{"id":290,"date":"2011-05-25T23:15:05","date_gmt":"2011-05-25T21:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/lorrikeet.radtke-archiv.de\/?p=290"},"modified":"2013-03-10T23:38:52","modified_gmt":"2013-03-10T22:38:52","slug":"der-erste-kleine-segelausflug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lorrikeet.de\/?p=290","title":{"rendered":"Der erste kleine Segelausflug"},"content":{"rendered":"<p>Vergangenen Samstag war es nun soweit: Ein kleines Zwischenhoch hatte sich sch\u00fctzend \u00fcber die westliche Ostsee gelegt und ein sanfter Seewind blies die Trave aufw\u00e4rts. Das ideale Wetter, um zum ersten Mal die Leinen loszuwerfen und die Segel zu setzen.<\/p>\n<p>Zuvor musste nat\u00fcrlich der Motor gestartet werden. Auf das Drehen des Z\u00fcndschl\u00fcssels folgte jedoch keinerlei Reaktion. Kein Strom? Wir greifen zum Spannungsmesser und pr\u00fcfen Batterie und Kabel. Einen Fehler k\u00f6nnen wir auf Anhieb nicht finden. Ich mache mich leicht frustriert daran, das Deck zu schrubben. Klaus l\u00e4sst das keine Ruhe. Er findet schlie\u00dflich einen abgerissenen Kabelschuh. Nun gl\u00fchen immerhin die L\u00e4mpchen und die Tankanzeige bewegt sich, aber wenn ich den Schl\u00fcssel drehe, geht alles wieder aus. Die Batterie? Die hatten wir doch gerade ersetzt, aber in der Not durch eine Gebrauchte. War wohl schon etwas zu viel gebraucht&#8230;<\/p>\n<p>Klaus holt ein Starthilfekabel und siehe da, mit Hilfe der Verbraucherbatterie springt der Motor an. Wir legen ab, fahren r\u00fcckw\u00e4rts raus, Klaus legt die Pinne, um kr\u00e4ftig Gas nach vorw\u00e4rts zu geben und das Schiff zu drehen. So kennen wir das bislang, aber das gef\u00e4llt der Lady gar nicht. Sie haut ihm die Pinne vor den Bauch und dreht sich aus Protest anders herum. Naja, hier ist ja gen\u00fcgend Platz zum \u00dcben. Das werden wir schon noch lernen.<\/p>\n<p>Nachdem Leinen und Fender verstaut sind, probiere ich nun mein Gl\u00fcck: Vorw\u00e4rts, r\u00fcckw\u00e4rts, Kreise fahren, auskuppeln, Pinne loslassen und schauen was sie macht ohne uns. Sie dreht und legt sich quer zum Wind. Das waren wir bislang auch anders gew\u00f6hnt. Gut, das soll erst einmal reichen mit der Fahrstunde. Nun ziehen wir das Gro\u00df hoch. Die Segellatten verhakeln sich in den Lazy Jacks. Toll ist das nicht, aber eine Patentl\u00f6sung haben wir auch nicht. Hat jemand einen Vorschlag?<\/p>\n<p>Den Motor kuppeln wir aus und lassen ihn mittuckern. Sie f\u00e4hrt gut hoch am Wind, aber das Gro\u00df steht noch etwas seltsam. Klaus darf ein wenig trimmen. Das Endergebnis ist noch nicht regattareif, aber so geht es erst einmal. Nun die Fock. Wir haben das kleinste Exemplar gesetzt. Das Setzen war furchtbar anstrengend. Das Fall ist sehr schwerg\u00e4ngig. Wahrscheinlich ist es einfach zu dick. Aber jetzt m\u00fcssen wir sie nur noch ausrollen. Das Ergebnis sieht merkw\u00fcrdig aus. Sie steht viel zu hoch, aber das lassen wir f\u00fcr heute so.<\/p>\n<p>Nun trauen wir uns auch, den Motor wieder auszustellen. Wo bleiben eigentlich die anderen, die doch eben noch neben uns waren und wieso guckt der von dem Folkeboot so \u00e4ngstlich? Ach ja, so ein Folkeboot sollten wir doch nun an der Kreuz locker \u00fcberholen.\u00a0 Na also, klappt doch. Der Wind s\u00e4uselt mit zarten 3 Bft. Wir haben das Gro\u00df ungerefft und die kleinste Fock, aber in den B\u00f6en legt sich Lorrikeet kr\u00e4ftig \u00fcber und f\u00e4hrt einfach los. Vor lauter Respekt, fieren wir den Traveller und ich g\u00f6nne ihr einen kleinen Gegenbauch im Gro\u00df. Das gegenseitige Vertrauen m\u00fcssen wir wohl erst noch lernen. Auch das seefeste Verstauen unter Deck m\u00fcssen wir noch \u00fcben.\u00a0 Es rutscht erst einmal alles von der Koje.<\/p>\n<p>Kurz vor Travem\u00fcnde werden die B\u00f6en kr\u00e4ftiger, sch\u00e4tzungsweise 4 Bft.\u00a0 Pl\u00f6tzlich \u00fcberkommt mich die Sehnsucht nach dem Hafen und einem sch\u00f6nen St\u00fcck Kuchen. Wir fahren noch eine Wende und sind uns etwas unsicher, wieviel Platz wir brauchen werden, um wieder abzufallen und Trave aufw\u00e4rts zu laufen. Nun, wenn man das Backstag nicht gleich fiert, ist der Wendekreis riesig und die Lady beschwert sich mit kr\u00e4ftigem Druck auf dem Ruder.<\/p>\n<p>Vor dem Wind fahren wir locker neben einem gro\u00dfen Motorboot her. Wieso unser Sumlog dabei nur 2-3 Knoten anzeigt, ist uns schleierhaft. Das R\u00e4dchen haben wir noch an Land kontrolliert. Da drehte es ganz frei. Auch das Echolot geht nach dem Mond. Es zeigt abwechselnd Wassertiefen von 2 oder 20 m.\u00a0 Das erh\u00f6hte nat\u00fcrlich den Nervenkitzel beim Kreuzen, denn die Trave kennen ich noch nicht, wie meine sprichw\u00f6rtliche Westentasche. Aber auf den Nervenkitzel kann ich verzichten. Das Problem m\u00fcssen wir l\u00f6sen!<\/p>\n<p>Vor Schlutup fahren wir dann problemlos unsere erste Halse. In der Schlutuper Wiek bergen wir das Gro\u00df. Bislang bin ich es gew\u00f6hnt, dass der Baum dann fest in der Baumst\u00fctze liegt und ich im Stehen das Schiff fahre. Das geht so nicht, der Baum h\u00e4ngt tief und schlackert von einer Seite zur anderen. Auch hier sind Vorschl\u00e4ge willkommen. Muss das so sein oder geht das auch anders?<\/p>\n<p>Dann starten wir den Motor, rollen wir die Fock wieder ein und ich fahre meinen ersten Anleger. Zur Belohnung gibt es nun Kuchen und eine ausgedehnte Pause im sonnigen Cockpit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangenen Samstag war es nun soweit: Ein kleines Zwischenhoch hatte sich sch\u00fctzend \u00fcber die westliche Ostsee gelegt und ein sanfter Seewind blies die Trave aufw\u00e4rts. 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