Die Lokführer streiken

Dreharbeiten für SOKO Wismar im Timmendorfer Hafen

Dreharbeiten für SOKO Wismar im Timmendorfer Hafen

Ableger unter Segeln? - Gute Idee!

Ableger unter Segeln? – Gute Idee!

Da wir bereits in Timmendorf/Poel liegen, haben wir es heute nicht eilig. Der Ort und der Hafen quillt von Touristen über und zusätzlich werden Dreharbeiten für SOKO Wismar durchgeführt.

Ein Boot nach dem andern verlässt den Hafen. Das Folkeboot neben uns macht einen klassischen Ableger unter Segeln. Dazu lassen sie sich auf den Pfahl zurück sacken und setzen dort im Wind liegend die Segel. Dann Fock back und weg.

Das können wir auch! Die lange Hanse, die über den Pfahl hinausragte, hat bereits den Hafen verlassen. Auch wir lassen uns auf unseren Pfahl zurück sacken und setzen das Großsegel. Beim Ausrollen der Genua wird diese bereits Back gehalten.  Lorrikeet zeigt ihre Qualitäten, dreht leichtfüßig und nimmt gut Fahrt auf.

Auch Wismar ist proppenvoll mit Touristen. Wir klarieren erst einmal alles an Bord und gehen dann Essen. Das Mietauto, dass wir uns wegen des Lokführerstreiks reserviert haben, darf erst ab 17:00Uhr abgeholt werden. Dazu ist ein langer Fußmarsch erforderlich, da die Sixt-Station in einem Autohaus im Gewerbegebiet auf halber Strecke zur Autobahn liegt.

Als ich bei der Mietstation bin, wird mir freudestrahlend der Schlüssel für einen Audi A4 mit allem Drum und Dran in die Hand gedrückt. Auf meine Frage, ob er denn auch die geforderte Anhängerkupplung hat, wird die Chefin des Autohauses blass. Diese Anforderung ist verloren gegangen und alle Fahrzeuge auf dem Hof haben keine Anhängerkupplung.

Gemeinsam gehen wir die Möglichkeiten durch, das Fahrzeug an einer anderen Station zu tauschen. Aber da die Lokführer streiken, sind sehr viele Fahrzeuge unterwegs und auch die Kollegen anderer Stationen können nicht helfen. 

Bei der Mietstation in Lübeck werden wir fündig. Sie haben noch ein Auto mit Haken. Aber der Tausch muss bis zur Schließung um 19:00 Uhr vollzogen werden, da das Fahrzeug am nächsten Morgen vom Hof soll. Jetzt muss es schnell gehen. Es ist bereits 17:30 Uhr…

Ich fahre zum Hafen und picke Petra auf, die glücklicherweise bereits alles verpackt hat und auf mich wartet. Sofort geht es weiter nach Lübeck zum Autotausch. Wir sind rechtzeitig da und können einen kräftigen VW Tiguan mit Anhängerkupplung übernehmen.

Die Heimfahrt nach Laatzen führt uns östlich von Hamburg über Lauenburg, da sich auf der Autobahn bereits die Autos stauen. Erst bei Soltau geht es wieder auf die A7. Trotz Streik erreichen wir noch in annehmbarer Zeit unser Zuhause.

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Moment, was war denn das? Eine Flaschenpost

Als wir erwachen, ist der Hafen in dicken Nebel gehüllt und es dauert, bis die Sonne ihn auflöst.

Das Groß lassen wir oben und motoren Richtung Wismarer Bucht

Das Groß lassen wir oben und motoren Richtung Wismarer Bucht

Bei leichtem Wind verlassen wir den Hafen in strahlendem Sonnenschein. Trave-Trafic berichtet von guter Sicht und NW 2-3 Bft. Zunächst setzen wir das Großsegel und die Genua 2. Doch bereits nach wenigen Minuten stellen wir fest, dass der Wind immer mehr abflaut. Also wird der Spinnaker klargemacht und gesetzt. Im Bereich des Lübeck-Gedser-Weges ist aber auch mit dieser Beseglung nichts mehr anzufangen. Hier ist es keine gute Idee, ohne Fahrt herumzutreiben, da zu bestimmten Zeiten die Fähren die Trave verlassen bzw diese anlaufen.

Wir bergen den Spinnaker und schieben mit Motor in gemütlicher Geschwindigkeit bis unter die Mecklenburgische Küste. Plötzlich werden wir sehr aufmerksam. Was zunächst wie eine ärgerliche Umweltverschmutzung aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen, als wir vorbei fahren, als eine Flaschenpost in einem Marmeladenglas.

Die Flaschenpost und unsere Antwort

Die Flaschenpost und unsere Antwort

Sofort drehen wir um und fischen die Flaschenpost aus dem Wasser. Zwei Jungen, die in Pelzerhaken Urlaub machen, haben mit sehr viel Liebe eine Nachricht verfasst und diese in dem Glas am Vortag auf der Seebrücke von Pelzerhaken ausgesetzt. Immerhin hat diese Post mindestens 24 Stunden in der Lübecker Bucht geschwommen und schon einige Strecke zurückgelegt. Es versteht sich von selbst, dass die beiden von uns eine entsprechende Postkarte aus dem nächsten Hafen bekommen.

Hallo Ihr Beiden, solltet ihr das hier lesen, seid ganz herzlich gegrüßt.  Wisst ihr eigentlich, dass der Rekord der Laufzeit einer Flaschenpost 132 Jahre ist? Sie wurde zu wissenschaftlichen Untersuchungen im Indischen Ozean am 12.6.1886 von einem Segelschiff ausgesetzt und 2018 in Australien gefunden . (https://www.guinnessworldrecords.de/news/2018/3/alteste-entdeckte-flaschenpost-der-welt-ging-vor-132-jahren-uber-bord)

Sonnenuntergang von Timmendorf aus gesehen

Sonnenuntergang von Timmendorf aus gesehen

Unter der Mecklenburgischen Küste ziehen schwache Brisenstriche auf und wir versuchen es wieder unter Segeln. Es erweist sich aber nur als kurzes Aufleben. Schnell ist die Brise verschwunden und es bleibt uns nichts anderes übrig, als den Motor zu starten, wenn wir bis Sonnenuntergang Timmendorf/Poel erreichen wollen.

Im dicht gepackten Hafen finden wir noch einen Platz an der Mole. Der Wind ist mittlerweile ganz weg und die Ostsee liegt spiegelblank vor dem Hafen. Wir erleben einmal wieder den legendärer Sonnenuntergang auf der Mole. Am Steg musiziert ein Segler mit Gitarre und singt Songs im Stil von Neil Young.

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Einfach ein wenig die Lübecker Bucht erkunden

Morgens diskutieren wir noch mit unseren Nachbarn über die Möglichkeit, von Neustadt nach Lemkenhafen zu segeln, aber da wir am Vortag die letzten Bestände frischer Lebensmittel verbraucht haben, müssen wir erst einmal auf dem Wochenmarkt einkaufen. Das Angebot ist hier sehr reichhaltig.

Zurück an Bord wollen wir uns nicht festlegen. Wir müssen bereits am Donnerstag in Wismar sein. Obwohl sich der Streik der GDL bereits abzeichnet, wollen wir am Freitag wieder zu Hause sein. Deshalb haben wir uns ein Auto gemietet und da wir noch den Bootstrailer von Lübeck nach Wismar bringen müssen, kombinieren wir den Trip indem wir ein Auto mit Anhängerkupplung reservieren.

Das Wetter ist herrlich und wir verlassen gegen Mittag den Rundhafen. Es geht gut voran und bei Pelzerhaken dreht der Wind soweit, dass wir sogar  Grömitz anliegen können. Trotzdem entscheiden wir kurz vor Dahme umzudehen und Richtung Niendorf/Ostsee zu segeln. Von hier soll es dann morgen zurück in die Wismarer Bucht gehen.


Beim Einlaufen in den Hafen von Niendorf/Ostsee müssen wir feststellen, dass der Hafen rappelvoll ist. Nur hartnäckiges Fragen beschert uns dann einen Platz hinter den Fischerbuden, der zwar „rot“ ist, aber die Nachbarn sagen uns, dass das Boot frühestens am nächsten Tag zurück kommt. Hier können wir bis zum nächsten Morgen liegen.

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Herbsttour 2021?

Wieder tropft morgens alles von nasskaltem Nieselregen. Das fühlt sich nun wirklich nicht mehr nach Sommer an! Der Wetterbericht sagt Regen bis Mittags voraus. Wir nutzen die Zeit zum Ausschlafen und zum ausgiebigen Frühstück.

Das Blässhuhn im Rundhafen hat Nachwuchs

Das Blässhuhn im Rundhafen hat Nachwuchs

Gegen Mittag verlassen wir den Hafen. Es weht mit 5-6 Bft aus Nord. Also bleibt das Großsegel unten und wir machen uns mit der Genua 2 auf den Weg Richtung Offentief. Dort draußen drehen wir Richtung Pelzerhaken ab. Die See ist kurz, ruppig und hat weiße Streifen. Aber wie angekündigt, reißen gegen 14:00 Uhr die Wolken auf und es scheint die Sonne. Gut eingepackt lässt es sich ganz gut aushalten.

Zwei ungleiche Schwesterschiffe

Zwei ungleiche Schwesterschiffe

Im Neustädter Rundhafen machen wir neben einer anderen Lady Helmsman fest. Die Eigner haben das Boot erst kürzlich übernommen und es gleicht an vielen Stellen eher einer Baustelle, da es vom Voreigner etwas vernachlässigt und teilweise auch verschandelt wurde. Aber sie wollen Ihr Boot im Urlaub schon einmal nutzen und sich Anregungen für die Renovierung holen. Der Plan ist nach Lemkenhafen zu segeln, wo es mehrere Ladys geben soll.

Die Eigner sind natürlich begeistert, unsere Lorrikeet neben sich zu haben und saugen alle möglichen Informationen und Hinweise von uns auf. Es wird ein netter Abend mit viel Gespräch über unsere Ladys.

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Mit der Bahn nach Rostock

Der Morgen ist sehr herbstlich. Nieselregen geht in Schwaden über den Hafen und Kälte zieht durch die Ritzen. Der Wetterbericht hatte es bereits angesagt. Wir sind froh, dass wir abends noch das Cockpit-Persenning gesetzt haben. Wir  wollen uns heute eine Ausstellung in Rostock anschauen. Statt der Segeltour nach Rostock nehmen wir die Bahn.

Ausstellung OST/WESTERN in der Kunsthalle Rostock

Ausstellung OST/WESTERN in der Kunsthalle Rostock

Nach einer Stunde im Zug haben wir das Bedürfnis uns zu bewegen. Zu Fuß gehen wir vom Hauptbahnhof zur Kunsthalle zur Ausstellung „OST/WESTERN – Kino, Kult und Klassenfeind“. Die Ausstellung stellt die Darstellung des „Wilden Westen“ mit dem Winnetou des westdeutschen Kinos und der Indianer Darstellung der ostdeutschen DEFA nebeneinander. Wir lernen, dass wir in dieser Richtung sehr unterbelichtet sind. Als Westler kannten wir nur die Verfilmungen des Karl May Winnetous, die Italo-Western und einige US-Western. Die DEFA hat dem ein eigenes Bild vom Wildem Westen mit um ihre Selbstständigkeit kämpfenden Indianern entgegengesetzt. Dabei bedienten sie sich der gleichen Filmkulisse und sogar eines Hauptdarstellers, der bereits in einer Nebenrolle in den West-Produktionen mitgespielt hatte.

Von der Ausstellung gehen wir zu Fuß zur Warnow. Der Weg führt uns durch Bereiche von Rostock, die darauf warten, wachgerüttelt zu werden. An der Warnow gehen wir direkt am Wasser entlang. Auf dem Gelände der alten Neptun-Werft sind mittlerweile viele Appartement Häuser entstanden. Glücklicherweise sind diese sehr verschieden, was den ganzen Bereich interessant macht.

Nach einer Stärkung in Ottos Restaurant und Hafenbar auf einem schwimmenden Ponton gehen wir weiter an der Waterkant entlang bis zur Innenstadt und dann querdurch zurück zum Bahnhof. Hinter der Wallanlage erinnern uns die Häuser sehr an Lübeck/St. Lorenz. Am Ende errechnet uns die App einen Fußmarsch von etwa 11 km.

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