Von Ballen ins Kattegat nach Grenå

Brötchen bekommen wir heute erst ab 8:00 Uhr, also sind wir erst um 10:00 Uhr aus dem Hafen. Das Großsegel mit einem Reff setzen wir bereits im Hafen, da der Seegang direkt auf den Hafen steht. Draußen empfängt uns eine lange See, in der wir Höhe gewinnen und auf den Verjø Sund zu laufen. 

Die Schnellfähre aus Odden

Die Schnellfähre aus Odden

Den Verjø Sund haben wir bereits im letzten Jahr durchsegelt und kennen uns hier deshalb etwas aus, was bei der Ansteuerung durchaus hilfreich ist. Als wir den Sund verlassen, kommen wir in eine unangenehm kreuz und quer laufende See. Irgendwie muss dies mit dem Strom hier zu tun haben. Auf jeden Fall ist es nass, da plötzlich auch Seen von Lee angelaufen kommen. 

Die Schnellfähre aus Århus

Die Schnellfähre aus Århus

Nach dem wir die Untiefen des Bereiches verlassen haben, hört dieser Seegang glücklicherweise auf. Von hier laufen wir direkt in Richtung Grenå. Dabei müssen wir die Route der Hochgeschwindigkeitsfähre zwischen Århus und Odden kreuzen. Am Horizont kommen bereits Fähren aus beiden Richtungen am Horizont auf. Am Ende geht eine vor und eine hinter uns durch.

Die Fahrradtour

Die Fahrradtour

Bereits gegen 15:30 Uhr laufen wir nach Grenå ein. Wir wollen eigentlich noch in das Kattegat Aquarium gehen stellen aber fest, dass es bereits um 16:00 Uhr schließt. Klaus und Alex machen sich mit den Bromptons auf den Weg in die Stadt um noch etwas für die opulente vegane Bolognese zu bekommen.

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Durch den Großen Belt

Auch heute laufen wir wieder gegen 9:00 Uhr aus dem Hafen aus. Der Wind hat über Nacht abgeflaut und weht nun mit 3 Bft aus SO. Von Gestern haben wir noch das Reff 2 im Großsegel und die Genua 3 angeschlagen. Diese Beseglung wird erst einmal gesetzt, da Ausreffen einfacher geht als Einreffen.

Großer Belt im Sonnenschein

Großer Belt im Sonnenschein

Vom Hafen aus halten wir gleich in Richtung der äußeren Durchfahrt. Was wir nicht ordentlich beachten ist, dass rund um die Brückensockel Flachgebiete als Schutz aufgeschüttet sind. Die Wassertiefe reduziert sich sehr schnell auf 2,8m mit Steinen und wir haben dann tatsächlich eine leichte Grundberührung vor dem östlichen Brückensockel der Große Belt Brücke. Ich bin froh, dass wir nicht so viel Segel gesetzt haben und die Geschwindigkeit sich in Grenzen hält. Es sind auch nur zwei kurze Aufsetzer.

Stress vorbei

Stress vorbei

Der Strom setzt immer noch mit 2 sm nach Norden und wir gehen unter der Brücke auf Kurs Nord. Hinter der Brücke stellen wir fest, dass der Wind immer noch zu leicht für die Beseelung ist und nehmen beide Reffs aus dem Großsegel. Nun sind wir wieder zufrieden mit der Geschwindigkeit über Grund, aber wir halten uns außerhalb des Schifffahrtsweges.

Sind wir hier in der Karibik?

Sind wir hier in der Karibik?

Ab Røsnæs geht der Wind wieder auf 4-5 Bft. Wir lassen trotzdem die ganze Beseglung stehen, da der Wind achterlich einfällt und Lorrikeet immer noch gut zu kontrollieren ist. 

Unser Kurs führt uns schnell auf der Höhe von Ballen kurz vor das Verkehrstrennungsgebiet. Nun können wir halsen und Richtung Ballen oder weiter Richtung Ebeltoft segeln. Wir entscheiden uns diesmal nicht weiter zu segeln und lieber einen schönen Nachmittag und Abend in Ballen zu haben. Ausserdem wissen wir, dass der Wind weiter auf 5 bis 6 Bft zunehmen wird.

Restaurant "Skipperly" in Ballen

Restaurant „Skipperly“ in Ballen

Für das Abendessen gehen wir in das kleine Restaurant „Skipperly“ am Hafen von Ballen. Zunächst sind wir Drei ganz alleine, aber nachdem wir unsere Bestellung losgeworden sind füllt sich das Lokal schlagartig mit offensichtlich lokaler Bevölkerung und es wird viel erzählt. Das Menü ist überschaubar, aber sehr gut. Wir können dieses Restaurant guten Gewissens weiter empfehlen.

Im "Skipperly"

Im „Skipperly“

Fisch des Tages

Fisch des Tages

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Im wilden Ritt nach Korsør

Die Crew für die nächsten zwei Wochen

Die Crew für die nächsten zwei Wochen

Nach so viel Ruhe in den letzten Tagen haben wir uns heute einen Wecker gestellt und wollen spätestens gegen 9:00 Uhr den Hafen verlassen. Der Wind hat über Nacht etwas auf SO gedreht und auf 4 Bft abgenommen. Wir haben uns bereits gestern Abend Brötchen besorgt, um nicht mit der Schlange vor dem Bäcker zu viel Zeit zu verlieren.

Um 9:00 Uhr verlassen wir dann tatsächlich mit erstem Reff und mit kleiner Genua 3 den Hafen. Wir kämpfen uns bei halben Wind durch die immer noch kräftige See zum Fehmarnsund. Ab hier geht es mit schneller Fahrt unter der Brücke durch und zum Westausgang. Wir spielen uns auch sehr schnell aufeinander ein und führen die notwendigen Halsen durch. 

Entspanntes Segeln

Entspanntes Segeln

In der Landdeckung von Fehmarn geht es allen sehr gut, aber wir wollen ja hinüber in den Großen Belt. Der wind kommt mittlerweile mit 5 Bft aus SO. Erstaunlicher Weise sind kaum größere Frachter unterwegs, so dass das übliche Herzklopfen beim Queren des Hauptschifffahrtsweg ausbleibt. Nur der Seegang im Fehmarn Belt ist erheblich, aber wir wissen, dass dies unter der Deckung von Lolland wieder besser wird. Dafür schießen wir mit 7 knt Fahrt durch das Wasser dahin. 

Im Großen Belt steht zusätzlich noch 2 sm Strom nach Norden, so dass wir gegen 14:00 Uhr bereits auf der Höhe von Spodsbjerg stehen und uns entscheiden, die gute Fahrt zu nutzen und weiter in Richtung Korsør zu segeln, was weitere 28 sm nördlich liegt. Wenn es uns zu viel wird, können wir immer noch nach Omø ablaufen, was etwa auf halber Strecke zwischen Spodsbjerg und Korsør liegt. 

Unser GPS-Tracker, den wir an Bord mitführen, schlägt mit Geschwindigkeitsalarm von 20 km/h an. Die Strecke, wo die See aus dem Smallandsfahrwasser kommt war etwas ruppig, zumal dort der Wind noch einmal auf 6 Bft zugelegt hatte und wir noch das zweite Reff einbinden mussten. 

Die Große Belt Brücke bei Nacht

Die Große Belt Brücke bei Nacht

Gegen 18:00 Uhr machen wir dann in Korsør fest. Nach dem Abendessen, dass wir an Bord machen, gehen Alex und ich noch einmal die Stadt erkunden. Allerdings ist an einem Montag gegen 20:00 Uhr nicht viel los.

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Crew-Wechsel

Heute muss Petra wieder nach Hause, da sie noch ein wenig arbeiten muss. Es fällt ihr schwer, aber was sein muss, muss sein. Wir bringen sie also zum Schienenersatzbus, der leider etwa 30 Minuten Verspätung von Puttgarden aus hat. Ihr entgegen kommt Alexander aus Hannover, der gestern noch jemanden aus dem Junggesellenstatus verabschieden musste. 

Der Hamburger HBf jenseits seiner Belastungsgrenze

Die beiden hätten sich beinahe in Lübeck getroffen. Auf Petras Weg hat der Zug von Hamburg nach Hannover einige Verspätung, da der Lokführer wegen des überfüllten Bahnsteigs nicht durchkam. In Hamburg hatten sie das verlängerte Himmelfahrtswochenende auch noch den Hafengeburtstag und alle wollen nach Hause. Öfter mal was neues.

Der Rest der Crew beim Chill Out

Der Rest der Crew beim Chill Out

Thomas und ich schauen uns ein wenig in Großenbrode um und geniessen das schöne Wetter. Am Ende machen wir für den morgigen Tag noch die kleine Genua 3 fertig zum setzen.

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Die wollen nur vor der Haustür spielen

Großenbrode bei schönstem Wetter

Großenbrode bei schönstem Wetter

Den Gennaker haben wir bereits gestern Abend in den Bergeschlauch gezogen. Heute wollen wir das neue Segel vorm Hafen einmal ausprobieren. Mit dem Hafenmeister haben wir abgesprochen, dass wir das Schild am Platz auf ROT stellen und dann danach wieder dort anlegen können. 

Der Wind weht heute schön leicht mit etwa 3 Bft aus NW. Hervorragend für das Testen geeignet. Mit allem vorbereitet verlassen wir den Hafen und Versegeln uns etwas Seeraum um dann abzufallen und den Gennaker zu setzen. Wie soll nun dieses Manöver von statten gehen?

  1. Genua einrollen, damit man nicht mit den Schoten durcheinander kommt.
  2. Gennakersack am Mast fixieren, damit er nicht von Bord geht.
  3. Gennakerhals an den Niederholer anschliessen, der nun vor der Rollgenua seine Befestigung hat.
  4. Gennakerschoten aussen herum anschlagen. Dazu nutzen wir die neuen Tauwerksschekel.
  5. Gennakerfall von Lee an den Gennakerkopf anschlagen.
  6. Bergeschlauch bis zum Anschlag vorholen.
  7. Niederholer bis kurz über dem Bugkorb durchholen.
  8. Bergeschlauch hochziehen. Der Gennaker weht dann aus.
  9. Leeschot dicht holen und wie einen Spinnaker nach dem vorderen Liek fahren.
Der neue Gennaker

Der neue Gennaker

Obwohl wir zu dritt am Bord sind wollen wir es gleich mit zwei Personen probieren und es klappt auf anhieb. Nun wollen wir eine Halse machen. Im Winter hatten wir an einem Webinar mit Tim Kröger teilgenommen und uns dort einige Anregungen geholt. Deshalb haben wir auch die Luvschot aussen geschlagen. Für die Halse haben wir uns entschieden erst den Baum zu halsen, um auf „Schmetterling“ weiter zu fahren und dann den Gennaker zu halsen. Auch dieses Manöver funktioniert auf anhieb zu zweit. 

Das Bergen des Gennakers läuft dann genauso, wie früher beim Spinnaker. Der Bergeschlauch wird einfach über das Segel gezogen, dessen Leeschot gleichzeitig gefiert wird. Danach kann die „Wurst“ Stück für Stück in den Sack verstaut werden.

Kuchenbacken an Bord

Kuchenbacken an Bord

Auf jeden Fall sind wir begeistert vom neuen Segel und auch die Farbgebung gefällt uns. Am Abend nach dem Essen backen wir dann noch einen Kuchen für die nächsten Tage der Tour.

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