Weiter den Großen Belt entlang

Nach dem Frühstück machen wir Lorrikeet wieder seeklar. Der Wind hat über Nacht massiv abgeflaut und die Sonne scheint. Wir wollen die Windrichtung nutzen, um möglichst weit nach Norden zu kommen.

Spodsbjerg früh Morgens

Spodsbjerg früh Morgens

Wir verlassen Spodsbjerg und setzen ungerefftes Großsegel und Genua 2. Zunächst geht es quer über den Belt Richtung Osten. Dann kommt aber ein Tanker uns in die Quere und wir wenden nach Nord.

Großer Belt mit AIS Positionen

Großer Belt mit AIS Positionen

Der Wind  frischt etwas auf und beginnt langsam auf Ost zu drehen. Es wird Zeit für das Reff 1. Nun können wir sogar die östliche Durchfahrt der Brücke über den Großen Belt anliegen. Zusätzlich setzt ein Strom mit etwa 1,5 sm nach Norden.

Die Crew im Großen Belt

Die Crew im Großen Belt

Westlich von uns verläuft der Tiefwasserweg, der von einigen Frachter benutzt wird.

Die Durchfahrt unter der Brücke ist wie immer ein echtes Schauspiel. Wir segeln bis zum Ende des Verkehrstrennungsgebietes, um Richtung Nordwesten nach Kerteminde zu segeln.

Die Große Belt Brücke

Die Große Belt Brücke

Lorrikeet unter der Großen Belt Brücke

Lorrikeet unter der Großen Belt Brücke

Hinter der Brücke dreht der Wind weiter auf SO und lässt deutlich nach. Also wieder raus mit dem Reff und Genua ausbaumen. An der Strömung kann man sehen, dass sich die Befürchtungen der Umweltverbände bestätigt haben. Der Westteil der Brücke wirkt wie ein Damm und in der entstandenen Bucht baut sich eine kräftige Nehrströmung auf, also leider gegenan.

Wir kreuzen vor dem Wind durch die Bucht nach Kerteminde, da Lorrikeet Raum besser läuft als vor dem Wind. Dabei braten wir beide in der Sonne. Vor Kerteminde bergen wir die Genua und wollen in den Wind gehen, aber der Motor meldet keinen Pieps. Also erst einmal wieder auf Gegenkurs, damit wir dem Hafen nicht zu nahe kommen. Was ist los?

Lorrikeet in Kerteminde

Lorrikeet in Kerteminde

Die Kontrolle der Batteriespannungen zeigt keine Absonderlichkeiten. Also weiter suchen! Der Blick fällt auf die Batteriehauptschalter. Da ist doch jemand mit dem Schuh gegen gekommen und die Starterbatterie ist abgeschaltet. Das lässt sich leicht beheben. Großsegel bergen und anlegen klappt mittlerweile wie am Schnürchen. Im Hafenbecken ist kräftig etwas los, da die Segelschule mit den H-Booten den Hafen verlässt und die Optimisten Starten und Kentern üben.

Opti-Training in Kerteminde

Opti-Training in Kerteminde

Wir nutzen das reichhaltige Angebot von Kerteminde zum Auffüllen unserer Bestände. Zum Abendessen gehen wir in „Zilans Pizza“. Von außen sieht der Laden wie ein alter Döner aus, aber innen ist alles tipptopp und die Betreiber geben sich alle Mühe. Das alte Vorurteil, dass Dänemarks Gastronomie nicht besonders kundenfreundlich ist, wird massiv bekämpft.

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Im Flug nach Spodsbjerg

Petra steigt nach dem Frühstück aus. Thomas und ich müssen nun selbst fertig werden. Beim Seeklar machen hilft Petra noch mit. Ab jetzt müssen wir mehr kommunizieren. Das Ablegen und Segel setzen wird vorher abgesprochen. Es klappt alles hervorragend. Mit rauschender Fahrt verlassen wir den Großenbroder Binnensee.

Wir haben bereits im Hafen das Reff 1 eingezogen. Der Wind, NO 4-5 steht so, dass wir bis zum Fehmarn Sund aufkreuzen müssen. Der Seegang ist schon etwas ruppig. Wir wissen aber, dass die Strecke, die wir so zurücklegen müssen überschaubar ist. Trotz alledem ziehen wir noch das Reff 2 ein. Jetzt läuft Lorrikeet wesentlich ruhiger mit 6 knt hoch am Wind.

Lorrikeet im Anflug auf die Fehmarn Sund Brücke

Lorrikeet im Anflug auf die Fehmarn Sund Brücke

Am Fehmarn Sund Fahrwasser dürfen wir auf raumen Wind abfallen und schiessen an den roten Fahrwassertonnen entlang. Unter der Fehmarn Sund Brücke entscheiden wir, über Fehmarn hinaus zu gehen. Der Wind steht günstig und wir sind den größten Teil der Strecke im Schutz von Fehmarn und Lolland.

In den Tiefwasserwegen Kiel-Ostsee-Weg und Weg-H müssen wir uns natürlich mit den großen Pötten arrangieren, aber das AIS leistet gute Dienste. Auf halber Strecke im Fehrman Belt läßt der Wind merklich nach, so dass wir das Reff 2 wieder raus lassen. Wir haben uns an die 6 knt gewöhnt.

Auch Langeland schießt an uns entlang. Kurz vor Spodsbjerg frischt der Wind wieder kräftig auf, aber wir haben den Hafen bereits vor Augen, so dass wir ohne weitere Segelmanöver durchhalten. Das Bergen der Segel läuft nach alter Weise am Wind. Das Großsegel fällt einfach in die Lazy-Jacks und wird dann verzurrt. Kurz vor dem Hafen rollen wir die Genua ein und fahren mit Maschine in den Hafen. Da wir bei dem Seegang die Leinen und Fender noch nicht vorbereitet haben, drehen wir im Hafen noch einen Kreis. Dabei erspähen wir einen geeigneten freien Platz und machen dort fest.

Lorrikeet in Spodsbjerg

Lorrikeet in Spodsbjerg

Wir sind mit uns zufrieden. Alles hat gut geklappt und wir machen uns daran ein Abendessen zu kochen.

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Ausgestiegen

Auch wenn es mir schwer fällt, so muss ich heute leider aussteigen und an Land bleiben. Klaus und Thomas segeln nun ohne mich weiter. Ich nutze die Chance und mache noch ein paar Fotos, bevor ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle am Dorfteich mache. Vom Steg aus habe ich einen schönen Blick auf den Großenbroder Binnensee, wo die beiden die Segel setzen. Als sie draußen in den Seegang einsetzen laufe ich noch einmal rum zur Mole, aber da sind sie nur noch als kleines weißes Dreieck weit draußen zu sehen.

Ich habe noch Zeit und mache einen Spaziergang auf die Seebrücke, aber wirklich erkennen kann ich sie dann schon nicht mehr. Nur anhand der Position auf dem AIS Tracker kann ich vermuten, welches der Dreiecke die Lorrikeet ist.

Die Tour von Großenbrode nach Spodsbjerg auf dem AIS Tracker

Die Tour von Großenbrode nach Spodsbjerg auf dem AIS Tracker

Meine Heimfahrt erfordert viel Geduld und ich schaue zwischendurch immer mal wieder nach, wo die beiden jetzt sind. Vom Bus aus kann ich sie noch einmal ganz kurz an der Südwestspitze von Fehmarn erspähen. Als die Lorrikeet in Spodsbjerg in den Hafen einläuft, habe ich mit mittlerweile zwei Stunden Verpätung immer noch eine halbe Stunde Weg vor mir. Nicht nur deshalb bin ich ein wenig neidisch…

Gute Reise!!

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Fahrradtour nach Heiligenhafen

Bereit zur Fahrradtour aber ohne den Fischer im Hintergrund. Der ist nur Deko auf einem Fischverkaufswagen

Bereit zur Fahrradtour aber ohne den Fischer im Hintergrund. Der ist nur Deko auf einem Fischverkaufswagen

Eigentlich war der Plan für heute, noch den kurzen Sprung nach Burgstaaken auf Fehmarn zu segeln, wo Petra dann aussteigen sollte. Als wir heute morgen aufstehen, orgelt der Wind ziemlich kräftig und mir mehr Beaufort als angesagt und steht genau auf die Einfahrt zum Großenbroder Binnensee. Einige Yachten laufen kräftig eingerefft oder nur vor Fock aus Richtung Süden. Nach Norden traut sich niemand, auch wir lassen das sein und packen stattdessen die Fahrräder aus.

Sehr alte Grabsteine am Glockenturm der Kirche in Großenbrode

Sehr alte Grabsteine am Glockenturm der Kirche in Großenbrode

Erst einmal geht es nach Großenbrode ins Dorf zum Dorfteich und der alten Kirche mit den interessanten Grabsteinen: Hier wird anscheinend niemand gezwungen, die Grabsteine seiner Vorfahren abzuräumen, um Platz für die nächsten zu machen. Auch zwei alte Glocken aus Stahl sind Zeugen der Geschichte.

Inschrift auf einer Glocke an der Großenbroder Kirche

Inschrift auf einer Glocke an der Großenbroder Kirche

Dann radeln wir Richtung Lütjenbrode und biegen auf dem Weg rechts ab zum Wasser, wo es neben einem schönen Blick auf die Fehmarnsundbrücke ein Hügelgrab gibt. Früher haben wir Hühnengrab gesagt. Aber Riesen wurden dort nicht beerdigt. Wir denken uns die Schnellstraße im Hintergrund weg und verstehen dann, warum das ein besonderer Ort war. Am Strand finden wir Meerkohl und probieren ein Blättchen. Sehr schmackhaft – könnte man was Nettes draus kochen, aber der steht unter Naturschutz!

Es ist Ende Mai und erst jetzt sichten wir die ersten Entenküken

Es ist Ende Mai und erst jetzt sichten wir die ersten Entenküken

Weiter geht’s Richtung Heiligenhafen. Kurz vor unserem Ziel treffen wir auf die ersten Entenküken in diesem Jahr. Sie sind noch sehr klein, dafür das schon fast Ende Mai ist.

In Heiligenhafen stärken wir uns mit einem Fischbrötchen, sorgen bei Baltic Kölln für mehr Umsatz, lassen uns auf der Seebrücke die Haare vom Wind zerzausen, entdecken die Bretterbude wieder.

Die Ostsee überlassen wir heute den Surfern

Die Ostsee überlassen wir heute den Surfern

Danach heißt es kräftig in die Pedale treten, denn wir fahren quer über Land unter den Windrädern entlang zurück nach Großenbrode. Das sind immerhin 80m Höhenunterschied mit kräftigem Gegenwind. Zur Belohnung gibt es ein kühles Getränk in der Strandbar in Großenbrode und für die Jungs noch ein Fischbrötchen. Ich probiere mal die gebrannten Mandeln.

Gemeinsame Törnplanung für den nächsten Tag

Gemeinsame Törnplanung für den nächsten Tag

Abends an Bord tippt Klaus fleißig Wegepunkte in das GPS, die das letzte Softwareupdate zur Behebung des Datumsproblems durch das Wochen Rollover leider alle gelöscht hatte.

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Der Wind ist rum auf Nordost

Vor dem Ablegen aus Timmendorf

Vor dem Ablegen aus Timmendorf

Zur Frühstückszeit müssen wir erst einmal unsere enge Packung an den Liegeplätzen entwirren, da unsere Nachbarn bereits früh aus dem Hafen wollen. Wir bleiben jedoch am Steg und genießen unser Frühstück im halb überspannten Cockpit.

Dann geht es auch für uns los. Heute üben Thomas und Klaus einmal gleich die Rollenverteilungen, als wenn Petra gar nicht da wäre. Petra übernimmt die Rolle der Beraterin. Alles klappt und volle Beseglung mit Großsegel und Genua 2 steht. Wir machen eine rauschende Fahrt und laufen durch das Offentief. Eigentlich hatten wir zunächst gedacht, in Richtung Grömitz zu laufen, aber dann müssten wir am nächsten Tag die ganze Strecke Richtung Fehmarn aufkreuzen. Also geht es bei NO 4 gleich Richtung Großenbrode.

Schäfchenwolken in Großenbrode

Schäfchenwolken in Großenbrode

Zusammen mit uns ist auch eine Luffe 37 ausgelaufen und auf dem Weg Richtung Fehmarn. Wie war das noch? Zwei Boote mit der gleichen Richtung sind eine Regatta. Thomas darf heute steuern und so ist es eine gute Übung. Eine ganze Weile geben wir uns nichts mit der Luffe. Allerdings zieht sie dann nach und nach davon. Wir können sicher noch etwas am Trimm und am Segeln an der Windkante machen.

Nach 4 Stunden sind wir in Großenbrode! Das war eine hurtige Fahrt mit mehr als 6 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. Auch einen Platz in der Marina der Yachtwerft Klemens bekommen wir sofort. Alles Bestens und Einkaufen kann man hier ja bekanntlich auch sehr gut.

Parallel zum Essen kochen schieben wir noch einen Kuchen in den Backofen, der uns die nächsten Tage erfreuen soll.

Sonnenuntergang über dem Großenbroder Binnensee (Foto: Thomas)

Sonnenuntergang über dem Großenbroder Binnensee (Foto: Thomas)

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