Auf nach Marstal

Von Ballen wollen wir nun in einen Hafen, von dem wir direkt nach Fehmarn segeln können. Der Seewetter Bericht sagt im Trend wieder stärkere Winde aus WNW voraus. Für heute ist uns zudem Gewitter in Aussicht gestellt worden. Da kommt nur Marstal in Frage.

Dieser Hafen weckt in Klaus zudem viele Kindheitserinnerungen. Mit den Eltern war er unzählige Male in diesem Hafen und es war nie langweilig.

Zwischen den Inseln verkehren nicht nur die Fähren sondern auch andere Service Schiffe. Dieses hochwichtig tuende Boot sieht mit dem ganzen Fendergebamsel doch irgendwie lächerlich aus...

Zwischen den Inseln verkehren nicht nur die Fähren sondern auch andere Service Schiffe. Dieses hochwichtig tuende Boot sieht mit dem ganzen Fendergebamsel doch irgendwie lächerlich aus…

Der Weg führt von Ballen aus durch ziemlich enge Fahrwasser, die beidseitig sehr flach werden. Früher hat man nur mit Karten und abzählen der Tonnen navigiert. Heute mit einem ordentlichen Kartenplotter ist das ganz einfach und man weiß immer wo man steht.

Der Wind ist mit der Genua gerade gut, leider gehen aber mehrere Schauer über uns weg. Ein Gewitter bekommen wir aber nicht.

Nach dem Abendessen packen wir unser Schlauchboot aus, um auf die andere Seite zur alten Kalkbrennerei zu rudern. In der Erinnerung lag vor der Steinmauer nur ein schmaler Dünenstreifen. Heute erstreckt sich dort ein breiter Streifen mit Feuchtgebiet.

An unserem Schlauchboot stellen wir fest, dass nach 25 Jahren die Verklebungen der Heckplatte repariert werden müssen. Ansonsten ist unser Hochzeitsgeschenk von damals immer noch gut in Schuss.

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Anbaden

Die letzte Nacht war zu Beginn etwas unruhig. Der Wind hatte auf Nord gedreht und an unserem Ankerplatz baute sich eine leichte Welle auf. Lorrikeet setzte vor Anker teils laut in die See ein. Glücklicherweise legte sich über Nacht der Wind wieder, so dass es dann doch einigermaßen ruhig wurde. Am offiziellen Ankerplatz am Nordende des Fjord wäre es vermutlich ruhiger gewesen.

Heute morgen um 5:20 Uhr war ich zum ersten Mal wach, als die Sonne strahlend schön ins Schiff leuchtete. Ich bin aus der Koje geklettert, um das Ankerlicht zu löschen. Habe dann aber beschlossen, dass es mir doch noch etwas zu früh ist und bin wieder zurück in den warmen Schlafsack gekrochen.

Markierungen einer Kabeltrasse auf der Insel Lyö

Markierungen einer Kabeltrasse auf der Insel Lyö

Nach dem Frühstück im Cockpit gehen wir unter Segeln Anker auf. Diesmal klappt alles reibungslos. Der Wind kommt immer noch aus Nord, aber nur schwach. Als wir den Helnæs Nørrefjord verlassen, dreht er plötzlich auf West und nimmt auf 3-4 Bft zu. Gut, dass wir kein größeres Vorsegel gesetzt hatten. Die Windrichtung bleibt den Rest des Tages so, aber die Windstärke ändert sich immer mal wieder.

Begegnung mit einem seltsamen Schiff vor Faborg - ein Kabelleger?

Begegnung mit einem seltsamen Schiff vor Faborg – ein Kabelleger?

Wir laufen in die Dänische Südsee, dem Seegebiet südlich von Fünen, wo es jede Menge kleine Inseln gibt. Es ist viel los, aber die meisten Segler motoren. Wir bleiben wieder bei unseren Segeln und werden von zwei Schweinswalen belohnt, die nur wenige Meter hinter unserem Heck auftauchen.

Turnübungen auf dem Badesteg von Ballen

Turnübungen auf dem Badesteg von Ballen

Gegen 16 Uhr steuern wir Ballen an, einen kleinen Hafen an der Südküste von Fünen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Yacht wurde er neben etlichen anderen kleinen Häfen und Anlegern besonders gelobt. Es ist ein niedlicher kleiner Hafen mit nur einfachen aber völlig ausreichenden Anlagen. Direkt neben dem Hafen gibt es einen kleinen Badestrand mit Steg. Nach einem Spaziergang baden wir hier endlich an. Bei 17°C Wassertemperatur und 14°C Lufttemperatur im Schatten (glücklicherweise scheint die Sonne…) fällt das Bad nur kurz aus.

Abends sitzen wir wieder eingemummelt in unsere dicken Wollpullover mit einer zusätzlichen Wolldecke im Cockpit.

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Vor Anker

Der Leuchtturm auf Helnaes

Der Leuchtturm auf Helnaes

Von Assens sind wir heute bei einem mittleren WNW gestartet. Also gewöhnen wir unser Großsegel einmal wieder daran, dass es auch gebraucht wird.

Auf dem Rückweg werden wir möglichst Häfen oder Ankerbuchten anlaufen, die wir noch nicht kennen. Heute Nacht wollen wir hinter Helnæs vor Anker gehen. Es sieht auf der Seekarte nach einer ruhigen Ankerbucht aus.

Der verklemmte Ankerball

Der verklemmte Ankerball

In Böen erreicht der Wind aus W dann aber doch wieder 4 Bft, so dass wir beim Einlaufen in den Helnæs Nørrrefjord doch lieber noch ein Reff einstecken. Im Schutz des Waldes bergen wir die Segel und laufen mit der Restfahrt in den Anker Bereich. Eigentlich ein vorbildliches Ankermanöver ohne Motor.

Klaus versucht 16°C Wassertemperatur zu genießen...

Klaus versucht 16°C Wassertemperatur zu genießen…

Am Anker haben wir noch einen Ball mit 6m Leine befestigt. Die Leine vertörnt sich leider mit dem Ruder, so dass Klaus noch einmal ins Wasser muss, um zu klarieren. Das Wasser hat noch immer nur 16°C, aber dafür ist ja ein Neopren-Anzug, eine Maske und Schnorchel an Bord. Wenn man schon im Wasser ist, können die anderen Stellen wie Sum-Log, Propeller und Auflagen von den Bratzen auf Bewuchs kontrolliert werden. Alles ist frei von Bewuchs und Seepocken. offensichtlich haben wir dieses Jahr Lorrikeet zur richtigen Zeit ordentlich bewegt.

Ohne Sonnenuntergangsbild ist doch solch ein Blog nicht vollständig

Ohne Sonnenuntergangsbild ist doch solch ein Blog nicht vollständig

Gegen 23:00 dreht der Wind und wir schaukeln in kurzen Katzenpfoten aus N. Hoffentlich hält das nicht die ganze Nacht über an.

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Zurück nach Süden

Dieses Bild auf dem Plotter erinnert mich irgendwie an die Enten von gestern morgen ...

Dieses Bild auf dem Plotter erinnert mich irgendwie an die Enten von gestern morgen …

Normalerweise lautet unsere Strategie, das erste Drittel des Urlaubs möglichst viel Strecke in eine Richtung zu machen, um dann genügend Zeit für den Rückweg zu haben. Dieser Ansatz ist in diesem Urlaub schon am ersten Tag gescheitert, als das Wetter selbst der Bahn Schwierigkeiten machte, die doch angeblich bei jedem Wetter fährt. Seitdem haben wir im Schnitt nur jeden zweiten Tag gesegelt. Nun ist die Hälfte des Urlaubs um und es ist nun endgültig Zeit für die Rückkehr, auch wenn es nicht so viel weiter wäre, den Weg durch den Großen Belt zu wählen.

... in der Realität sind "die Enten" etwas größer

… in der Realität sind „die Enten“ etwas größer

Der DWD sagt für heute „nur noch“ 4-5 Bft an. Trotzdem reicht die Fock vollkommen aus. Unterwegs sind es dann zeitweise noch bis zu 6 Bft. Der Wind kommt nun eher achterlich, so dass es sich angenehmer fährt. Im Kleinen Belt stehen ca. 2kn Strom nach Süden. Vermutlich bläst der Westwind in der Westlichen Ostsee das Wasser nach Osten und so strömt es über den Kleinen Belt nach. Über Grund fahren wir so zeitweilig bis zu 8,6kn!

Die Werft in Assens scheint ausreichend Arbeit zu haben

Die Werft in Assens scheint ausreichend Arbeit zu haben

Vor Bågø treffen wir auf einen Minensucherverband. Es sind etliche deutsche Marineschiffe dabei. Unser Ziel heute ist Assens, das sind 15 sm Entfernung. Gegen halb drei liegen wir fest auf unserem neuen Liegeplatz gegenüber der Werft.

Altes Kochhaus am Industriehafen - Früher war das Kochen auf den Schiffen die im Hafen lagen verboten

Altes Kochhaus am Industriehafen – Früher war das Kochen auf den Schiffen die im Hafen lagen verboten

Eine Dieseltankstelle ist gleich nebenan. Wir nutzen die Gelegenheit und tanken 20 Liter Diesel nach. Danach leihen wir uns die kostenlosen Fahrräder und radeln in die Stadt. Es ist ein hübscher Ort.

Nur noch 18660 km bis zum Südpol - wie gut dass es auf dem Weg dorthin noch Hotdogs gibt ;-)

Nur noch 16880 km bis zum Südpol – wie gut dass es auf dem Weg dorthin noch Hotdogs gibt 😉

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Der Jetstream schickt uns Wind, Regen, Gewitter und Kälte

Bescuh vor dem Frühstück: eine Entenmama mit 8 entzückenden Küken

Besuch vor dem Frühstück: eine Entenmama mit 8 entzückenden Küken

Brrr… Für die Jahreszeit eindeutig zu kalt. Heute ist wieder ordentlich Wind, Regen und im Laufe des Tages Gewitter angesagt. Dies sind nicht die Bedingungen, unter denen man auslaufen sollte. Wir bleiben also in Middelfart. Die Einträge im Internet über Middelfart sind nicht besonders spannend, aber es gibt einige Kleinigkeiten an Bord zu reparieren und vielleicht können wir in den Regenpausen die Gegend erkunden.

Blick von unserem Wanderweg auf die Insel Faenoe

Blick von unserem Wanderweg auf die Insel Fænø

Nachdem dann tatsächlich gegen frühen Nachmittag ein Gewitter durchgezogen ist, klart es ein wenig auf und wir machen uns auf dem Weg in die Stadt, da auch unser Einkaufszettel wieder einige Dinge aufweist. Den Weg machen wir aber nicht auf dem kürzesten Weg, sondern laufen auf dem Uferweg um die Spitze der Landzunge von Middelfart (Galsklint).

Auf dem alten Schlosshügel wurde im 13. Jahrhundert das erste Schloss gebaut, welches dann im 17. Jahrhundert während des Kriegs mit Schweden aufgegeben wurde.

Auf dem alten Schlosshügel wurde im 13. Jahrhundert das erste Schloss gebaut, welches dann im 17. Jahrhundert während des Kriegs mit Schweden aufgegeben wurde.

Der Weg ist wunderschön und man kommt zum Schloss Hindsgavl, das heute als Hotel betrieben wird. Es grenzt an einen Park mit Dammwild. Macht alles einen sehr gepflegten Eindruck. Ein Blick ins Internet zeigt sogar für Dänemark verträgliche Preise. Aber wir haben unser Schneckenhaus mit dabei.

Unser Weg führt immer mal wieder durch den Tierpark oder an ihm entlang

Unser Weg führt immer mal wieder durch den Tierpark oder an ihm entlang

Auf der Spitze gibt es noch weitere alte Befestigungsanlagen, da man von hier aus perfekt den Kleinen Belt kontrollieren kann. Auf der Nordseite hinter der der alten Konge Bro gelangt man dann zum alten kleinen Yachthafen von Middelfart. Irgendwann sind wir dann in der Stadt angelangt und kaufen unter anderem frischen Fisch ein.

Blick auf den alten Yachthafen

Blick auf den alten Yachthafen

Ein schöner Umweg!

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