Schiffe aus den 70er Jahren kentersicherer als moderne Yachten!

Wir haben mit großem Interesse die Yacht 24/09 gelesen.  Eine Untersuchung über die Kentersicherheit von Yachten zeigte, was wir schon immer geahnt hatten: Ältere Yachten  sind deutlicher kentersicherer als moderne Yachten. Vielleicht sollten wir die Yachten der 70er/80er  Jahre mal genauer betrachten…

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Hanseboot 2009

Auf dieser Hanseboot haben wir uns wieder einige Boote angeschaut, die wir bisher nicht auf dem Schirm hatten und dabei einige neue Entdeckungen gemacht.

Die französischen Yachten haben wir bisher nicht groß beachtet, da sie uns vom Design nicht zugesagt hatten. – Irgendwie zu futuristisch -. Nun haben aber Dufour mit der 34E Performance und Beneteau mit der First 35 zwei neue Yachten an den Start gebracht, die uns besser gefallen.

Weniger gefallen hat uns die Faurby 363, die  nach einigen Jahren wieder gezeigt wurde. Für die Schiffsgöße und den Preis erhält man einfach zu wenig geboten, außer das sie sehr schnell sein soll. Bei langen Törns muß man immer auch an die Wohnlichkeit denken. Unsere skandinavische Enteckung war die Finngulf 331. Obwohl deutlich kleiner als die Yachten der 35 Fußklasse bietet sie erstaunlich viel Platz und verspricht ein erhebliches Geschwindigkeitspotential.

Doch nun zu den einzelnen Yachten:

Dufour 34E Performane

Diese Yacht hatten wir bereits letztes Jahr besichtigt. Nun hat Dufour sie überarbeitet. Der gesamt Eindruck auf uns war sehr positiv.

  • Sie hat immer noch ein gutes aufgeräumtes Deckslayout und die Beschläge am Mastfuß haben keine scharfen Kannten
  • Der Rudergänger hat ausreichend Platz neben dem Ruder
  • Unter Deck hat sich einiges in der Verarbeitung verbessert. Es finden sich keine scharfen Kanten.
  • Die Wasseröffnungen finden sich unter der Wasserlinie.

Es gibt aber einige Punkte, die sich nicht verbessert bzw. sogar verschlechtert haben.

  • Der Kartentisch bietet immer noch keine Ablage für Seekarten. Bleibt die Frage wofür der Kartentisch gut ist, wenn man die Karten niergends lassen kann.
  • Der Sitz vor dem Kartentisch ist immer noch so, dass man herunter rutscht. Diese Ecke scheint das Stiefkind der Dufour zu sein.
  • An der Spüle befindet sich immer noch die Glasplatte. Es wurde uns aber gesagt, dass man sie gegen eine Holzplatte tauschen kann. Der Verkäufer sagte uns, dass er sie bei seiner Yacht sogar weggelassen hat.
  • Eine echte Verschlechterung ist die Position der Genua-Winsch. Sie ist für den Steuermann nur schwer erreichbar und macht die Yacht damit ohne Selbststeuerung nur schwer Einhand segelbar.

Beneteau First 35

 Die Beneteau Yachten waren von uns bisher immer mit eingen Voruteilen belastet. Insgesamt hat uns diese Yacht aber diesmal gut gefallen. Für uns würde allerding nur die Ausführung mit L-Kiel in Frage kommen, da in den Revieren der Ostsee der T-Kiel zuviel Seegrass sammeln würde.

Der T-Kiel an der First 35
Der T-Kiel an der First 35
  • Wie auch schon die Dufour verfügt die First 35 über ein aufgeräumtes Deckslayout.
  • Der Ankerkasten ist gut durchdacht für einen Anker mit Kettenvorläufer und Ankerleine.
Ankerkasten der First 35

Ankerkasten der First 35

  • Der Rudergänger kann die Genua-Winsch gut bedienen, womit diese Yacht auch einhand gesegelt werden kann.
Rudergängerposition First 35

Rudergängerposition First 35

  • Auf und unter Deck gibt es gut angebrachte Handläufer.
  • Die Fenster haben einen pfiffigen Tropfschutz
  • Der Eindruck unter Deck ist hell und großzügig.
  • Der Kartentisch mit klappbarem Sitz und einem ausreichenden Fach für Karten und Laptop ist sehr gelungen.
Kartentisch Lösung First 35

Kartentisch Lösung First 35

Auch hier gibt es natürlich Punkte zu bemängeln:

  • Die Beschläge am Mast auf und unter Deck haben scharfe Kanten.

Mastdurchführung First 35
Mastdurchführung First 35

Mastfuß der First 35
Mastfuß der First 35
  • In der Nasszelle fehlt eine Aufhängung für nasse Segelkleidung. Kann man sich zwar einbauen, aber warum wird so ein Detail nicht mitgeliefert? Die Werft geht wohl vom Mittelmeer aus.
  • Die Teilung der Polster im Vorschiff ist ungünstig. Um an die Klappen heranzukommen, muss man erst alle Polster herausnehmen. Dies ließe sich einfach ändern.
Klappen unter Vorschiffpolstern

Klappen unter Vorschiffpolstern

  • Die Klappen der Schapps lassen sich nur mit zwei Händen öffnen. Die Verkäuferin war schon ganz genervt und versicherte, dass dies auf jeden Fall geändert wird.

Faurby 363

An Deck und im Unterwasserschiff macht diese Yacht einen schnellen Eindruck. Die Aufteilung im Cockpit ist ungünstig. Neben dem Steuerrad gibt es zwar viel Platz aber bei Lage ist das Rad schwer zu erreichen und am Boden fehlen Abstützungen für den Rudergänger. 

Rudergängerposition Faurby 363

Rudergängerposition Faurby 363

Unter Deck wirkt die Yacht  verbaut und eng. Dies ist umso schlimmer, da die Yacht im Vergleich zu anderen schmaler ist.  Der Innenausbau ist zudem dunkel gehalten und die Schapps engen den Inneraum noch zusätzlich ein. Hier müsste die Werft dringend das Design überarbeiten. Dies umso mehr als der Preis für diese Yacht im Vergleich zu anderen Yachten dieser Größe viel zu hoch ist.

Finngulf 331

Die Finngulf war für uns eine Entdeckung, auch wenn der Preis nicht gerade niedrig ist. Die Yacht ist aber durchaus mit einer 35 Fuß-Yacht vergleichbar und dann relativiert sich der Preis.

  • Das Deckslayout ist aufgeräumt und standardmäßig gibt es eine versenkte Rollfock
  • Alles auf und unter Deck ist sauber verarbeitet
  • Im Ankerkasten befindet sich ein Gräting zum Abtropfen
  • Der Kartentisch ist so angebracht, dass man ohne extra Sitzplatz auskommt und alles findet seinen Platz.
Kartentischlösung Finngulf 331

Kartentischlösung Finngulf 331

  • Die Nasszelle ist hervorragend aufgeteilt. Der tiefste Punkt der Bilge incl. Kielbolzen ist unter einer Klappe sichtbar.
Nasszelle Finngulf 331

Nasszelle Finngulf 331

  • In der Spüle gibt es einen Salzwasserhahn mit einer Fußpumpe
  • Die Achterkoje ist so großzügig, dass man sie als Standardkajüte nutzen würde
Eingang Achterschiff Finngulf 331

Eingang Achterschiff Finngulf 331Achterschiffkoje Finngulf 331

Auch bei der Finngulf  hat uns einiges nicht gefallen:

  • Die Polsteraufteilung im Vorschiff ist schlecht gewählt. An die Klappen kommt man nur nach dem Entfernen der Polster. Dies ließe sich aber leicht ändern.
Klappen unter Polster Finngulf 331

Klappen unter Polster Finngulf 331

  • Der Durchgang am Heck hakt und ist schwer zu bedienen.
  • Die Sitzposition für den Rudergänger ist unbequem und man kommt schlecht am Rad vorbei. Der Verkäufer kündigte an, dass die Yacht jetzt auch als Pinnenversion angedacht ist, da viele Interessenten dies nachgefragt haben.
Cockpit Finngulf 331

Cockpit Finngulf 331

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Sie ist weg!

Seit etlichen Wochen ist die Sundance of Southampton aus Wismar verschwunden und anscheinend wieder auf dem Weg nach Hause. Wir halten weiter die Augen offen.

Auf unserer Herbsttour ist uns eine Bianca Sagitta 35 aufgefallen, aber eine Recherche im Internet ergab einen sehr engen Salon.

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Sundance

Unser Blick fällt im Westhafen von Wismar seit einigen Monaten auf ein scheinbar vergessenes Schiff: die Sundance of Southampton. Seit November letzten Jahres liegt sie auf ihrem Platz, nach dem sie aus England hierher gesegelt wurde. Ihr Zustand ist eher mäßig, das Kajütdach hat Haarrisse, die Waschbordleiste ist an einer Stelle eingedrückt, anscheinend gab es eine Havarie. Das Teakdeck hat schon bessere Zeiten gesehen.

Sundance of Southampton

Sundance of Southampton

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Hanseboot 2008

Die Füße sind rund und wir wieder zu Hause. Nun sortieren wir die Prospekte und unsere Eindrücke von der Hanseboot 2008:

Hanse

Als erstes Boot besichtigen wir die Hanse 350. Bislang haben wir um diese Werft einen Bogen geschlagen, da uns das Äußere nicht gefiel, aber wir sind positiv überrascht:

  • Die Verarbeitung innen ist sehr gut.
  • Das Schiff wirkt unter Deck großzügig

    Das Vorschiff der Hanse 350

    Das Vorschiff der Hanse 350

  • Die Fockschot lässt sich gut bedienen.
  • Das Cockpit hat eine komfortable Größe.

Aber natürlich haben wir auch was zu meckern:

  • Ein vernünftiges Fach für Seekarten fehlt (sicher ein lösbares Problem)
  • Unter Deck gibt es keine Haltegriffe (lässt sich sicherlich nachrüsten)
  • Der Kartentisch ist ein Witz, hier bleibt nur der Kajüttisch
  • Der vorgezogene Decksaufbau im Bereich des Vorschiffs kann bei Manövern zur Stolperfalle werden, aber schafft natürlich unter Deck im Vorschiff viel Platz
  • Die gezeigte Ausstattung reichte nicht, um als Steuermann oder -frau Einhand zu segeln
  • Ein Traveller fehlt
  • Die abgerundeten Kanten zur Kajüte sind beim gemütlichen Anlehnen eher störend, da man schief sitzt
  • Am Steuerrad kommt man nur kletternd vorbei

Anschließend besichtigen wir noch die Hanse 370. Dieses Schiff gefällt uns überhaupt nicht. Es ist unter Deck völlig verbaut. Küche und Nasszelle sind viel zu groß. Der Kartentisch hat zwar nun zwei Sitze, auf denen es sich aber nur schlecht sitzt. Beim ziehen am Handläufer auf Deck knirscht es kräftig….

Dufour

Hier besichtigen wir nur die 34E.  Begeistert sind wir vom klaren Deckslayout. Beim Teakdeck müssen sie jedoch noch üben, wenn schon die Messeschiffe so schlecht verarbeitet sind, wie sehen dann erst die ausgelieferten Schiffe aus?

Teakdeck auf der Dufour 34E

Teakdeck auf der Dufour 34E

Am Steuerrad kommt man gut vorbei. Der Traveller ist sinnvoll angebracht, könnte jedoch etwas breiter sein. Dieses Schiff taugt zum Einhandsegeln!

Dufour 34 Cockpit

Dufour 34E Cockpit

Unter Deck sind wir nicht mehr so zufrieden. Die Verarbeitung könnte an manchen Stellen besser sein. Die Bodenbretter biegen sich durch und stehen beim Drauftreten an den Kanten hoch.

Bodenbretter der Dufour 34E

Bodenbretter der Dufour 34E

Der Sitz am Kartentisch ist falsch gepolstert, man droht ins Schiff zu fallen. Wie ist das erst, wenn das Schiff Lage schiebt? Auch hier lässt sich eine Seekarte nicht unterbringen. Ein Spritzschutz aus Glas an der Küche scheint mir nicht wirklich sinnvoll auf einer Yacht.

Der Salon der Dufour 34E

Der Salon der Dufour 34E

Salona

Hier werden wir mit der Erzählung begrüsst, dass diese Schiffe schneller sein sollen, als die X-Yachts. Außerdem soll die kleine Werft auch viele Sonderwünsche möglich machen. Na, dann schauen wir doch mal.

Als erstes besichtigen wird die 37. Das Steuerrad hat ein interessantes Design, man kommt gut daran vorbei. Reling und Bugkorb wackeln ganz fürchterlich. Hoffentlich müssen die nie einen Menschen vor dem Sturz ins Wasser schützen! Unter Deck freuen wir uns über den gelungenen Kartentisch, den durchgehenden Handläufer und die interessanten Kojen im Salon, die auch bei Seegang nutzbar sind. Die Frage ist nur, ob man dann noch so klettern mag?

Kojen auf der Salona

Kojen auf der Salona 37

Bei der Ausstattung der Kleiderschränke fällt auf, dass alles gehängt werden muss. Hier müsste man sicherlich eine Änderung erwirken. Auf Deck fallen uns die einfach aber solide konstruierten Beschläge an der Decksdurchführung auf. Die Gefahr ist nur, dass man sich hier die Füße verletzt.

Nun wechseln wir auf die 34 (eigentlich sollte man mit dem kleinsten Schiff anfangen…). Dieses Schiff geht nun gar nicht. Die Ausstattung unter Deck ist hässlich, auf dem Klo stößt man sich den Kopf, die Koje im Vorschiff hat nur Platz für die Füße von einer Person, der Mastfuß hat fürchterliche Beschläge. Der Kühlschrank hat eine Tür, wie zu Hause. Wie soll der nur unterwegs die Kälte halten?

Mastfuß der Salona 34

Mastfuß der Salona 34

Comfortina

Eigenlich sind diese Schiffe viel zu teuer, selbst der Mitarbeiter auf dem Stand unkt, dass wir uns dann kein Glas Wein mehr in der Hafenbar leisten können…

Trotzdem besichtigen wir die Comfortina 35 und sind mal wieder begeistert:

  • Die Verarbeitung ist sauber und solide.
  • Alles ist durchdacht
  • Das Deckslayout ist aufgeräumt
  • Sie hat Pinnensteuerung, da schlägt das Herz des Jollenseglers höher!

    Pinne auf der Comfortina 35

    Pinne auf der Comfortina 35

  • Sie ist ohne Einschränkungen Einhandtauglich
  • Alle Kanten sind abgerundet, nirgendwo kann man sich verletzen.

    Schön abgerundete Kanten auf der Comfortina 35

    Schön abgerundete Kanten auf der Comfortina 35

  • Handläufer sind zwar nicht zu sehen, werden aber auf Kundenwunsch montiert

X-Yachts

Nun können wir schon keine Schiffe mehr sehen, aber Klaus besichtigt noch die X-34. Vom Innenausbau erinnert sie an die Hanse 350. Sie ist ein typisches Performanceboot, das für Touren und Regatten taugt. Der Kartentisch ist super, auch die Seekarten finden hier mühelos Platz.  So überflüssige Dinge, wie ein Kühlschrank sind gar nicht erst vorhanden. Leider taugt sie nicht zum Einhand segeln.

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