Der Liegeplatz lässt ein problemloses Übersteigen zu, dass sie selbst mit höherem Alter noch bewerkstelligen kann.

 

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