Wechselhafter Wind

Morgens auf dem Weg zur Dusche kommt der Wind noch schwach aus westlicher Richtung.

Genua 1 aufrollen

Genua 1 aufrollen

Nach einem schönen Frühstück im Cockpit stellen wir fest, dass der Wind nun auf SO gedreht ist. Wir schlagen die Genua 1, unser Leichtwindsegel, an und verlassen Grömitz.

Grömitz bei leichtem OSO

Grömitz bei leichtem OSO

Zu Anfang geht es mit raumen Wind bei 2 Bft gut voran und wir halten in Richtung Dahme. Zwischen uns und einem Briesen sprich unter Land liegt eine Zone mit gar keinem Wind. Wir sehen dann auch, dass dort ein Boot mit Wind von entgegengesetzter Seite uns entgegen kommt. Offensichtlich treffen hier zwei Windsysteme aufeinander.

Wir versuchen mehrfach durch die Nullwindzone zu kommen, bleiben aber immer wieder dort hängen und werden von der SO Strömung eingeholt. So kommen wir aber nicht an Dahme vorbei.

Als wir vor Dahmeshöved stehen, kommt wieder eine Yacht mit kräftigem WNW uns entgegen. Kurz vor uns fallen auch bei ihr die Segel ein und sie bleiben in der Nullwindzone hängen. Es hilft nichts, wir müssen einfach darauf warten, dass sich dieses Gebilde in Bewegung setzt.

Dies passiert dann auch. Nach etwa 5 Minuten sieht man wie sich die Grenze in unsere Richtung verschiebt. Die Segel kommen über und sofort setzt ein Westwind mit satten 4 Bft ein. Unsere Lorrikeet legt sich auf die Seite und nimmt Fahrt auf. Dieser Wind ist aber für die Genua 1 zu viel und wir schleifen bereits das Deck durch das Wasser. So schnell es geht wechseln wir die Genua 1 gegen unser Arbeitssegel Genua 2. Selbst das ist aber noch zu viel und wir stecken auch noch das erste Reff in das Großsegel. Nun liegt sie wieder ausgeglichen auf dem Ruder und wir fahren mit etwa 6 knt Richtung Großenbrode.

Der neue Gennaker muss in den Bergeschlauch

Der neue Gennaker muss in den Bergeschlauch

Der neue Gennaker

Der neue Gennaker

Wir sind nicht die Einzigen, die dort hin wollen, aber wir finden trotzdem einen Platz im Hafen. Großenbrode ist unser Zielhafen, da wir dort noch den neuen Gennaker abholen wollen, der den alten Spinnaker ersetzen soll. Dieser war uns letztes Jahr auf der Tour nach Göteborg zerrissen. Zudem kann man in Großenbrode ganz gut einkaufen.

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Los geht’s

Petra, Thomas und ich sind gestern Abend mit der Bahn nach Wismar gefahren. Da kurz vor Schwerin an den Gleisen gebaut wird, kann man entweder auf einen Schienenersatzverkehr zwischen Holthusen und Schwerin Hbf, auf die Strecke von Hamburg über Lübeck nach Bad Kleinen oder eine Busverbindung von Grevesmühlen nach Wismar zurück greifen. Leider sind die Ersatzverbindungen nicht der Menge an Fahrgästen gewachsen.

Die Crew beim Umsteigen in Grevesmühlen

Die Crew beim Umsteigen in Grevesmühlen

Die Strecke zwischen Lübeck und Grevesmühlen gleicht dann auch eher einem Ölsardinen Transport.

Abendstimmung in Wismar

Abendstimmung in Wismar

Trotzdem sind wir zu annehmbarer Zeit in Wismar und lassen den Abend in der Kaibar ausklingen.

Beim Aufwachen heute morgen scheint die Sonnen aus allen Knopflöchern. Nach einem genüsslichen Frühstück im Cockpit machen wir Lorrikeet seeklar, melden uns bis Mitte Juni ab und verlassen den Hafen.

Lorrikeet und Crew klar zum Auslaufen

Lorrikeet und Crew klar zum Auslaufen

Der Wind aus NO echt schnell schlafen und wir segeln mit 1-3 knt in Richtung Offentief. Na das kann ja eine lange Flautentour werden.

Flautentreiben in der Wismarer Bucht

Flautentreiben in der Wismarer Bucht

Kegelrobbe im Offentief

Kegelrobbe im Offentief

Als wir den Ausläufer des Lips passieren sichten wir um uns herum mehrere Kegelrobben. Sie sind gerade dabei zu jagen und lassen sich von uns etwas ablenken. Obwohl das GPS etwas von Ankunft nach Mitternacht berechnet, setzen wir den Kurs auf Grömitz ab. Vielleicht haben wir ja Glück und der Wind frischt etwas auf. Sonst können wir ja auch noch bei Sonnenuntergang die Maschine anwerfen.

Wir werden für unsere Hartnäckigkeit mit mehrfachen Schweinswal Sichtungen belohnt. Die Tiere kommen bis dicht an das Boot und schwimmen teilweise im Kielwasser und bei einem kann man die weisse Bauchseite sehen. Dies ist eigentlich sehr ungewöhnlich, da Schweinswale eigentlich eher Abstand von uns Menschen halten.

Yachthafen Grömitz

Yachthafen Grömitz

Als wir den Lübeck-Gedser-Weg kreuzen dreht der Wind auf NO und nimmt auf etwa 3 Bft zu. Nun können wir mit einem Einlaufen vor Sonnenuntergang rechnen. Wir werden durch die Fähre „Niels Holgerson“ gestört, die eine Stunde vorher ausgelaufen war. In etwa 10 sm Entfernung nordöstlich von uns dreht sie und scheint wieder zurück nach Travemünde zu fahren. Sehr ungewöhnlich, da sie so etwas eigentlich nur bei Notfällen tut, wir hören aber keinen darauf hinweisenden Funkverkehr. Offensichtlich befindet sie sich  auf einer Probefahrt aber kommt uns sehr in die Quere. Petra ruft sie auf Kanal 16 an, bekommt aber keine Reaktion. Das ist sehr unseemännisch! Irgendwer auf der Brücke muss den Funkspruch aber gehört haben, da sich ihr kurz darauf deutlich ändert, so dass sie hinter uns durchgeht.

Diese Möwe macht einen ganz friedlichen Eindruck

Diese Möwe macht einen ganz friedlichen Eindruck

Nach dem Einlaufen in Grömitz machen wir noch einen Spaziergang zur Seebrücke. Dort wird Klaus Opfer der räuberischen Attacke einer Möwe auf sein Schokoladeneis. Sie hatte bereits mehrfach uns dicht angeflogen, aber trotzdem nicht angegriffen. Dann hat Klaus das Eis wohl etwas zu hoch gehalten und die Möwe ist von Hinten zwischen ihm und Petra hindurch geflogen und hat die Waffel so getroffen, dass die Eiskugel nach vorn geflogen ist. Die Möwe ist ihr gleich gefolgt und hat sie sofort verschlungen. Bei der ganzen Aktion hat die Möwe Klaus und Petra nicht berührt. Ehrlich gesagt hat sie sich mit diesem beeindruckenden Flugmanöver die Kugel redlich verdient. Also demnächst an der Küste Eiskugeln und Fischbrötchen immer eng am Körper halten.

Neben der Seebrücke an der Promenade grölt eine peinliche Säufertruppe, die Himmelfahrt als Begründung sehen sich kräftig einen hinter die Binde zu gießen. Wir sehen zu, dass wir wieder zurück an Bord kommen.

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Ansegeln im April

Unsere Lorrikeet ist schon am Mittwoch vor Ostern ins Wasser gekommen und der Mast steht schon seit 2. April.

Leider war das Wetter nicht ganz so toll und wir hatten a den Wochenenden danach einiges vor. So muss das letzte Wochenende im April genutzt werden.

Lorrikeet erweist sich bei schönem Wetter wieder als einsatzbereit. Auch der Wassertank ist gespült und kann wieder genutzt werden.

Die nächste Tour, die an Himmelfahrt beginnt, kann kommen.

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Der neue Gennaker

Da der alte Spinnaker auf der Tour nach Schweden zerriss, hatten wir bereits auf der Rücktour Janik Matschuk von JAN-Segel an Bord, um Maße zu nehmen.

Wir hatten uns entschieden auf Gennaker umzusteigen, da das Handling für kleine Crews einfacher ist. Beim Design wollten wir uns an den Regenbogenfarben orientieren. So ist folgendes Design herausgekommen:

 

Nur links unten soll natürlich ein oranger Streifen zwischen Gelb und rot sein. Mit dieser kleinen Korrektur haben wir das gute Stück in Auftrag gegeben und seit vorletzter Woche liegt der Gennaker bereit zur Abholung in Großenbrode.

Lorrikeet bekommt im Bugbereich noch einen V4A-Beschlag, wo der Niederholer des Gennakervorlieks dann angeschlagen werden kann. Die Montage wird bis zum Krantermin am 2.4.24 fertig sein.

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Heißer Samstag

Der Wetterbericht sagt für das Wochenende südliche Winde an und ein Frontensystem eines kräftigen Tiefs im Nordteil der britischen Inseln, welches uns nachts Schauer und Gewitter bringen soll mit entsprechenden Böen. Aber erst einmal bringt es uns Hitze und wir sehen zu, rauszukommen auf die Ostsee.

Das klappt allerdings erst gegen Mittag. Wir müssen vorher noch unser Sprayhood wieder anbauen und einkaufen. Das Sprayhood war beim Segelmacher, da sich der Reißverschluss aufgelöst hatte.

Vor dem Wind und nur mit Genua 2 geht es los bei südöstlichem Wind. Noch haben wir 4 Windstärken, aber es soll mehr werden. Später soll der Wind auf Südwest drehen. Wenn er noch eine Weile bei Südost bleibt, könnten wir es nach Travemünde schaffen und dann morgen mit dem Südwest wieder nach Hause fahren.

In der Bucht schauen wir nochmal genauer auf die verschiedenen Wettermodelle. Nun ist es nicht mehr so eindeutig. Die Vorhersagen unterscheiden sich recht deutlich: einige sagen schon für den Nachmittag Schauer und teils auch Gewitter mit Böen von bis zu 9 Windstärken vorher. Wir fahren erstmal weiter, behalten aber die Wolken im Westen fest im Blick.

Weiter nördlich Richtung Fehmarn stehen Rauchwolken. Da brennt wohl irgendetwas. Wir passieren noch das Offentief, aber bei Boltenhagen ist uns die Sache dann nicht mehr geheuer und wir drehen um. Mit den ersten Wolken dreht der Wind auf Südwest und plötzlich haben wir 6-7 Windstärken.

Gewitter sind bislang nirgendwo zu erkennen, aber die schmierigen Wolken im Westen sehen trotzdem nicht vertrauen erweckend aus. Wir laufen deshalb nach Timmendorf, den nächstgelegenen Hafen, wohlwissend, dass man hier bei Südwest eher unruhig liegt.

Als wir kurz vor dem Hafen sind, fängt es auch auf der anderen Seite der Wismarer Bucht an zu brennen. Wir fahren mit viel Schwung in den Hafen. Der Anleger in der Box ist bei dem starken Seitenwind nicht einfach, aber die Nachbarn helfen mit. Trotzdem kann ich hinten die Achterleine kaum halten und Lorrikeet legt sich mit der Leeseite auf den Dalben, da die Boxen in Timmendorf immer ein klein wenig zu kurz für sie sind.

Nach viel Gezerre haben wir sie dann endlich sicher vertäut, aber das Publikum auf dem Steg steht nicht wegen uns dort, sondern bewundert die Rauchwolken auf der anderen Seite der Bucht.

Brand am Westufer der Wismarer Bucht von Timmendorf aus gesehen

Hoffentlich gibt es bald einen der angesagten kräftigen Schauer!

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