Es geht los!

Heute kam die Nachricht: Morgen mittag wird Lorrikeet am Bodensee aufgeladen und soll dann am Samstag in Schlutup eintreffen. Wir sind gespannt!!

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Der Papierkram

Während nun alle auf den Tieflader warten, kümmern wir uns noch um den Papierkram. Da ist die Frage, was muss man eigentlich tun, wenn man ein Schiff kauft. Beim Auto braucht man ein neues Nummernschild, eine Versicherung. Aber wie ist das bei einem Schiff?

Eigentlich bräuchten wir gar nichts tun, aber (Achtung, die Wahrheit kommt immer nach dem ‚aber‘!) in der Praxis empfiehlt sich doch so einiges:

Der Bootsschein

Auf Seeschifffahrtsstraßen brauchen Sportboote kein Nummernschild, auf Binnenschifffahrtsstraßen jedoch schon (siehe Infoblatt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) . Als Kennzeichen verwendet ein Sportboot normalerweise die Nummer des Internationalen Bootsscheins, den man dazu natürlich beantragen muss. Dies geht beim DSV, dem Deutschen Seglerverband. Das ist zwar keine Behörde, aber die Antragsformulare sind genauso prächtig!

Da das Kennzeichen nur auf Binnenschifffahrtsstraßen erforderlich ist, brauchen wir es erst einmal nicht am Schiff anbringen.

Zusätzlich gilt der Bootsschein auch als Eigentumsnachweis, was wohl besonders im Ausland von Vorteil sein soll. Rein praktisch hat uns danach in Dänemark oder Schweden noch nie jemand gefragt, aber wer weiß, wo wir mit Lorrikeet noch hinkommen…

Haftpflicht-Versicherung

Was ist schlimmer als der Tod? – Ein Abend mit einem Versicherungsvertreter! An diesen Spruch mussten wir denken, als wir auf die Suche nach einer Versicherung gingen. Die normale Haftpflichtversicherung deckt das Risiko eines Bootseigentümers nicht mit ab, also muss eine Bootshaftpflicht her.

Was kann man für Unheil mit einem Sportboot anrichten? Lassen wir unserer Phantasie freien Lauf:

  • Ein anderes Schiff rammen oder besser gleich versenken,
  • Einen Anleger rammen
  • Eine Tonne rammen
  • Ein anderes Schiff beliebiger Größe und Ladung zur Kursänderung zwingen, das dadurch einen Unfall erleidet
  • Ein Handwerker, der sich bei Arbeiten am Schiff verletzt
  • Das Schiff brennt ab und das Nachbarboot oder die Lagerhalle gleich mit
  • Gewässerschäden

Ok, lassen wir das. Offensichtlich ist eines der wichtigsten Kriterien für eine Haftpflichtversicherung die maximale Versicherungssumme.

Die Kaskoversicherung

Nun hier gilt das übliche: mit Selbstbeteiligung oder ohne Selbstbeteiligung, Vollkasko oder Teilkasko? Hinzu kommen das Fahrtgebiet, der Trailer, das Beiboot, die Lagerung im Winter, das Kranen im Frühjahr und Herbst, Bergung und Schlepphilfe.

Der Vereinsstander

Als Mitglied eines Segelvereins ist es Ehrensache einen Vereinsstander zu haben und den ständig zu setzen. Die Seemannschaft sagt sogar, es sei Pflicht.  Zumindest theoretisch braucht es dazu einen Standerschein, der einem das Recht gewährt, dies auch zu tun. Da unser Verein aber noch nicht einmal weiß, welche Schiffe zu ihm gehören, ist das wohl wirklich nur Theorie. Interessanter finde ich da schon die Frage, wo der Vereinsstander gesetzt wird. Die Seemannschaft (die Bibel der Segler) meint dazu, dass der Vereinsstander im Masttop geführt werden muss. Früher haben wir das gemacht. Da sitzt aber nun mittlerweile die Antenne, so dass wir uns angewöhnt haben, im Inland den Vereinsstander unter der Steuerbordsaling zu fahren. Da wir für unseren diesjährigen Liegeplatz in Schlutup nun Mitglied eines weiteren Segelvereins werden müssen, kommt noch die Frage hinzu, welchen Stander wir nun setzen? Dazu meint die Seemannschaft, dass im Hafen des jeweiligen Vereins auch der entsprechende Stander zu fahren ist. Woanders wird der Stander des ältesten ortsansässigen Vereins geführt, dem der Eigner angehört. Was ist damit nun gemeint: Das Alter des Vereins oder die Dauer der Mitgliedschaft? Für uns ist das egal, denn der SVWS (gegründet 1936) ist definitiv älter als der Segelverein Schlutup (gegründet 1978). Aber, ob wir zum Flaggenwechsel Lust haben, weiß ich nicht so recht …

Es wird Zeit, dass der Tieflader anrollt!

 

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Wie ein Schiff vom Bodensee an die Ostsee kommt

Nun der erste Gedanke der meisten ist, dass der Rhein doch durch den Bodensee fließt und da könnte man doch und dann von der Nordsee….

Halt, Stop!! Es ist richtig, dass der Rhein durch den Bodensee fließt, aber leider stürzt er sich dann bei Schaffhausen als zweitgrößter Wasserfall Europas sehr malerisch in die Tiefe. Diese Idee ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein R(h)einfall.

Unser nächster Gedanke war, da das Schiff derzeit an Land steht, es nicht in den Bodensee zu setzen, sondern stromabwärts des Rheinfalls in den Rhein. Ist ja nicht so weit, dachten wir. Bei näherer Betrachtung wurde die Sache jedoch kompliziert: Zwischen dem Bodensee und Rheinfelden heißt der Strom ‚Hochrhein‘ und das nicht ohne Grund. Er fällt um insgesamt  140m, nicht nur in Schaffhausen, sondern auch an zahlreichen Staustufen und wo es die nicht gibt, gibt es jedoch Stromschnellen. Richtig schiffbar wird der Rhein erst wieder ab Rheinfelden. Bis dorthin sind es von Meersburg ca. 200km und die Strecke würde durch die Schweiz führen, was das am Zoll bedeutet, weiß ich nicht. In Rheinfelden müsste das Schiff dann mit einem Kran vom Tieflader ins Wasser gehoben werden. Der Hallenwagen, den wir eigentlich mitgekauft hatten, müsste in Meersburg bleiben, da er mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6km/h nicht straßentauglich ist.

Leider gibt es in Rheinfelden keinen Kran, der ein 5t Schiff heben könnte. Gründliches Studium des Rheinrevierführers führt zu der Erkenntnis, dass der erste taugliche Kran  erst in Germersheim nördlich von Karlsruhe zu finden ist. Bis dahin sind es über die Straße an die 300 km. Vorteilhaft ist, dass wir ein gutes Dutzend Schleusen auf dem Rhein auslassen würden. Der Nachteil mit dem Hallenwagen bleibt. Die Miete eines entsprechenden Gestells für den Winter kostet jährlich 160 €. Es ist also sinnvoll, das Teil mitzunehmen. Erste Schätzungen für einen Transport des Schiffes nach Germersheim belaufen sich auf über 1000 €. Auf der Bootsausstellung in Düsseldorf erzählt uns der entsprechende Experte von International Yachtfarben zudem noch, dass wir das Unterwasserschiff vorher noch zweimal streichen müssten, da wir mit dem derzeitigen Anstrich auf keinen Fall in die Ostsee gehen sollten. Wir müssten also noch ein paar Tage in Meersburg verbringen oder den Anstrich entsprechend beauftragen. Da das Schiff nahezu leer ist, bis auf die Inneneinrichtung, müssten wir mit kompletter Campingausstattung anreisen plus Wasserkanister, Schwimmwesten etc.. Die Kosten für Unterbringung und Fahrt müssten wir noch hinzu rechnen. Die Differenz zu einem Transport per Tieflader direkt nach Lübeck wird zunehmend geringer. Wir haben uns deshalb entschlossen, das Schiff mit einem Tieflader ab Mitte April nach Lübeck holen zu lassen. Dann sollte die Halle in Schlutup soweit leer sein, dass ein Tieflader bis zum Kran fahren kann.

Aber eins haben wir bei der ganzen Aktion gelernt: Wenn man in Duisburg vom Rhein rechts abbiegt, kommt man in den Rhein-Herne-Kanal, von dort in den Dortmund-Ems-Kanal, weiter in den Mittellandkanal (Hallo Hannover!), den Elbe-Seiten-Kanal mit dem Schiffshebewerk in Scharnebeck, die Elbe, den Elbe-Trave-Kanal, die Trave und schließlich die Ostsee. Man braucht also keineswegs über die Nordsee zu schippern. Das wäre sicherlich eine interessante Tour gewesen, die wir uns und dem Schiff aber nun ersparen wollen. Eine weitere Schwierigkeit wäre der Tiefgang des Schiffes von 1,75m. Viele Häfen am Kanal haben nur 1,50m Tiefe. Wir hätten also sehr genau überlegen müssen, bis wohin wir unsere täglichen Strecken planen.

Vielen Dank an alle, die uns auf dieser Tour begleiten wollten oder uns in Hannover an Bord besuchen wollten. Wir haben uns über die Angebote sehr gefreut und hoffen Euch in Lübeck an Bord begrüßen zu dürfen!

P.S. Wir haben jetzt 2 Rheinrevierführer und eine Karte der Binnenwasserstraßen Deutschlands abzugeben 😉

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Die Suche hat ein Ende: Der Vogel ist gefangen!

Diese Galerie enthält 12 Fotos.

Heute haben wir in Meersburg am Bodensee den Kaufvertrag für eine Lady Helmsman unterzeichnet. Damit ist Projektphase 1 beendet und es beginnt Projektphase 2: Wie kommt das Schiff an die Ostsee? Danach startet Projektphase 3:  Wir machen aus einer Bodenseeseglerin … Weiterlesen

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Eine alte Leidenschaft für eine Lady

Es gibt da so einen Jugendtraum namens Lady Helmsman und aus irgendwelchen sonderlichen Gründen scheinen uns diese Schiffe zu folgen oder folgen wir ihnen?

Wer weiß, wo uns das noch hinführt….

 

 

Ist sie nicht schön?
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